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Ostprignitz-Ruppin Karl Tedsen ist Bürgermeister
Lokales Ostprignitz-Ruppin Karl Tedsen ist Bürgermeister
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00:18 24.02.2017
Alexander Jachmann (l.) gratuliert Karl Tedsen zur Wahl. Quelle: Alexander Beckmann
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Neustadt

Neustadt hat einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. Für den Rest der im Jahr 2019 endenden Legislaturperiode wählten die Stadtverordneten am Montagabend Karl Tedsen (CDU) zum Nachfolger von Sabine Ehrlich (SPD). Sie hatte das Ehrenamt Ende Dezember aus beruflichen Gründen niedergelegt.

Zwei Kandidaten hatten sich dem Votum gestellt. Neben Karl Tedsen war das mit Alexander Jachmann (Die Linke) ein weiterer Stadtverordneter. Beide verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der Kommunalpolitik.

Jachmann (66) war Anfang der 90er Jahre hauptamtlicher Bürgermeister in Breddin und arbeitete dann bis zur Rente für die Amtsverwaltung. 2014 wurde er für die Linke in die Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Pensionierter Polizeibeamter

Tedsen (70) stammt ursprünglich aus Wildeshausen, der niedersächsischen Partnerstadt Neustadts. Bereits dort war er lange kommunalpolitisch aktiv. Anfang der 2000er Jahre zog der heute pensionierte Polizeibeamte nach Neustadt, wo er kurz darauf für die CDU in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde. Sowohl Jachmann als auch Tedsen hatten bereits einmal bei Kommunalwahlen für den Bürgermeisterposten kandidiert.

Den Ausschlag für die Wahl Tedsens gab am Montag die SPD-Fraktion. Sie ist neben der CDU und der Linken die dritte und kleinste Fraktion in dem Gremium. Doch die sieben Stimmen der Christdemokraten allein reichten bei der Wahl nicht für die erforderliche Mehrheit aus. Die Linke hat sogar nur fünf Mandate in der Versammlung.

Entscheidung im ersten Wahlgang

Die Entscheidung fiel bereits im ersten Wahlgang: Karl Tedsen erhielt zehn Stimmen – also mindestens drei von außerhalb seiner Fraktion. Alexander Jachmann brachte es nur auf sechs Stimmen. Er gehörte zu den Ersten, die dem neuen ­Bürgermeister zu seinem Amt gratulierten. Viele weitere schlossen sich an. Mit etwa 15 Gästen war die Sitzung für Neustädter Verhältnisse ungewöhnlich gut besucht.

Bereits im Zuge der nächsten Kommunalwahl 2019 ist der Posten per Gesetz aber neu zu besetzen. Dann sind wieder alle Neustädter zur Bürgermeisterwahl aufgerufen.

Die Haushaltslage ist prekär

Der neue Amtsinhaber dankte für das Vertrauen. Die Situation der Neustädter Kommunalpolitik schätzte er als sehr schwierig ein. „Über allem, was wir wollen und tun, steht die Haushaltslage.“ Und die ist in Neustadt seit langem extrem prekär. Seit Jahren ist es nicht gelungen, die Ausgaben niedriger als die Einnahmen zu halten.

„Noch schlimmer ist das, wenn man die Misere nicht selbst verschuldet hat“, befand Karl Tedsen am Montag und verwies auf die Zahlungsverpflichtungen an den Landkreis. Der Stadthaushalt werde von solchen Umlagen aufgefressen. Der Bürgermeister warf der Kreisverwaltung eine Blockadehaltung gegenüber alternativen Vorschlägen vor.

Alle Kommunen im Landkreis finanzieren mit einem einheitlichen ­Prozentsatz ihrer Einnahmen die Arbeit des Landkreises. Nicht alle sind so schwer verschuldet wie Neustadt.

Von Alexander Beckmann

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