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Ostprignitz-Ruppin Karneval mit Spielen des Lebens
Lokales Ostprignitz-Ruppin Karneval mit Spielen des Lebens
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13:50 22.02.2018
Freddie in Aktion: Der Fehrbelliner Karneval Klub begeistert seine Fans in einem launigen Fünf-Akter mit Musik, Tanz und Gags am laufenden Band. Quelle: Regine Buddeke
Fehrbellin

Nach Aschermittwoch ist der Fasching vorbei? Nicht in Fehrbellin. Da fängt der Karneval erst richtig an. Mit einem Seniorenfasching vor einer Woche wärmten sich die Narren des Fehrbelliner Karneval Klubs erst einmal auf – am Samstag nun fand das erste Abendprogramm in der Rhinmilch-Halle statt. Rund 160 Gäste kamen gut gelaunt und hübsch verpackt, um sich diesen Spaß nicht entgehen zu lassen. Denn auch in diesem Jahr haben sich die 48 engagierten Narren einen ambitionierten Fünf-Teiler aus Herz und Hirn gerungen, der im Saal für Jubel sorgte. Thema: Kein Einsatz ist für uns vergebens: der FKK zockt Spiele des Lebens.

Der Einsatz konnte sich in der Tat sehen lassen. Bereits das Prinzenpaar im ersten Akt heizte ein. Herzdame Prinzessin Jette und Falschspieler Prinz Florian ließen ihre Garde aufmarschieren und kräftig tanzen. Und riss das Publikum von den Stühlen: „Laurenzia“ wurde das Lied des Abends. Mit „Mohontag“ fing der Abend erst richtig an – da lief den ersten schon der Schweiß unter der Perücke durch die Schminke.

Akt zwei gehört dem Quiz-Duell. Familie Schlipfer-Stürmer steht links: Rockröhre Rosa hadert mit ihrem Vornamen, den sie von ihrer maskulinen Mama bekommen hat. Mutter Solde-Maduschen antwortet im sexy Lockenwickler-Look auf Linka Brauses Fragen, während Sohnemann Linum-Horst sich von ihr betutteln lässt und Tochter Cayenne im pubertären Selbstfindungsakt zuerst zur Nonne wird, sich aber dann die Soutane abreißt und im Sexy Bodystocking ausgelassen tanzt: geboren ist die Partynonne Frigida.

Fehrbellins Narren stecken jedes Jahr viel Herzblut in die Session

Im dritten Akt wird es politisch. Schon bei der Skat-Runde der Altherren lässt sich keiner in die Karten gucken. Und spielt nicht immer mit den richtigen. Also doch besser Mensch-ärgere-dich-nicht? Die Spielfiguren in Schwarz, Rot, Gelb und Grün kungeln ungezügelt miteinander. Schwarz sucht Mitstreiter, Gelb steigt aus, Rot ziert sich und Grün motzt. Bis Flinten-Uschi breit lächelnd ihre Marsch-Mädels auffährt. Zackig kommt Schwung in die Beine und Ordnung in die Hütte.

Eine Närrin aus dem Publikum hält es nicht auf ihrem Stuhl, sie rennt zur Bühne und stopft einer Soldatin Scheine ins Dekollete, als wäre man in einer Tabledance-Bar, zündet am Ende gar noch eine Flitter-Bombe. Da können die Spielmännel nur noch zuschauen, bis die Würfel gefallen sind. Auch in der Politik wird mächtig gezockt und geblufft. Der Kongress tanzt – oder ist es der Bundestag, den die bunten Hupfdolls darstellen?

Jedes Programm ist ein durchkomponiertes Gänge-Menü

Auftritt Dieter und Bruce: die beiden Alphatiere deutschen Jury-Unwesens lassen die A-B-C-Promis aufmarschieren und am Glücksrad drehen. Aus einem ausgepfiffenen DSDS-Starlet wird kurzerhand die Glücksfee. „Ihr seid alle so scheiße“, näselt Dieter, bis Freddie die Bühne erklimmt und ein rasantes „Don’t stop me now“ aus Tasten und Mikro quetscht. Der Mann geht ab, auch er lässt Glitter-Konfetti in den Saal regnen – die Stimmung könnte besser nicht sein. Auch als zu „Moskau, Moskau“ der nächste Kandidat – ein sibirischer Muschik in Gummistiefeln – den Kasatschok tanzt. Zugabe-Rufe branden auf – der Mann wird weich. „Angie“, singt er – Auftritt Angie.

Schnell entpuppt sich der russische Recke als Wladimir – die Kanzlerraute gerät ins Flattern angesichts solch geballter rauer Männlichkeit. Nur zögerlich wagt sie zu hauchen: „Ich möchte auch mal am Rad drehen.“ „Wenn ich am Rad drehe, dann ist es weg“, nimmt Wladi ihr alle Hoffnung. Sie versucht es noch mit der Krim. Ob er die nicht endlich ... „Nix da“, schneidet der Russen-Rambo ihr das Wort ab. „Die Krim gehört seit Urzeiten zu Russland. Oder würdest du ein Land abgeben, dass schon immer deines war?“ Oh ja, Angie würde nur zu gern. „Aber keiner will mir die Bayern abnehmen.“

In diesem Jahr wurde gezockt bis zum Abwinken

Noch ein bisschen Muskelspiele zwischen den Superstars. Orangensaft aus Bananen pressen? „Kann doch jeder“, tönt Angie. „Aber nicht mit der Brustwarze“, feixt Wladi. Die Runde geht an Russland. Das Gernsehballett beendet den Akt mit fliegenden Füßen. „What a Drama“ hyperventiliert Bruce. Dann sind alle Buchstaben erraten: Doof bleibt Dove steht an der Buchstabenwand zu lesen. Ein gefundenes Fressen für Mutti Solde-Maduschen aus der Quiz-Show.

Die Stimmung brodelt immer mehr. Für die Fehrbelliner Narren ein Kinderspiel – sie sind mit Lust und Laune bei der Sache und lang erprobt in Sachen Heiterkeit. Bereits seit 1954 – da nämlich fasste Marianne Sternbeck, Leiterin einer Tanzgruppe, „unter dem Eindruck des Kölner Faschings und Einfluss etlicher Liter Weins“ mit Freunden den wahnwitzigen Plan, einen Karneval-Klub zu gründen: die Geburtsstunde des FKK, der jetzt von Anke Schubert, der Enkelin der Gründungsmutter geleitet wird.

Die Kugel rollt, der fünfte Akt heißt „Rien ne va plus – Nichts geht mehr“. Eine glatte Untertreibung.

Von Regine Buddeke

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