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Karoline Waack koordiniert Flüchtlingshilfe

Die Erste ihrer Art Karoline Waack koordiniert Flüchtlingshilfe

Seit März arbeitet die 27-jährige Karoline Waack als Flüchtlingskoordinatorin des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin – eine Stelle, die es bisher noch nicht gegeben hatte. Die Kielerin ist zufrieden mit den Hilfsangeboten in den Gemeinden, viele Menschen seien sehr engagiert. Nur mancherorts herrsche noch Verunsicherung.

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Karoline Waack freut sich auf die spannende Herausforderung.

Quelle: Mühln

Neuruppin. Abitur in Kiel, Bachelorstudium im niederländischen Maastricht, Masterstudium im englischen Oxford – und jetzt Neuruppinerin. Die Frau, zu der dieser Lebenslauf gehört, ist Karoline Waack. Sie ist seit März als Flüchtlingskoordinatorin des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin tätig.

Sie sei klassisch über eine Anzeige in der Jobbörse der Evangelischen Kirche Deutschland auf die offene Stelle aufmerksam geworden, erzählt die 27-Jährige. Die Arbeit mit Flüchtlingen war ihr nicht gänzlich unbekannt: Während eines Praktikumsaufenthalts in Russland sei sie bereits damit in Berührung gekommen. „Für eine Organisation, die sich für die Rechte von schwarzafrikanischen Flüchtlingen eingesetzt hat, habe ich damals bei Umfragen und der Spendenausteilung geholfen.“

Waack hat erst European Studies studiert, im Master folgte mit Russian Studies ein Fach, das sich um Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des flächenmäßig größten Landes der Erde dreht. „Ich finde Russland total interessant“, sagt die gebürtige Schleswig-Holsteinerin. „Weil es ein Land ist, über das man wenig weiß, das aber großen Einfluss hat. Ohne Russland geht es nicht, aber wie geht es mit Russland?“

Fernab von Moskau und Sankt Petersburg drehe sich Waacks Arbeit hierzulande im Moment vor allem darum, Kirchengemeinden und Gemeindekirchenräte kennenzulernen, erzählt die junge Frau. Was wird schon für Flüchtlinge getan, wo wird noch Hilfe benötigt? „Ich habe beispielsweise den Kreissportbund (KSB) mal mit einer Gemeinde zusammengebracht, in der ein Fußballturnier organisiert wurde. Der KSB hat das Spiel finanziell und logistisch unterstützt.“

Die Arbeit mit den Flüchtlingen hat für Karoline Waack Priorität

Im Kirchenkreis erlebe sie viele Menschen, die sehr aufgeschlossen sind und an verschiedenen Stellen helfen, sagt Waack. Es sei aber trotzdem so, dass manche Bürger nach wie vor verunsichert sind. „Sie wissen oftmals nicht, wie sie mit den vielen Menschen aus einer anderen Kultur in ihrem direkten Umfeld umgehen oder sich mit ihnen verständigen sollen“, erzählt die Koordinatorin. „Oder sie haben zu hohe Ansprüche an sich selbst und die Arbeit die sie leisten.“

Dabei sei es so einfach, zu helfen: Gemeinsam spazieren gehen, nähen, Fahrräder reparieren – eigentlich komme es nur darauf an, dass die Asylbewerber mal raus können, Abwechslung erleben.

„Ich habe mich sehr auf Flüchtlingsarbeit im Rahmen von kirchlichen Strukturen gefreut“, sagt Waack. „Und ich denke, dass sich mit der Stelle viel erreichen lässt, wenn sie gut ausgeführt wird.“ Mehr als anderthalb Jahre als Flüchtlingskoordinatorin liegen noch vor ihr. Ihre Ziele seien, die Kirchengemeinden gut zu vernetzen und den Austausch mit den Gesamtkirchengemeinden zu fördern. „Um Ressourcen zu bündeln“, sagt Waack. „Ich kann dabei nur unterstützen, etwas tun müssen die Menschen selber – und die meisten machen das schon richtig gut.“

Karoline Waack ist die erste Flüchtlingskoordinatorin des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin. „Ich muss meinen Platz finden, die Stelle erfinden und strukturieren. Aber ich habe das Gefühl, dass ich hier mit sehr netten und engagierten Menschen zusammenarbeite – das ist eine schöne Ausgangssituation.“

Von Josephine Mühln

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