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Ostprignitz-Ruppin Kartellamt genehmigt Verkauf von Euromar
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kartellamt genehmigt Verkauf von Euromar
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02:15 08.05.2017
Bald soll die Schweizer Ecom-Gruppe die Produktion bei Euromar in Fehrbellin übernehmen. Quelle: Peter Geisler
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Fehrbellin

Das Bundeskartellamt hat jetzt der Übernahme der insolventen Kakaofabrik Euromar durch den international agierenden Ecom-Konzern zugestimmt. Das teilt Insolvenzverwalter Rolf Rattunde mit. Schon in den nächsten Tagen soll das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz in Fehrbellin die Produktion neu aufnehmen. Die Firma, die weltweit mit Baumwolle, Kaffee, aber auch Kakao handelt, will auch die insgesamt 121 Mitarbeiter übernehmen.

„Für die Region sowie die Arbeitnehmer und ihre Familien ist das ein großer Erfolg“, sagt Insolvenzverwalter Rattunde. Der Fall zeige, dass insolvente Unternehmen und die betroffenen Arbeitsplätze in kurzer Zeit gerettet werden können. „Das Insolvenzrecht ermöglicht die Fortführung des Betriebs mit Unterstützung der Arbeitsagentur und einen schnellen Verkauf,“ erklärt der Fachanwalt für Insolvenzrecht.

Die Gesellschaft Euromar Commodities, die aus dem weltweiten Handel von Kakao­rohstoffen und deren Verarbeitung zuletzt einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro machte, hat im Dezember Insolvenz angemeldet. Die Firma hatte kein Geld, um Schulden zu bezahlen und neue Rohstoffe zu kaufen. Wie es zu dieser Schieflage kommen konnte, das sei noch „aufzuarbeiten“, so Rattunde, der seit diesem Zeitpunkt das Unternehmen fortführte und das am 6. März eröffnete Insolvenzverfahren begleitete. Nach einem internationalen Bieter­verfahren schloss er bereits am 7. März einen Kaufvertrag mit der Ecom-Gruppe ab, einen Tag später stimmte der vorläufige Gläubigerausschuss der Transaktion zu – danach musste nur noch die Kartellbehörde die Übernahme absegnen.

Die Euromar-Insolvenz hatte auch Folgen für den globalen Markt. Das Fehrbelliner Unternehmen gehört zur Transmar-Commodities-Gruppe in den USA mit mehr als 1000 Mitarbeitern und Standorten in 154 Ländern. Nach seiner Insolvenz geriet der Konzern in Schwierigkeiten und steht derzeit unter Gläubigerschutz, so Rattunde. Die Pleite soll die weltweiten Lieferbeziehungen der Süßwarenindustrie sowie das Vertrauen der Banken in den Zweig erschüttert und damit die Finanzierungsräume anderer Unternehmen beschnitten haben.

Von Celina Aniol

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