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Kartoffeln im Winterschlaf

Wernikow Kartoffeln im Winterschlaf

In Wernikow ist die Ernte der Speisekartoffeln beendet. Bis zum Sommer im nächsten Jahr könne er 1500 Menschen mit Kartoffeln versorgen, sagt Landwirt Hans-Heinrich Grünhagen, der ein Viertel seiner Ernte zum Winterschlaf in ein neues Kühllager geschickt hat.

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Die letzte Palette Kartoffeln aus dieser Ernte ist auf dem Weg ins Grünhagener Kühllager.

Quelle: :Claudia Bihler

Wernikow. Die letzte Palette steht auf dem Gabelstapler. Eine Tonne Kartoffeln der Sorte „Laura“ ist auf dem Weg in den Winterschlaf: „Bis Juli oder August bleiben die Kartoffeln frisch“, sagt Hans-Heinrich Grünhagen, Landwirt aus Wernikow. Im Prinzip passiert bei Grünhagens auf dem Hof derzeit das gleiche, was auch viele Verbraucher im Herbst erledigen: Die Kartoffeln werden für den Winter eingelagert. Doch Verbraucher wissen: Spätestens zu Beginn des Frühjahrs zeigen sich an den Kartoffelknollen erste Keime, die Wurzelknollen wollen austreiben.

Damit Grünhagens nun auch bis in den Hochsommer hinein frische Kartoffeln liefern können, wurde investiert: „Ich denke, wir haben das einzige Kartoffelkühllager in der ganzen Region.“

Laura, Gala und Belana

Laura liegt neben Belana, Linda darf neben Gala schlummern. 100 Tonnen der unterschiedlichsten Kartoffelsorten hat der Landwirt aus Wernikow in den Winterschlaf geschickt. „Damit können wir etwa 1500 Leute bis in den Sommer hinein satt bekommen“, sagt er schmunzelnd. Dass die Knollen zu früh keimen, dafür besteht im Kühllager keine Gefahr, dort wird eine Temperatur von vier Grad Celsius aufrechterhalten: „Für die Kartoffeln dauert hier Winter auch dann noch an, wenn im Frühjahr die Temperaturen wieder steigen“, erklärt der Landwirt.

Gerade rechtzeitig für die diesjährige Ernte konnte der Wernikower Kartoffelbauer das Kühllager nutzen. Denn im Vergleich dazu, dass die Getreide- und Rapsernte eher durchschnittlich ausgefallen waren, seien die Erträge bei Mais und Kartoffeln ansehnlich gewesen, meint Grünhagen. Noch ist die Ernte auch nicht beendet: Mit dem Kartoffelroder werden derzeit noch und für etwa 14 weitere Tage Stärkekartoffeln aus dem Boden geholt: „Wenn es das Wetter noch zulässt, lassen wir sie lieber im Boden, als dass wir sie alle auf großen Haufen lagern“, sagt Hans-Heinrich Grünhagen. Rund 4500 Tonnen Stärkekartoffeln liefert der Wernikower in diesem Jahr in die Kyritzer Stärkefabrik – nicht ohne zuvor die Steine auszusieben, die regelmäßig „mitgeerntet“ werden.

Hans-Heinrich Grünhagen erntet pro jahr auch rund 4500 Tonnen Stärkekartoffeln für Kyritz

Hans-Heinrich Grünhagen erntet pro jahr auch rund 4500 Tonnen Stärkekartoffeln für Kyritz.

Quelle: Claudia Bihler

Im Gegensatz zu den Stärkekartoffeln durften die empfindlicheren Speisekartoffeln auf einem fast steinfreien Acker wachsen: „Bevor wir die Saatkartoffeln legen, werden die Steine ausgesiebt.“ Und zwar in jedem Jahr wieder, denn Grünhagen weiß, dass immer wieder neue Steine aus dem Boden aufsteigen: „Wenn nichts wächst, die wachsen immer.“

Zwischen 300 und 4000 Tonnen Speisekartoffeln hat Grünhagen so von den Feldern geholt. Die werden nicht nur mit dem Kartoffellaster ausgefahren, sondern auch direkt ab Hof verkauft. „Rund um die Uhr“, können Kunden auf dem Hof der Grünhagens Kartoffeln kaufen. Möglich wird dies nicht nur durch eine „Kartoffeltheke“, an der neben bekannten Sorten auch unbekanntere zu haben sind: Solche mit roter Schale etwa oder Hörnchen der Sorte „Le Ratte“, die in Frankreich zu den Gourmetkartoffeln zählen. Bezahlt wird in die Kasse des Vertrauens, die das 24-Stunden-Angebot erst ermöglicht.

Vielfalt auf dem Acker

Insgesamt bewirtschaftet Grünhagen 1400 Hektar Fläche, davon ist etwa die Hälfte beregnet. Den großen Bewässerungsanlagen sei auch die gute Kartoffelernte zu verdanken. Neben den Kartoffeln, die auf 120 Hektar angebaut werden, sorgt Grünhagen für eine hohe Vielfalt auf dem Acker. Er baut Sonnenblumen an und auch Erbsen, die in der Nähe von Berlin zu eiweißhaltigem Kraftfutter für Tiere verarbeitet werden „und statt Soja verfüttert werden“. Dass die EU jetzt fordert, dass Landwirte beispielsweise Bienenweiden im Rahmen des Greenings anlegen, ist für ihn selbstverständlich: „Das machen wir schon immer so.“

Zum Sortiment gehört auch eine heutzutage relativ unbekannte Knolle: der Topinambur. „Für den bin ich vermutlich deutschlandweit der größte Lieferant“, sagt Grünhagen. Abgesehen davon, dass die Wurzelknolle roh oder gekocht als Gemüse gegessen werden kann, wird sie beispielsweise in Südkorea oder Belgien auch zu Saft verarbeitet. Für den Topinambur beginnt die Ernte jedoch erst im Frühjahr.

Von Claudia Bihler

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