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Katrin Mason Brown malt Historie von Ganzer

Fantasien um den Alten Fritz in Neuruppin Katrin Mason Brown malt Historie von Ganzer

Der junge Fritz war dort, Königin Luise ebenfalls und auch Fontane hat Ganzer in seinen „Wanderungen“ erwähnt. Für die Künstlerin Katrin Mason Brown ist das Grund genug, ihren Ort zu erkunden und ihm ein künstlerisches Denkmal zu setzen. Werke zum Thema hängen seit Sonntag in der Siechenhauskapelle Neuruppin.

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Katrin Mason Brown (r.) im Gespräch mit einer Besucherin.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Der Wunsch der russischen Zarin ist nicht schwer zu erraten – angesichts der Pistole in ihren Händen. Geradeheraus schaut sie auf den König Friedrich II – sie selbst in barocker Darstellung, der König nur ein schwarzer Schattenriss, beide umhüllt in opulent-barocke Ornamente. Die von Katrin Mason Brown erschaffene Collage „Die russische Zarin hätte Friedrich gern ...“ wirkt wie ein kostbarer Teller von des Königs Tafel. Daneben noch andere Wünsche aus gekrönten Köpfen: Die Kaiserin von Österreich hätte ihn gern erwürgt, seine Gattin wäre ihm gern auf der Nase herumgetanzt, Friedrichs Vater hätte ihn gern geohrfeigt.

Die kryptischen Titel zwingen den Betrachter, sich ein wenig mit der Historie auseinanderzusetzen. Katrin Mason Brown ist auf Spurensuche durch die preußische Geschichte gegangen und hat die neuen und älteren Werke an ebenso geschichtsträchtigem Ort ausgestellt: 20 Gäste kamen am Sonntag zur Vernissage in die Neuruppiner Siechenhauskapelle.

Heute habe ich etwas Neues kennengelernt, sagt Hausherrin Gabi Lettow mit dem Versprechen, die Künstlerin demnächst auf ihrem Hof in Ganzer zu besuchen. „Die Bilder auf dem Flyer haben mich umgehauen.“

Für Laudator Günter Rieger Grund genug, erst einmal die Fassung für die schönen Kleinode zu loben. Die Siechenhauskapelle sei ein „Schatzkästlein für Bildende Kunst und Musik“. Und die Werke von Katrin Mason Brown darin bestens aufgehoben. Ihm imponiert, wie sich die Künstlerin um ihren Ort bemüht gemacht habe: schon weil sie das Herrenhaus so liebevoll restauriert habe. „Das wäre sonst vielleicht gar nicht mehr da“, sagt er und verweist überdies auf die seit einigen Jahren angebotenen Spaziergänge durch Ganzer hin, die Mason Brown initiiert hat und mithilfe ihrer Kinder durchführt, die in historischen Kostümen a la Herr Fontane und Frau von Rohr, die letzte Zieten-Tochter, stecken. Die Zeitreise startet an der von ihr geschaffenen Künstlerbank. Die steht in Ganzer dort, wo auch Fontane gesessen haben könnte, als er den kleinen Ort in seinen „Wanderungen“ erwähnte. Für Katrin Mason Brown ein Grund mehr, sich mit der Historie des Ortes zu befassen, in dem sie nun seit langen Jahren lebt. „Ich finde das spannend“, sagt sie über den Fakt, dass neben Fontane auch Königin Luise und der junge Fritz in Ganzer weilten. Das alles verarbeitet sie in ihren Bildern, die nun in der Siechenhauskapelle hängen. Dass ihr das Dekorative, Ornamentale liegt, gibt sie gern zu. Gleichwohl reizt sie auch die Skulptur, wie man aus dem gezeichneten Rundumspaziergang um die Prinzessinnen-Gruppe aus Friederike und Luise sieht: hier stand eine berühmte Skulptur Schadows Pate.

Von Regine Buddeke

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