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Katrin Wagners „Marmelo“-Manufaktur

Rheinsberg Katrin Wagners „Marmelo“-Manufaktur

Streuobstwiesen,Obstbaumalleen – die Früchte sind viel zu schade zum Vergammeln, findet Katrin Wagner. Viele Obstbauern und Sammler beliefern sie mit Obst aus Ruppin. Katrin Wagner macht daraus leckere Fruchtaufstriche, die mehr und mehr Abnehmer finden, auch überregionale Gourmet-Läden zählen zu ihren Kunden.

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In ihrem kleinen Hofladen experimentiert Katrin Wagner .

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Der Ritterschlag kam unverhofft – aber verdient. Die Wahl-Rheinsbergerin Katrin Wagner hat im Mai gemeinsam mit Cornelia Lambriev-Soost in Rheinsberg das kulinarische Festival „Solanum“ ins Leben gerufen – die Premiere war gut besucht und wurde von den Ausstellern und Besuchern dankbar angenommen. Die beiden Akteurinnen haben gerade dafür in Potsdam den Innovationspreis des IHK-Wettbewerbs „Region Zukunft“ entgegennehmen dürfen. Katrin Wagner erfüllt das mit Stolz und gibt ihr die Gewissheit, auf gutem Wege zu sein. Schon im Mai wurde der Wunsch laut, das Festival zu etablieren.

Katrin Wagner kam nicht von ungefähr auf die Idee, die leckeren und gesunden Produkte der Region in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Lange Zeit hat sie in Berlin in einer Patisserie gearbeitet. „Vom Kuchen bis zur Hochzeitstorte war alles handgemacht“, erzählt sie. Auch feine Marmeladen gehörten zum Sortiment. Die Idee behielt sie im Kopf.

Fruchtmus, Karamellcremes, pikante Confits

2013 zog es Katrin Wagner aufs Land. Sie siedelte um nach Rheinsberg, wo sie schon nach kurzer Zeit erkannte, welch großes Potenzial an kleinen Erzeugern es in unmittelbarer Umgebung gibt. Wie viele Obstbaumalleen und Streuobstwiesen nur darauf warten, abgeerntet zu werden. Und wie viele Menschen wie sie selbst, die Worte wie bio, regional, saisonal und nachhaltig ernst nehmen und zur Firmenphilosophie machen. Alles Leute, für die das Solanum-Festival gedacht ist. Was die Grüne Woche im Großen tut, bewirkte „Solanum“ im regionalen Fokus.

Einmal durchprobieren

Einmal durchprobieren: der „Marmelo“-Stand beim „Solanum“-Fest.

Quelle: Regine Buddeke

Mittendrin auch die Produkte von Katrin Wagner, die sich seit ihrem Umzug nach Rheinsberg mit ihrer Manufaktur „Marmelo“ auf raffinierte Fruchtaufstriche, saftig-blumige Fruchtmuse, feinwürzige Karamellcremes, pikante Confits und seit neuestem sogar auf vegane Curds – ohne Butter und Eier – verlegt hat, die sie allesamt nach den Slow-Food-Richtlinien „gut, sauber und fair“ herstellt. Dabei setzt sie auf kreativen Komponenten-Mix aus Obst, Gewürzen, Blumen oder Nüssen: Himbeer-Limette, Heidelbeer-Kokos, Birne-Kardamom-Safran, Himbeere-Rose, Kirsche-Schoko, Grapefruit-Vanille, Feige-Walnuss. Das klingt nicht nur lecker, es schmeckt auch so. Katrin Wagner experimentiert gerne stundenlang, bis die schnelle Rezeptidee auch so ausgewogen schmeckt, wie sie es sich vorstellt. Und darüber hinaus auch optisch anmacht.

Mehr Gäste kommen in den Laden

„Ich versuche mich gerade an weißen Johannisbeeren – da habe ich noch keine Lösung gefunden“, gesteht sie. Die Früchte seien zwar köstlich und vielseitig kombinierbar – sehen aber im Glas einfach nach nichts aus. Das ist ihr aber wichtig: „Das Auge isst mit.“ Deshalb legt sie auch Wert auf ein ansprechendes, professionelles Layout der Beschriftung der süßen Gläschen. „Die sollen auf dem Frühstückstisch gut aussehen.“ Katrin Wagner setzt bei ihren Etiketten auf eine klare, einfache Gestaltung – die wie ihre Produkte durch eine leuchtende Hintergrundfarbe, gemixt mit einem spannenden Kontrastelement, ins Auge fällt. Das kommt gut an – Katrin Wagner freut’s. Sie hat in diesem Jahr weit mehr Gäste in ihrem kleinen Laden direkt am Rheinsberger Kirchplatz gezählt, als im Jahr davor. „Vielleicht der politischen Situation geschuldet – viele machen Urlaub im Lande“, mutmaßt sie. Und wer erst einmal seiner Neugier folgt und durch den Torbogen des Ackerbürgerhauses bis in den „Marmelo“-Hof geschritten ist, kann sich ob der Auswahl kaum entscheiden.

„Manche Leute denken, dass ich den ganzen Tag in der Küche stehe und bedauern mich“, sagt sie und schmunzelt. Dem ist natürlich nicht so. „Kochen nimmt etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit ein. Marketing und Vertrieb ein weiteres Drittel. Und der Rest geht fürs Experimentieren und andere Projekte drauf“, sagt sie. Etwa im Mai für Solanum. Immer wieder beteiligt sich Katrin Wagner an Events wie Schlemmer- und Weihnachtsmärkten, Messen wie Stadt-Land-Food, dem Brandenburgischen Manufakturentag oder dem 1. Nachhaltigkeits-Tag der Preußenquelle Rheinsberg im Oktober. Nicht nur, um ihre Produkte zu bewerben, sondern auch, um Netzwerke zu pflegen, Gleichgesinnte zu treffen, passende Kooperationspartner zu akquirieren, Erfahrungen auszutauschen.

Zeit zum Selbstpflücken

Nachdem sie in der Startphase noch mit Kostproben durch Berliner Läden tingeln musste, hat sich mittlerweile eine Eigendynamik entwickeln. „Heute kommen die Geschäfte schon auf mich zu“, sagt sie. Damals hieß es noch: im Netz passende Partner suchen, Gläser einpacken, hinfahren, kosten lassen – die meisten waren schnell überzeugt. Jetzt finden sich die feinen Früchtchen sogar in Berlins Kult-„Markthalle IX“. „Da ist genau mein Publikum: kritisch, neugierig, bewusst“, sagt Katrin Wagner. Daneben beliefert sie auch diverse Online-Shops, die sich auf Feinkost, Natur- und Gourmet-Produkte spezialisiert haben. Zeit zum Selbstpflücken an Obstalleen bleibt ihr über all dem nicht. „Eine romantische Vorstellung, aber leider nicht machbar“, sagt sie und bezieht ihre Zutaten von Obstbauern oder auch Hobby-Gärtnern der Region. Zumindest den Pfirsichbaum in ihrem Hof hat sie gerade selbst abgeerntet. Die duftenden Früchte warten schon im Korb darauf, mit anderen vermählt im Glas unter die Haube zu kommen.

Info: „Marmelo“ findet man in der Kirchstraße 16, Rheinsberg. Oder unter www.marmelo-manufaktur.de.

Von Regine Buddeke

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