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Kehrberger Wunderknabe in der Bibliothek

Lesung in Wittstock Kehrberger Wunderknabe in der Bibliothek

Der heimatkundliche Forscher Hans Serner aus der Prignitz liest am Mittwoch aus dem Buch „Das Kehrbergische Wunderkind“. Der Ort der Lesung, Wittstock, ist nicht zufällig gewählt.

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Das Wunderkind von Kehrberg ist am Mittwoch Thema in Wittstock.

Quelle: Privat

Wittstock. Hans Serner, heimatkundlicher Forscher aus der Prignitz, liest aus „Das Kehrbergische Wunderkind - Dokumentation einer Tragödie“ am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Grünen Salon der Bibliothek im Kontor Wittstock.

Das Kehrbergische Wunderkind, Johann Ludwig Hohenstein (1731-1736), ist der jüngste Wunderheiler der Prignitz und der bis heute berühmteste Kehrberger. Seine Geschichte ist die Geschichte vom Aufeinanderprallen zweier Tragödien. Der des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und der eines dreieinhalbjährigen Schmiedssohnes aus der Prignitz.

Beide weithin berühmt. Der eine bis heute verkannt, der andere berühmt aufgrund eines Volksglaubens. Als 7. in Folge geborener Sohn stand er in dem Ruf, durch bloßes Streichen mit den Händen Wunden und Krankheiten heilen zu können. Durch den kleinen Johann Ludwig Hohenstein wurde das kleine, verborgene Prignitzer 200-Seelen-Dorf Kehrberg weithin bekannt. Täglich suchten ca. 400 Bedürftige aus allen Himmelsrichtungen Hilfe bei dem Kind. Es kursierten Flugblätter und Legenden von dem Kind weit über die Grenzen Preußens hinaus.

Nachdem die zuständigen Medizinal-Beamten dem Preußischen Ober-Collegium Medicum über das Treiben berichtet hatten, ließ König Friedrich Wilhelm I. von Preußen den Fall umgehend untersuchen und die Familie zu Verhören im September 1734 in Berlin inhaftieren. Der damalige Prignitzer Kreisarzt Dr. Adamus Spies aus Wittstock veröffentlichte die erste seriöse Publikation zu dem jüngsten Wunderheiler der Prignitz, dieser fand aber auch Eingang in Geschichts- und medizinische Werke sowie ins damalige Universallexikon.

Der bis heute berühmteste Kehrberger stirbt 1736 in Berlin, fünfjährig. Es ist eine sehr anrührende, bewegende Geschichte, die sich jederzeit wiederholen kann; spannend wie ein Krimi.

Die Publikation von Hans Serner ist die erste umfassende und von Fehlern und Klischees bereinigte Betrachtung des Falles – wer sich für den Kehrberger Wunderknaben interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Der Ort der Lesung ist nicht zufällig gewählt, da im Schicksal des Kehrbergischen Wunderknaben mehrere Bezüge zu Wittstock zu finden sind, auf die Hans Serner speziell eingehen wird.

Tickets: Eintritt kostet 5 Euro. Vorbestellungen sind möglich in der Bibliothek unter  03394/42 94 00.

Von MAZonline

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