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Ostprignitz-Ruppin Kein Platz für AfD-Landratswahlkampf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kein Platz für AfD-Landratswahlkampf
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00:28 30.03.2018
Petra Hentschels Besuch in Wittstock wohnte nur eine kleine Gruppe von Wittstockern bei. Quelle: privat
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Wittstock

Nachdem die Alternative für Deutschland (AfD) ihre Wahlkampfveranstaltung um den Landratsposten schon nicht im Wittstocker Rathaus abhalten durfte, sollte diese am Montagabend in einem Wittstocker Lokal stattfinden. Die Organisatoren um die Kandidatin Petra Hentschel waren sehr darauf bedacht, den Ort der Veranstaltung nur Interessierten mitzuteilen, die sich telefonisch erkundigten.

„Bei Anrufen mit unterdrückter Nummer sind wir schon skeptisch“, erklärte Burkhard Thormann vom AfD-Kreisverband Ostprignitz-Ruppin. Die Vorsicht sei begründet, wie Thormann betonte. Dabei verwies er auf Vandalismus von AfD-Gegnern, den beispielsweise ein Hotel in Wittenberge vergangenen Sommer ereilt hatte. In dem Hotel hatte eine Veranstaltung der Partei während des Bundestagswahlkampfs stattgefunden. Aus Rücksicht auf die Gastronomen hatte die AfD in der Vorankündigung für Wittstock den Veranstaltungsort offen gelassen.

Wirtin wollte keine politische Veranstaltung

Als sich am Montagabend einige Interessierte nach der Veranstaltung erkundigten, verneinte die Wirtin, dass diese bei ihr stattfinden würde. „Es ist lediglich ein Tisch für sechs Personen gebucht worden“, sagte sie. Für Wahlkampf der AfD gebe es in ihrem Haus keinen Platz.

Was die Wirtin als mögliches Missverständnis mit AfD-Sprecher Michael Nehls zu erklären versuchte, hatte in den Augen von Burkhard Thormann womöglich eine andere Ursache. „Wer weiß, wer hier vorher noch angerufen hat“, sagte er. In Fehrbellin habe es vergangenen Sommer einen ähnlichen Fall gegeben. Dort sei eine AfD-Wahlkampfveranstaltung spontan vom Gastronomen abgesagt worden. Mit der Begründung, er sei bedroht worden.

Nur drei Wittstocker blieben übrig

Von etwa acht Interessierten schlossen sich zuletzt noch drei an, um Petra Hentschel in eine andere Gaststätte zu folgen und mit ihr in „gemütlicher Runde“ ins Gespräch zu kommen. „Das ist wie 1989, als wir vom ’Neuen Forum’ durch die Stasi bespitzelt wurden“, schimpfte einer der Besucher. Damals sei er auf die Straße gegangen, um eine Veränderung zu erreichen. Aus demselben Grund sympathisiere er nun mit der AfD. „Den anderen Parteien vertraue ich einfach nicht mehr“, begründete der Wittstocker. Im Übrigen habe er nichts gegen Flüchtlinge und Ausländer, sofern sie tatsächlich aus Kriegsgebieten kommen würden und Zuflucht suchen würden. Auch gegen Migranten, die sich der deutschen Gesellschaft anpassen und eine Arbeit suchen würden, sei nichts zu sagen.

In ihren Gesprächen betonte Petra Hentschel, wie wichtig ihr der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis sei. „Zu Stoßzeiten könnte die Bahn zumindest im 30-Minuten-Takt fahren“, forderte die Neuruppinerin, die selbst Jahre lang in Wittstock gearbeitet hatte. Gespräche mit Bus und Bahn sollten unter Einbeziehung der Bevölkerung und örtlicher Unternehmen stattfinden.

Weiterhin wolle die Landratskandidatin im Fall ihrer Wahl Familien steuerlich entlasten und ein Begrüßungsgeld zahlen. Dem Neubau von Windkraftanlagen erteilte sie eine Absage und forderte, dass Grenzwerte höher eingestuft werden müssten.

Von Christian Bark

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