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„Kein Soldat geht unvorbereitet in den Einsatz“

Karriere bei der Bundeswehr „Kein Soldat geht unvorbereitet in den Einsatz“

Michel Stahr ist Oberleutnant zur See und in knapp zehn Jahren viel herumgekommen bei der Bundeswehr. Unter anderem war er zwei Mal im Mittelmeer im Einsatz. Sein Wissen über die Chancen und Herausforderungen beim Militär gab er vergangene Woche im Biz Neuruppin an Interessierte weiter.

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Michel Stahr ist seit 2006 bei der Bundeswehr.

Quelle: Foto: Mischa Karth

Neuruppin. Kickboxen, Snowboarding, Bogenschießen – in seiner Freizeit setzt Michel Stahr auf Bewegung. Beruflich ist der 29-Jährige für die Bundeswehr unterwegs. Wobei er nach knapp zehnjähriger Zugehörigkeit zur Marine und wechselnden Einsatzorten mittlerweile einen festen Hafen in Neuruppin gefunden hat. Dort klärt der Oberleutnant Interessenten über eine Karriere bei der Bundeswehr auf.

Im Biz Neuruppin sprach Michel Stahr in der vergangenen Woche vor 15 Teilnehmern. „Sie sollten auf jeden Fall eine gesunde Grundeinstellung zum Sport haben“, erklärte Stahr gleich zu Beginn des Vortrags. „Jedes Jahr müssen unsere Soldaten an einem Basis-Fitness-Test teilnehmen.“ Das diene nicht der Schikane, sondern der Absicherung für den Ernstfall. Aber auch bei normalen Einsätzen, wie sie die Bundeswehr seit einigen Jahren verstärkt im Ausland durchführt, könnten die klimatischen Bedingungen eine größere Fitness erfordern. „Im Mittelmeer haben sie im Hochsommer 40 Grad und mehr“ berichtete Stahr.

Physische und psychische Belastungen

Neben den physischen kämen die psychischen Belastungen hinzu. „Ich war viereinhalb Monate im Mittelmeer eingesetzt. Das ist eine Zeit, in der man seine Familie nicht sieht und auch nicht jeden Tag mit ihr telefonieren kann“, so Stahr. Entsprechend wichtig sei es, um den Rückhalt der Angehörigen gerade in Einsatzzeiten zu wissen.

Die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen müssen bereits jene Soldatinnen und Soldaten zeigen, die sich für einen längeren freiwilligen Wehrdienst melden. „Auslandseinsätze sind ab dem 12. Monat möglich“, so Stahr. Allerdings komme dies nur in sehr selten Fällen vor. „Ich habe Kollegen, die sind seit 15 Jahren bei der Bundeswehr und waren noch nie im Ausland eingesetzt.“

Zahlen zur Bundeswehr

177 000 Soldaten bilden die Streitkräfte der Bundeswehr, zu denen neben Heer (59 300), Luftwaffe (28 300) und Marine (16 000) auch Zentraler Sanitätsdienst und Streitkräftebasis zählen.

19 400 Angehörige der Bundeswehr sind Soldatinnen. Das entspricht einem Anteil von knapp elf Prozent.

80 000 zivile Mitarbeiter bilden darüber hinaus die Bundeswehrverwaltung.

Neben klassischen Karrieren wie bei der Infanterie oder als Sanitäter werden mittlerweile vermehrt IT-Fachkräfte und Technikspezialisten gesucht. Je nach Schulnoten und -abschluss kommen verschiedene Laufbahnen in Frage. So erhalten Unteroffiziere eine Ausbildung, Offiziere ein Studium. Michel Stahr hat einen Masterabschluss in Bildungs- und Erziehungswissenschaften gemacht. Studiert hat er an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. „Das Berufsspektrum bei der Bundeswehr ist unglaublich breit“, sagte Stahr, „sei es der Elektroniker an Bord, sei es der Protokollsoldat, der bei Staatsakten präsent ist. Wer die körperliche Herausforderung sucht, wird zum Beispiel bei den Gebirgsjägern fündig.“

Vorstrafen und Drogenkonsum als Ausschlusskriterien

Zweifelsohne sei der Dienst bei der Bundeswehr auch „mit Risiken verbunden.“ Stahr versicherte, „dass wir keinen Soldaten unvorbereitet in den Einsatz schicken.“ Wichtig sei es, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Die Führungsverantwortung nehme mit steigendem Dienstgrad zu. Für alle Interessenten gelte, dass sie bereit sein müssten, die demokratisch-freiheitliche Grundordnung zu verteidigen. „Wir schreiben kein Parteibuch vor“, so Stahr. Doch Menschen am äußeren linken und rechten Rand seien keine geeigneten Kandidaten für die Bundeswehr. Weitere Ausschlusskriterien: Vorstrafen, Drogenkonsum, oder fehlende körperliche Voraussetzungen. „Das Mindestalter beträgt 17 Jahre, in dem Fall wird noch das Einverständnis der Eltern benötigt. Die Betreffenden müssen mindestens 1,55 Meter groß sein und wenigstens 50 Kilo wiegen“, erklärte der Offizier.

Stahr betonte, dass sich die Öffnung der Bundeswehr für Frauen für alle Bereiche seit 2001 bewährt habe. Es gelte eine „absolute Gleichberechtigung“. Mittlerweile strebe man einen Frauenanteil von 15 Prozent an.

Von Mischa Karth

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