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Ostprignitz-Ruppin Kein Weg ist der Paketbotin zu schwer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kein Weg ist der Paketbotin zu schwer
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23:59 26.02.2018
Wieder niemanden angetroffen. In Katerbow hinterlässt Heike Dietz eine Nachricht und „parkt“ das Paket. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
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Neuruppin

Um die 21 Mitarbeiter vom Neuruppiner Ruppex Kurierdienst wuseln kurz nach acht auf dem Hof in der Gildenhaller Allee umher. Soeben ist ihr Laster wieder aus Oranienburg zurück, voll beladen mit Paketen. „1 700 Stück sind es im Schnitt täglich, die wir abholen und dann bis nach Wittstock und Neustadt verteilen“, sagt Stefanie Schubert. Seit 2006 ist sie Sub-Unternehmerin von Hermes.

Ihre Stellvertreterin Heike Dietz, die seit zehn Jahren zum Team gehört, steht ihr zur Seite. Mit den Kollegen sortiert diese erstmal jedes einzelne Paket, das übers Fließband rollt, nach Zustellernummern. „67 steht für das Depot in Oranienburg, 35 für Neuruppin. Für uns ist die Unterzelle wichtig, die Endziffer. Sie zeigt das Zielgebiet an“, erklärt Schubert. Heike Dietz packt ihre Fuhre in ihren Lieferwagen, benannt nach ihrem Plüschlöwen Leo, der auf der Ablage hockt. Dann holt sie Scanner und Lieferliste und sprintet los gen Innenstadt.

Von Fliegengewichten bis schweren Lasten

„Zuerst fahre ich die Shops an. Die Ware muss stets bis 16 Uhr dort sein“, sagt die gebürtige Wittstockerin, die jetzt in Lindow wohnt. Im Otto-Laden wird sie herzlich begrüßt. Man kennt sich nach zehn Jahren Zusammenarbeit. Die Pakete wechseln die Ladentheke. Drei bleiben dort, 50 Retouren werden ins Hermes-Auto geladen. Allesamt Fliegengewichte. Das sei nicht die Regel, versichert Heike Dietz: „31,5 Kilo Gewicht sind die Obergrenze.“ Puh, nicht gerade leicht. Genauso wenig wie vor dem Lotto-Laden in der Neuruppiner Karl-Marx-Straße einen Parkplatz zu ergattern. „Bleibt nur wie so oft in zweiter Reihe vor der Tür zu parken“, sagt Dietz und erzählt von einem Vorfall neulich. Ein Autofahrer hatte sie wüst beschimpft, weil er nicht schnell genug vorbeikam. Doch was soll sie denn tun, wenn sie schwere Retouren-Pakete wie große Feuerschalen in den Lieferwagen wuchten muss?

Mehr Rücksicht würde sie sich wünschen, sagt Heike Dietz in ihrer ruhigen Art auf dem Weg von Neuruppin nach Katerbow. Wenig scheint sie, aus der Fassung zu bringen. Bellende Hunde gehören auch nicht dazu. Diese begegnen ihr täglich. Für alle Fälle hat die gelernte Tierpflegerin eine Dose Leckerlis auf dem Beifahrersitz dabei, die auf den ersten Blick wie Fruchtgummis für Kinder aussehen. Der plüschige Neufundländer einer bekannten Kundin in Katerbow bekommt zwei ab, der kleine Kläffer am Dorfeingang von Rägelin nicht. Hinter diesem liegt sein großer Kumpel. Seelenruhig. „Ach, der ist schon alt“, weiß Heike Dietz.

Sie kennt ihre Pappenheimer und Hunde

Die besonnene Frau kennt ihre Pappenheimer, wie sie oft betont, oder besser gesagt ihre Hunde. Generell dürfe sie keine Grundstücke betreten, wenn dort ein Schild mit „Vorsicht Hund“ angebracht sei. „Anordnung der Chefin“, erklärt Dietz. „Ich klingele und warte am Gartenzaun, dass der Kunde rauskommt.“ Die Zustellerin wurde schon mal gebissen: „Von einem Dackel in die Wade.“

Arbeitsunfälle dieser Art gäbe es einige, sagt die Chefin Stefanie Schubert – und andere Widrigkeiten: „Wir ärgern uns über nicht beleuchtete Hausnummern oder nicht beschriftete Klingelschilder.“ Und mit Kunden, die wiederholt nicht anzutreffen sind und bei denen keine Nachbarn Sendungen entgegen nehmen können oder wollen, ergänzt Heike Dietz: „Eine Hinterlegungsvollmacht wäre die Lösung. Kunden beantragen sie auf der Internetseite von Hermes und nennen einen Abstellort, Garage, Laube, Terrasse.“ Bei der nächsten Adresse in Netzeband darf Heike Dietz das Päckchen sicher im Abstellraum „parken“, nachdem niemand geöffnet hat. In Rägelin wiederum nimmt ein Nachbar die Sendung entgegen und Heike Dietz hinterlässt eine Benachrichtigung.

Aufgeweichte Schotterpisten sind Hindernisse

Über eine Schotterpiste fährt die Zustellerin in den Wald hinein zum abseits gelegenen Forsthaus. Der Boden wird sandiger. An diesem Tag scheint die Sonne, es ist trocken. „Wenn es aber regnet, ist der Weg sehr aufgeweicht und schwieriger zu befahren. Wasser sammelt sich in den Löchern“, erzählt Heike Dietz, da sei es hilfreich, dass sie an dieser Adresse Sendungen deponieren darf. Immerhin spielt Zeit bei ihr eine große Rolle. An manchen Tagen legt sie 150 Kilometer auf einer Tour zurück und ist dafür bis abends unterwegs. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hätten die Pakete zugenommen, sagt sie, was sie nicht schlimm fände: „Sie auszuliefern ist schließlich mein Job.“ Und diesen macht sie sehr gern.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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