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Kein Zwangsurlaub für Kita-Personal

Wusterhausen Kein Zwangsurlaub für Kita-Personal

Die Gemeinde Wusterhausen wollte ihrer Kita in Wusterhausen ab 2017 eine Sommerpause verordnen. Vorteil für die Gemeinde: In der Zeit, in der sowieso viele Kinder mit ihren Eltern im Urlaub sind, muss auch das Kita-Personal seinen Urlaub machen. Die Gemeindevertretung lehnte diesen Vorstoß aber ab.

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Der Betrieb in der Kita Wusterhausen soll auch künftig das ganze Jahr über laufen.

Quelle: André Reichel (Archiv)

Wusterhausen. In der Großgemeinde Wusterhausen wird es auch künftig keine einheitlichen Schließzeiten der drei Kindertagesstätten in den Sommerferien geben. Der Antrag der Fachgruppe Innere Verwaltung/Bildung und Soziales ab 2017 eine vierzehntägige Pause nacheinander für alle vorzuschreiben, ist am Dienstag deutlich gescheitert. Nur fünf Gemeindevertreter votierten dafür, 10 dagegen. Der Beschluss hatte ausschließlich auf die Kita „Regenbogen“ in Wusterhausen abgezielt. Die „Krümelkiste“ in Lögow und die „Parkspatzen“ in Nackel sind bereits abwechselnd zwei Wochen geschlossen. Nun wolle man alle gleich behandeln, so Hauptamtsleiter Jürgen Gottschalk.

Personal sollte zeitgleich Urlaub nehmen

Er sah ferner Notwendigkeit zur „konzentrierten Abgeltung des Urlaubsanspruchs des Personals“ in Zeiten mit weniger Kita-Kindern. Auch sollte so einem überdurchschnittlichen Krankenstand entgegen gewirkt werden. Schließlich brauche die Verwaltung außerdem ausreichend Zeit für Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Und dann denke man natürlich an das Wohl jener Kinder, die ansonsten übers Jahr ununterbrochen die Tagesstätte besuchen müssten.

Um jedes dieser Argumente hatte es in den vergangenen Wochen reichlich Diskussionen gegeben. Eltern liefen fast ausnahmslos Sturm gegen das Vorhaben. Die Erzieherinnen sahen keinen Bedarf. Fachausschüsse waren sich uneinig. Während der Kultur- und Sozialausschuss dafür war, sah es im Haupt- und Finanzausschuss anders aus. Hier gab es mit drei Ja-Stimmen, bei einmal Nein und zwei Enthaltungen zwar auch eine Beschlussempfehlung - das war am 28. Juni - doch deutete sich schon da an, dass die Gemeindevertretung das ganze Vorhaben kippen könnte.

Druck von Eltern auf Gemeindevertreter

„Der Druck von den Eltern auf uns ist seitdem unheimlich gestiegen“, sagte Wolfgang Kamphausen (UWG) während der Sitzung am Dienstag. Zum letztlich klaren Abstimmungsergebnis dürfte wesentlich die Fraktion der Linken beigetragen haben. „Wir werden nicht zustimmen“, hatte Petra Buschke erklärt und die sehr ausführliche Begründung Helga Kuball überlassen.

Die nahm sich Punkt für Punkt die Dafür-Argumente aus dem Rathaus vor. Zunächst beantwortete sie sich die selbst gestellte Frage, wessen Willen zuvorderst zu erfüllen sei. Die Verwaltung erbringe mit der Betreuung der Kinder eine Dienstleistung, für die Eltern bezahlten. Also hätten deren Wünsche Vorrang. Was in Lögow und Nackel praktiziert würde, müsse die Wusterhausener nicht interessieren. Dass sich so der Krankenstand senken ließe, sah Kuball ebenfalls nicht. Die Urlaubspflicht für Erzieherinnen bedeute außerdem eine Benachteiligung von deren Ehepartnern, die sich nach den Urlaubsplänen in ihren Firmen zu richten hätten. Schließlich: „Sanierungsarbeiten dürften kaum in jedem Jahr zwei Wochen ausfüllen, ein Beschluss der Neuerung würde aber immer gelten“, so die Frau aus Bantikow.

Alles bleibt beim Alten

Fazit: Alles bleibt im „Regenbogen“, wie es ist. Der Vorschlag von Marco Schimpke (Bürger für Bürger), die Vorlage noch einmal in den Ausschüssen diskutieren zu lassen, hätte das verhindern können. Sein Antrag wurde abgelehnt. Geredet habe man lange genug, sagte Bürgermeister Roman Blank. Astrid Hohmann, (Ländlicher Raum, Vorsitzende der Gemeindevertretung), sah das ebenso.

Von Wolfgang Hörmann

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