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Keine Party mehr im Hangar 312 in Neuruppin

“Falsch angefangen und schnell aufgehört“ Keine Party mehr im Hangar 312 in Neuruppin

Gut zwei Jahre hat Frank Hartmann für sein Projekt eines Party-Hangars auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz gekämpft. Nun hat der Handwerker, inzwischen 59, aufgegeben und die ehemalige Garage für Militärflugzeuge verkauft. Der neue Besitzer hat ganz andere Pläne für den einstigen Unterstand.

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Frank Hartmann machte gestern zum letzten Mal den geplanten Party-Hangar 312 auf dem einstigen Flugplatz sauber.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Frank Hartmann hat die Pläne für einen Party-Hangar auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz endgültig begraben. Dabei ist der 59-Jährige weiterhin davon überzeugt, dass so ein Angebot in der Fontanestadt durchaus sinnvoll wäre. „Kulturell ist Neuruppin doch für die Jugend ein totes Nest“, sagte Hartmann am Dienstag – und schwang den Besen. Denn am Abend stand die Übergabe an den neuen Besitzer Christian Juhre an. Er will den Hangar künftig als Garage nutzen.

Einmalige Atmosphäre im Hangar

„Ich habe falsch angefangen und musste schnell wieder aufhören“, sagte Hartmann. Dabei ging es nach dem Kauf des Hangars 312 vom Land Brandenburg ganz gut los. Zu den Übertragungen der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 waren rund 400 Neugierige in den Hangar gekommen, doppelt so viele wie zu den Übertragungen in der Pfarrkirche. Auch die Gäste, die zum Konzert der Berliner Band „Die Männer“ oder zur musikalischen Lesung von Schauspielerin Fritzi Haberlandt beim Aequinox-Festival in den Hangar 312 gekommen waren, hätten sich begeistert von der Atmosphäre gezeigt, so Hartmann. Aber die Stadt- und die Kreisverwaltung hätten „alles getan, um das Projekt zu verhindern“.

Die Probleme hatten begonnen, als Hartmann bei der Bauaufsicht des Landkreises beantragte, die einstige Flugzeuggarage für drei Jahre als Veranstaltungsort zu nutzen. Denn da sich der Kreis nicht imstande sah, über den Antrag so schnell zu befinden, dass die Lesung mit Fritzi Haberlandt im Hangar stattfinden kann, wandelte Hartmann seinen Antrag um und beantragte zunächst eine einmalige Genehmigung. Das klappte, die Veranstaltung des Aequinox-Festivals war gerettet. Doch auf eine Entscheidung zu seinem Antrag für eine dauerhafte Nutzung des Hangars musste Hartmann monatelang warten.

Eklatanter Fehler von der Landestochter

Dabei tat sich auch die Stadt Neuruppin schwer. Sie verwies auf Anwohnersorgen aus der benachbarten Musikersiedlung. Einige Anwohner befürchteten eine Lärmbelästigung, wenn in dem Hangar Konzerte stattfinden. Deshalb sollte zunächst ein Lärmgutachten erstellt werden. Von dieser Forderung wurde zwar wieder abgesehen – vermutlich, weil es sich um ein Gewerbegebiet handelt und der Lärm der Autos auf der benachbarten B 167 viel stärker ist als die Musik, die durch die riesigen Stahltore des Hangars nach draußen dringen könnte. Doch dafür gab es andere Probleme: Erst wollte der Kreis von einem anerkannten Prüfingenieur Berichte zur Standsicherheit des Hangars und zur „Feuerwiderstandsdauer der tragenden und aussteifenden Bauteile“. Dann stellte sich auch noch heraus, dass der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) beim Verkauf mehrerer Parzellen auf dem einstigen Flugplatz ein eklatanter Fehler unterlaufen war: Denn die Landestochter BBG war davon ausgegangen, dass die Flächen bereits auf Munitionsbelastung geprüft wurden. Das war jedoch nicht der Fall. Deshalb ist gerade eine Spezialfirma dabei, die noch nicht geprüften Flächen nach und nach unter die Lupe zu nehmen.

Frank Hartmann interessiert das nicht mehr. Der Handwerker ist froh, mit „einem blauen Auge“ von seinem Ausflug ins Veranstaltungsgewerbe davon gekommen zu sein. Es hätte ihn aber gefreut, wenn er mehr Unterstützung für sein Projekt eines Party-Hangars bekommen hätte. Schließlich hätte der sich auch als Veranstaltungsort für Bands aus der Region angeboten. Viele der Musiker vermissen derartige Möglichkeiten. Gibt es doch seit Jahren nicht mal mehr eine Kneipenmeile in Neuruppin.

Von Andreas Vogel

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