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Keine neuen Parkplätze

Neuruppin Keine neuen Parkplätze

Soll Neuruppin einen Teil des Braschplatzes in der Innenstadt für Parkplätze opfern? Seit die Idee aufkam, wird sie heftig diskutiert. Jetzt hat der Bauausschuss dagegen gestimmt. Dass sich am Parken etwas ändern muss, ist trotzdem klar. Nur wie soll das aussehen? Und was tut die Stadt für Radfahrer und Fußgänger?

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Rund um den Neuruppiner Braschplatz dürfen Autos schon jetzt parken. Pro Ruppin wollte parallel dazu eine zweite Parkreihe unter den Bäumen schaffen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Auf dem Neuruppiner Bernhard-Brasch-Platz entstehen vorerst keine weiteren Parkplätze. Der Bauausschuss der Stadt hat sich am Donnerstag klar dagegen ausgesprochen. Die Abgeordneten waren sich im Grunde aber einig, dass das Parken in der Innenstadt oft ein Problem ist. Baudezernent Arne Krohn schlug deshalb vor, die gesamte Verkehrssituation in der Neuruppiner Altstadt zu überprüfen. Dabei dürfe es nicht nur um Autofahrer gehen, sondern auch um Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr.

Die Idee zum Parken auf dem Braschplatz hatte die Fraktion Pro Ruppin aufgebracht. Sie hatte vorgeschlagen, den äußeren Bereich des Platzes unter den Bäumen dafür umzugestalten.

Rund um den Braschplatz gibt es schon jetzt Stellplätze. Aber die sind meist in miserablem Zustand, beklagte der Pro-Ruppin-Abgeordnete Andreas Dziamski. Weil die Parkflächen an drei Seiten des Platzes unbefestigt sind, bilden sich dort bei Regen Pfützen. Dziamski: „Unsere Fraktion hat einmal nachgezählt.“ Bei trockenem Wetter können etwa 200 Autos rund um den Platz parken, bei Regen manchmal nur 70.

Autos als Gefahr für die Bäumen

Mit einer zweiten Parkreihe unter den Bäumen könnten viele zusätzliche Stellplätze hinzugewonnen werden, so Dziamski. „Kein einziger Baum soll dafür weichen“, versicherte er. Und es sei auch nicht nötig, den Platz zu pflastern. Mit großen Steinen müsste lediglich ein Schutz für die Bäume angelegt werden, die Stellflächen könnten mit Kies, Splitt oder ähnlichem befestigt werden.

Das wäre für Pro Ruppin auch eine Chance, den Platz aufzuwerten, der zuletzt 1986 umgestaltet wurde. Vorher war er eine Staub- und Schlammwüste, ältere Neuruppiner erinnern sich noch. 1986 wurden Rasenflächen und Wege angelegt. Dziamski: „Seit dieser Zeit ist wirklich sehr, sehr wenig passiert.“

Siegfried Wittkopf (Linke) hält trotzdem nichts davon, dort Parkplätze anzulegen. Schon aus Gründen des Baumschutzes sei das gar nicht möglich. „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass durch die Baumschutzsatzung nicht die Autos geschützt werden sollen, sondern die Bäume“, räumte Wittkopf im Scherz ein. Auf den Baumscheiben dürfe nichts Schweres abgestellt werden.

Wie viele Parkplätze braucht Neuruppin?

Auch Krohn hält die Pro-Ruppin-Idee „für nicht realisierbar“. Die Stadt habe zum einen schon jetzt große Probleme mit Baumschäden. Zum anderen würde die Denkmalbehörde kaum zustimmen. Dass das Parken anders geregelt werden müsse, vermutet auch er. Das Bauamt hat nachgerechnet: Rund 2000 Parkplätze gibt es in der Innenstadt, für die Hälfte haben Anwohner Parkausweise. Bleiben 1000 Stellplätze übrig. Reicht das aus?

Genau das soll in den nächsten Monaten geprüft werden. Auch, wie und wo sich am Rand der Innenstadt Parkplätze schaffen ließen, und wie Fuß- und Radwege so gestaltet werden können, dass die Menschen bereit sind, ein paar hundert Meter zu Fuß zurückzulegen. „In anderen Städten ist das ganz selbstverständlich“, sagt Wittkopf: „Nur in Neuruppin funktioniert es nicht.“ Parkplätze wie der an der Ernst-Toller-Straße seien nicht attraktiv und werden deshalb wenig genutzt, räumte Krohn ein.

Dziamski fand die Idee, den Verkehr zu überprüfen, gut und zog den Plan für den Braschplatz zurück. Siegfried Pieper (SPD) warnte aber davor, bei künftigen Plänen alles an Autofahrern auszurichten: „Die Idee von der autofreundlichen Innenstadt ist selbst in den alten Bundesländern längst überholt.“

Von Reyk Grunow

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