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Ostprignitz-Ruppin Keine neuen Windräder bei Herzberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Keine neuen Windräder bei Herzberg
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00:18 04.09.2016
Planungsausschuss der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel beriet jetzt in Neuruppin über die veränderten Kriterien für den zweiten Entwurf des Regionalplans Wind. Quelle: Celina Aniol
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Neuruppin

Drei von 36 Windeignungsgebieten, die bislang im Entwurf des neuen Regionalplans für die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel geplant waren, fallen weg. Es handelt sich dabei um den Bereich zwischen Herzberg und Schönberg im Amt Lindow, die Flächen zwischen Baumgarten und Sonnenberg im Amt Gransee sowie zwischen der Stadt Perleberg und Schilde im Amt Bad Wilsnack-Weisen. Das sagte Ansgar Kuschel, Leiter der Regionalen Planungsstelle Prignitz-Oberhavel im Planungsausschuss, der gestern in Neuruppin tagte. Grund für den Rückzug aus diesen Gebieten seien „schwerwiegende Artenschutzkonflikte“, die nun auch vom Landesamt für Umwelt bestätigt wurden. Sprich: Der Schutz der Tiere sticht die Interessen der Windradbauer in diesem Bereich. Bei Herzberg wäre die Fläche laut Entwurf groß genug für etwa 20 Windräder gewesen. Die Kommune wehrt sich gegen die Errichtung der Anlagen (die MAZ berichtete).

Auch in anderen Gebieten werden Tierschutzkonflikte vermutet

Obgleich ebenfalls wegen Artenschutzes heftig umstritten, bleibt das Gebiet zwischen Beetz und Neuendorf in den Gemeinden Kremmen und Löwenberger Land vorerst im Entwurf. Dass dieser Bereich aufgrund von Tiervorkommen besonders geschützt werden soll, das habe das Landesumweltamt nicht bestätigt, berichtet Ansgar Kuschel. „Die Artenschutzkonflikte scheinen dort lösbar zu sein.“

Über weitere Gebiete, die aufgrund des Tierschutzes für die Regionalplaner als problematisch gelten, wird es in der kommenden Woche zwei Treffen mit dem Landesumweltministerium geben. Bei den Gesprächen wird es um die Bereiche Wittstock-Groß-Haßlow, Wernikow-Wulfersdorf bei Wittstock, Altlüdersorf-Zabelsdorf bei Gransee, den Wald am Autobahndreieck Havelland bei Staffelde sowie den ehemaligen Truppenübungsplatz Lehnitz gehen. Das Vorgehen der Behörden ist dabei laut Kuschel klar: „Sie schützen gesicherte Standorte der Tiere und nicht Verdachtsfälle, die vorsorglich gemeldet werden.“

Regionalplaner überlegen nun in alle Richtungen

Im Ausschuss präsentierte Ansgar Kuschel den Mitgliedern und den etwa 30 Gästen neben diesen Informationen auch Überlegungen zu dem zweiten Entwurf des Regionalplans, der bis Ende des Jahres stehen soll. Kuschel zeichnete vier verschiedene Szenarien, nach denen die Planer dabei vorgehen könnten. Die Möglichkeiten: Einschränkung des Windenergieausbaus auf ein absolutes Minimum, maximales Ausschöpfen des Raumpotenzials für den Windradbau, die Anwendung der im Juni von der Regionalversammlung beschlossenen neuen Abstandskriterien zwischen Häusern und Windkraftanlagen und die Integration von alten Windparks in den Plan, wenn sie weiter als 750 Meter von der nächsten Bebauung entfernt sind. Das vierte Szenario sieht ebenfalls den Einsatz dieser Änderungen vor. Allerdings sollen dabei auch noch die Leitlinien aufgeweicht werden und zum Beispiel der bislang proklamierte Mindestabstand von fünf Kilometern zwischen den Windparks fallen. Dadurch würden mehr alte Windkraftgebiete Teil des neuen Regionalplans werden. Im Gegenzug wollten die Regionalplaner dann auf einige neue Windeignungsgebiete verzichten. Der Ausschuss gab keine eindeutige Empfehlung, tendenziell stimmten die Mitglieder aber für eine der beiden letzten Lösungen. Diese sehen vor, dass am Ende zwischen 1,4 und 1,8 Prozent der Fläche der drei Landkreise als Windeignungsgebiete ausgewiesen werden. Bei Szenario vier würden Flächen zwischen Märkisch Linden und Neuruppin, die aus dem aktuellen Entwurf, der nun überarbeitet wird, rausgefallen sind, wieder integriert werden.

Von Celina Aniol

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