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Keiner will den Heinrichsfelder Teich

Kyritz Keiner will den Heinrichsfelder Teich

Neue Runde, neue Chance: Kommunen, können vom Land unentgeltlich Gewässer übertragen bekommen. Doch dieses Mal greift offenbar nicht jeder zu. Erst nimmt die Stadt Neuruppin von der Übernahme des Haussees bei Stöffin Abstand. Und jetzt lehnt auch die Stadt Kyritz ein Landesangebot ab: den Heinrichsfelder Teich. Das hat Gründe.

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Drei Stege gibt es in Heinrichsfelde. Sie alle sind nicht mehr sicher, drohen sogar einzustürzen.

Quelle: Matthias Anke

Heinrichsfelde. Erneut hat das Land Brandenburg Gewässer samt angrenzender Uferflächen von der Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) übertragen bekommen. Der Großteil wird, wie schon in den vergangenen Jahren, anliegenden Kommunen zur weitestgehend unentgeltlichen Übernahme angeboten. Zu dem neuen, 57 Gewässer umfassenden Paket gehört nun auch der Heinrichsfelder Teich. Es handelt sich um ein insgesamt rund neun Hektar großes Areal unweit des Flugplatzgeländes Kyritz-Heinrichsfelde. Doch die Stadt will dieses Gewässer nicht mal geschenkt bekommen.

Einstimmig einigten sich darauf zumindest bereits die Mitglieder des für die Stadtverordnetenversammlung in aller Regel weichenstellenden Hauptausschusses. Maßgeblicher Grund dafür, das Angebot des Landes abzulehnen, sind laut Bürgermeisterin Nora Görke nicht bezifferbare Folgekosten für die Bewirtschaftung. „So müssen unbedingt die maroden Steganlagen teilweise abgerissen beziehungsweise erneuert werden, da eine Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist“, informierte sie.

Pflicht zur Fischerei und Hege an dem Teich

Pächter des Heinrichsfelder Teiches ist der Landesanglerverband, und zwar noch bis Ende 2017 – laut einem Vertrag, der sich danach automatisch verlängert. Weil aber keine Regelung zu den Steganlagen besteht nicht, sei davon auszugehen, dass generell der Eigentümer in der Pflicht wäre. Zwei der drei Stege wären zu erneuern im Sinne einer fischereiliche Nutzung. Denn laut Brandenburgs Fischereigesetz sind Gewässer ab einer Größe von 0,5 Hektar fischereilich zu nutzen. Es gelte damit auch eine Hegepflicht.

Um die Bank herum wuchert es

Um die Bank herum wuchert es. Vom Teich ist nicht viel zu sehen.

Quelle: Anke

Zudem sei der Pflegeaufwand für die umliegenden Grün- und Waldflächen nicht zu unterschätzen. Und zuvor würden allein schon 2300 Euro als Grunderwerbssteuer bei einer Übertragung anfallen.

Auch dem Landkreis sei der Teich zur Übernahme angeboten worden. Der habe jedoch ebenso kein Interesse daran.

Furcht vor Folgekosten führen andernorts zur Ablehnung

Ähnlich ablehnend zeigte sich kürzlich bereits die Stadt Neuruppin hinsichtlich eines ihr aus diesem Gewässerpaket ebenso angebotenen Sees. Sie will den Haussee bei Stöffin vom Land ebenso nicht mal geschenkt bekommen (MAZ berichtete).

„Die Risiken sind unkalkulierbar“, erklärte Kämmerer Willi Göbke im Mai beim Haupt- und Finanzausschuss der Fontanestadt. In diesem Fall jedoch war wohl vorrangig maßgebend, dass in den See jahrelang Abflüsse aus dem Rinderkombinat sowie Kühlwasser aus der Brauerei geflossen sein sollen. Und daran, dass vor einer Übertragung zunächst das Land Altlasten beseitigt, glaubt keiner.

Bessere Angebote indes gab es für die Region noch im Jahr 2014. Brandenburg hatte 65 Seen für 3,74 Millionen Euro von der BVVG als Nachfolgerin der Treuhand erworben und davon damals 45 Gewässer den Kommunen angeboten. Seither gehören der Gantikower See der Stadt Kyritz und der Bauersee der Stadt Wittstock.

Jedoch werden nicht alle Gewässer, die das Land übernahm, weitergereicht, sondern sie verbleiben im Landeseigentum. Das betraf beispielsweise einen Teil des über 130 Hektar großen Dranser Sees. Hierbei kam es aber mit der Stadt Wittstock zu einem Nutzungsvertrag. „Wegen der vorrangigen Bedeutung für den Natur- und Gewässerschutz“, hieß es seinerzeit aus dem Finanzministerium.

Von Matthias Anke

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