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Kerry kriegt’s im großen Stil gebacken

Heiligengrabe Kerry kriegt’s im großen Stil gebacken

Der exklusive Betriebsausflug von MAZ und REG für Abonnenten führte die Teilnehmer in die Produktionsräume der Firma Kerry Ingredients im Heiligengraber Gewerbegebiet. Dort schauten sich die MAZ-Leser an, wie es 17 Produktionsarbeiter schaffen, jeden Tag 70 Tonnen Paniermehl herzustellen.

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In der Lebensmittelproduktion gelten strenge Hygienevorschriften. Kopfhauben und Kittel sind auch für Besucher Vorschrift.

Quelle: Peter Geisler

Heiligengrabe. Der Weg in die Produktion führt über die Hygiene-Schleuse. Dort schlüpft man in den Einweg-Kittel, stopft die Haare unter die Einweg-Mütze, ummantelt die Straßenschuhe mit Plastik-Füßlingen und desinfiziert sich die Hände. Schon vorher muss der Besucher allen Schmuck abgelegt und einen Fragebogen zur Gesundheit und Auslandsaufenthalten in letzter Zeit ausgefüllt haben. Die Hygiene- und Sicherheitsrichtlinien für Besucher sind streng. Nicht einmal Parfüm ist im Produktionsbereich von Kerry Ingredients in Heiligengrabe erlaubt, Kaugummis oder Getränke schon gar nicht. Die im Gewerbegebiet Heiligengrabe ansässige Firma mit Zentrale in Irland stellt Paniermehl her und veredelt es auch. 34 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

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Der zweite „Betriebsausflug“ führte langjährige MAZ-Abonnenten zur Firma Kerry ins Gewerbegebiet Heiligengrabe. Der Betrieb stellt hauptsächlich riesige Mengen Paniermehl für die Lebensmittelindustrie her.

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Nur für MAZ-Abonnenten öffnete Betriebsleiterin Carole Kabbani am Mittwoch die Türen, um Einblicke in die Produktion zu gewähren; die exklusive Betriebsbesichtigung war der zweite „Betriebsausflug“ der Märkischen Allgemeinen und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg REG. REG-Geschäftsführer Michael Müller und sein Projektleiter Christian Fahner ließen sich den Ausflug ebenfalls nicht entgehen.

Muster wie Tortenstücke

Die Besichtigung begann in einem kleinen Konferenzraum mit zwei quietschbunten Tellern. Dort hatten die Gastgeber Paniermehl in verschiedensten Farben und Körnungen wie Tortenstücke angerichtet. Die Besuchergruppe durfte schauen, riechen und auch kosten. Kerry produziert Paniermehle in Auftragsarbeit. Der Kunde gibt vor, ob das Paniermehl grob oder fein, gelb oder orange sein soll. Kerry erfülle alle diese Wünsche ohne den Einsatz künstlicher Aromen und Zusatzstoffe, betont Betriebsleiterin Carole Kabbani.

Teilnehmer Jörg Lumpe prüft das Aroma des Pulvers für Vanille-Eis

Teilnehmer Jörg Lumpe prüft das Aroma des Pulvers für Vanille-Eis.

Quelle: Peter Geisler

Danach geht es in kleinen Gruppen durch das Werk, das pro Jahr 25 000 Tonnen Paniermehl verlassen, das sind pro Tag rund 70 Tonnen Paniermehl. Dafür läuft die Produktion rund um die Uhr, unterbrochen nur von Pausen, die bei Produktwechsel für die Reinigung nötig sind. Die Abnehmer der verschiedenen Paniermehle kommen aus Europa, Australien, der Türkei, Pakistan, Russland, Skandinavien, Sri Lanka oder Island.

Die Teig-Batzen rollen auf einem Förderband durch die Halle

Die Teig-Batzen rollen auf einem Förderband durch die Halle.

Quelle: Peter Geisler

Das Brot, der Ausgangsstoff fürs Paniermehl, wird im eigenen Hause gebacken. Dazu braucht es zunächst einmal Mehl – viel Mehl. Sechs Silos, jeder fasst bis zu 75 Tonnen, ragen im Außenbereich gen Himmel. Der Inhalt jedes einzelnen reicht für eine Tagesproduktion. „Eine Tonne Weizenmehl kostet zwischen 220 und 300 Euro“, sagt Carole Kabbani. Die Zulieferer kämen aus der Region.

Rund 150 Rezepturen

Die Rezepturen für den Teig variierten je nach Kundenwunsch, denn es können verschiedene Extrakte wie etwa Paprika oder Kurkuma zugegeben werden, die später vor allem die Farbe des Paniermehls bestimmen. Rund 150 Rezepturen habe Kerry im Angebot – für Fisch, Fleisch oder Huhn in den verschiedensten Körnungsgrößen und Farben. Produktentwickler unterm eigenen Dach sorgen dafür, Trends und Wünsche umzusetzen. Manchmal schickt der Kunde nur ein Produktmuster und sagt: Genau so will ich es haben.

Betriebsleiterin Carole Kabbani  führte eine Besuchergruppe durch den Produktionsbereich

Betriebsleiterin Carole Kabbani führte eine Besuchergruppe durch den Produktionsbereich.

Quelle: Peter Geisler

Stimmt die Rezeptur, machen sich mächtige Teig-Batzen auf einem Förderband auf den Weg durch die Halle. Sie werden zu Teigplatten gepresst, gebacken, abgekühlt, getrocknet, für die perfekte Körnung durch verschiedene Siebe geschüttelt und so in zwei Stufen zerkleinert, um in die gewünschte Form gebracht zu werden.

Immer wieder Qualitätskontrollen

Zwischendurch gibt es immer wieder Qualitätskontrollen. Der gesamte Produktionsprozess dauert etwa zwei Stunden. Viel davon läuft automatisch – etwa das Formen der Teigplatten und der 42-minütige Durchlauf durch die Backstraße. Vorn läuft Teig am Förderband hinein, hinten kommt es als Brot mit goldener Kruste heraus, wird abgekühlt, zerkleinert und in enormen Big Packs oder – drei Nummern kleiner – 25-Kilo-Säcken verpackt.

Kerry Ingredients veredelt auch Paniermehl. So wird es etwa mit Öl vermengt und wieder getrocknet – so taugt es für die Zubereitung im Backofen.

Kerry stellt Paniermehle verschiedenster Formen und Farben her

Kerry stellt Paniermehle verschiedenster Formen und Farben her.

Quelle: Peter Geisler

In der großen Produktionshalle ist es sehr warm. „Man gewöhnt sich aber daran. Wenn es draußen kalt ist, ist man sogar froh darüber“, sagt die Betriebsleiterin. In einem separaten Raum stehen den Mitarbeitern Getränke zur Verfügung.

In einer kleineren, separaten Produktionshalle wird ein Vanille-Pulver hergestellt, das – mit Milch angerührt – Eis oder Milchshakes den Geschmack gibt. Hier ist vorwiegend Handarbeit gefragt.

Im stetigen Wachstum

Der Produktionsstandort Heiligengrabe, der 1996 errichtet und zwei Jahre später von Kerry Ingredients übernommen wurde, ist im stetigen Wachstum. 2017 entsteht eine weitere Halle. Künftig will Kerry auch wieder ausbilden – Elektroniker und Kaufmänner für den Großhandel, so die Betriebsleiterin. Denn es sei schwierig, Fachkräfte oder geeignete Azubis zu finden.

Die Besucher waren nach dem Rundgang sehr beeindruckt. „Ich sehe mir generell gern Produktionsabläufe in großen Unternehmen an und habe auch schon einmal das Werk von Swiss Krono ganz in der Nähe besucht“, erzählte Teilnehmer Jörg Lumpe. Reinhard Fröhlich gab ganz unumwunden zu, dass es „einfach Neugier“ gewesen sei, die ihn dazu gebracht hatte, sich um einen Platz im MAZ-Betriebsausflug zu bewerben. Er ist jetzt schon gespannt, wohin der nächste Betriebsausflug von MAZ und REG führt. Gern wäre er wieder dabei.

Unternehmen Kerry Ingredients

Branche: Backwarenhersteller

Produkte: Paniermehl und veredeltes Paniermehl

Standort: Gewerbegebiet Heiligengrabe, Am Buchweizenberg 10.

Mitarbeiter: 34

Ausbildungsberufe: Elektroniker, Betriebstechniker, Kaufmann Groß- und Außenhandel

Kontakt: E-Mail: carole.kabbani@kerry.com oder joachim.warmt@kerry.com.

Von Björn Wagener

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