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Kerstin Schumacher ist neue Chefin der Gab

Protzen Kerstin Schumacher ist neue Chefin der Gab

Seit Mai vergangenen Jahres leitet die 49-jährige Kerstin Schumacher die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (Gab) Protzen. Sie übernahm den Posten von Erika Lehmann, die seit 1992 Geschäftsführerin war. Ihre Nachfolgerin will in ihrem Sinne weiter machen.

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Abschlussfahrt einer Kindergartengruppe aus Blumenthal in den Märchenpark der GAB in Protzen.

Protzen. „Cool“, so findet Hanna das weitläufige Gelände der Gab (Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung) in Protzen. Sie machte mit ihrer Kindergartengruppe kurz vor den Sommerferien die Abschlussfahrt dorthin. Die sechs zukünftigen Erstklässler erkundeten den rund 800 Quadratmeter großen Märchenwald, die Spielscheune und das Pippi-Langstrumpf-Haus. Doch nicht nur Kinder nutzen die Angebote der Gab, sondern auch Seniorengruppen und Vereine.

1992 wurde die Gab in Protzen gegründet

Seit 1992  ist die Gab in Protzen tätig. Sie wurde damals auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik (KLF) als Zweigstelle der GAB Bielefeld gegründet. Es gab viel Platz, den es sinnvoll zu nutzen galt. So entstand nach und nach der Märchenwald, der vor allem Kinder nach Protzen zieht.

 

Das erste Projekt 1992, an dem die damalige Geschäftsführerin Erika Lehmann beteiligt war, war Krankenhausmaterial für Angola, Sierra Leone und Zimbabwe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Entwicklungsdienst zu beschaffen. Sie baute die Osteuropa-Hilfe auf. Als erstes arbeiteten Gab-Mitarbeiter Krankenhauseinrichtungen für das städtische Krankenhaus in Kaliningrad auf. Es folgten Alten- und Kinderheime, Schulen und andere Einrichtungen in weiteren Ländern Osteuropas wie Polen und Lettland. Die Gab unterstützt diese noch heute.

Gebrauchtartikelbörsen in Neuruppin, Wittstock und Kyritz wurden aufgebaut. Die dort erhältlichen Artikel bringen Gab-Mitarbeiter wieder in Ordnung und geben sie dann an bedürftige Menschen in der Region ab. Außerdem stellen Gab-Beschäftigte therapeutisches Spielzeug für Behinderteneinrichtungen her.

Erika Lehmann übergab Stab an Kerstin Schumacher

Die Geschichte der Gab hat Geschäftsführerin Erika Lehmann von Beginn an miterlebt. Im vergangenen Jahr übergab sie nach 24 Jahren den Stab an Kerstin Schumacher, der sie noch bis Ende des Jahres zur Seite stand. „Ich kann Erika Lehmann immer anrufen, aber irgendwann muss man seinen Weg gehen“, sagt die neue Chefin. Da kommt ihr das Wissen aus jahrelanger Mitarbeit zugute.

Kerstin Schumacher kennt die Gab wie ihre Westentasche. Die gelernte Stomatologische Assistentin arbeitete bis 1991 in der Neuruppiner Poliklinik. Es folgte eine Umschulung zur Bürokauffrau. Ihr Traumberuf wäre Sozialarbeiterin gewesen. Doch dazu hätte sie zum Studium nach Heidelberg gemusst. Für die damals junge Mutter mit einem kleinen Kind war das nicht machbar.

1999  kam die heute 49-Jährige über eine geförderte Maßnahme nach Protzen. Damit hatte sie einen Glücksgriff getan. „Mit Menschen zu arbeiten, ist mein Ding. Das war mir gleich klar“, sagt Kerstin Schumacher. Ihre Förderung wurde verlängert. Nach einer Pause folgte die nächste Beschäftigung, bis sie 2007  als Betreuerin fest angestellt wurde. Sie arbeitete sich hoch, war zuletzt für das Beantragen von Projekten und für Abrechnungen zuständig. Jetzt ist sie Chefin über 135  Arbeitskräfte, die über Mehraufwandsentschädigung bezahlt werden, und 33 Bundesfreiwilligendienstler, die an den .Standorten Kyritz, Wittstock, Protzen und Neuruppin arbeiten. Kerstin Schumacher kennt sie alle.

Langzeitarbeitslosen wieder Selbstwertgefühl vermitteln

„Es reizt mich, Menschen wieder zu Selbstwertgefühl zu verhelfen.“ Der Großteil ihrer Mitarbeiter hat es schwer auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das kratzt am Selbstbewusstsein. Bei der Gab erleben sie das Gefühl, wieder gebraucht zu werden. „Es gibt viele, die sich nach langer Arbeitslosigkeit wieder gefangen haben“, sagt Kerstin Schumacher.

Für den Bundesfreiwilligen Rüdiger Lange ist sein Job in der Fahrradwerkstatt eine willkommene Abwechslung. Er kommt drei oder vier Tage nach Protzen, je nach bedarf. „Ich wollte nicht zu Hause bleiben“, sagt der 57-Jährige . Die handwerklichen Fähigkeiten des gelernten Malers und Lackierers sind gefragt. Vieles muss nach Jahren ausgebessert oder überholt werden.

Auch im Ort ist die Gab aktiv. „Wir helfen, wo wir können“, sagt Kerstin Schumacher. Ob beim Umzug der örtlichen Kita oder beim Gießen des Kirchvorplatzes: Die Mitarbeiter packen mit an. Alles so wie unter Erika Lehmann. Das hat sich Kerstin Schumacher auch vorgenommen: „Ich möchte alles so weiter führen, wie meine Vorgängerin es aufgebaut hat und es noch erweitern.“

Von Dagmar Simons

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