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Kerzlin: Lohnunternehmen im Trend

Familienbetrieb Ackermann Kerzlin: Lohnunternehmen im Trend

Der Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit hat sich für Familie Ackermann aus Kerzlin gelohnt. Weil die Nachfrage so groß ist, hat das 2001 gegründete Lohnunternehmen für landwirtschaftliche Dienstleistungen Erfolg – und die Firmeninhaber mittlerweile einen stattlichen Maschinenfuhrpark vor der Tür.

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Kerstin und Karl Ackermann: Die Tochter arbeitet jetzt im Unternehmen ihres Vaters mit.

Quelle: Celina Aniol

Kerzlin. Anfangs hatte es Kerstin Ackermann schwerer als die Jungs in ihrem Job. Die stiegen einfach auf die Fahrzeuge und legten los. Sie aber musste in einer Männerdomäne als Frau zunächst beweisen, dass sie die Monstermaschinen genauso gut im Griff hat. Erst dann gehörte sie in ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Agrarservice in Mecklenburg richtig dazu – und erntete keine skeptischen Blicke oder Lacher hinter vorgehaltener Hand mehr. „Hier passiert mir so was aber nicht“, sagt die 22-Jährige. „Hier weiß man, was ich kann.“ Kein Wunder. Denn sie arbeitet jetzt in einem Betrieb, den sie von Kindesbeinen an kennt: im Lohnunternehmen ihres Vaters Karl Ackermann.

Im Fuhrpark der Firma stehen mehr als ein Dutzend Maschinen

300 Kunden in drei Landkreisen, von Hobbybauern bis zu ganz großen Agrargesellschaften, hat der Dienstleiter für Landwirte aus Kerzlin, der mittlerweile mehr als ein Dutzend Maschinen hat und elf Menschen beschäftigt. „Wir sind viel unterwegs“, sagt Kerstin Ackermann, die besonders gern Häcksler fährt. „Es macht Spaß, so viel rumzukommen und so viele Leute kennenzulernen.“

2001 hat ihr Vater, der wegen der Arbeit in den 1990er Jahren aus Niedersachsen in die Region kam, das Unternehmen gegründet – allein und nur nebenbei, denn damals arbeitete Karl Ackermann noch als Verwalter eines Mutterkuhbetriebs. Ein Schlepper und ein paar Anbaugeräte – das war das Startkapital für ihn und seine Frau Heidi. Weil die Nachfrage aber so groß war, entwickelte sich das Unternehmen, das damals teils noch in Dabergotz untergebracht war, relativ schnell weiter. 2009 baute der Firmenchef schließlich eine große Halle, später auch Werkstatt und eine eigene Tankstelle in Kerzlin und zog mit seinem Betrieb ganz in das Temnitztal-Dorf.

Lohnunternehmenbranche entwickelt sich positiv

„Die Branche für Lohnunternehmen hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt“, erzählt der 49-Jährige. „Die Betriebe haben immer weniger Angestellte, mit denen sie aber die gleiche Arbeit erledigen müssen – da greifen sie gern auf uns zurück.“ Außerdem habe sich die Technik verändert. „Die Maschinen sind zu teuer und zu spezifisch geworden, die können sich viele einfach nicht leisten“, sagt Ackermann, der selbst auch noch oft die Trecker bedient. „Vor der Wende war es anders: Da gab es viel mehr Personal und viele Maschinen. Vielleicht nicht die besten, aber es gab sie.“

Das Spektrum der Arbeiten, die er und sein Team abdecken, ist groß. Vom Säen, Gülle ausbringen, Getreide dreschen, Mais häckseln oder Rundballen pressen ist alles dabei. Allerdings schwanken die Aufgabenbereiche von Jahr zu Jahr und von Trend zu Trend. Seit einiger Zeit wird zum Beispiel Hilfe beim Dreschen weniger nachgefragt. Das liege daran, dass die Qualitätsanforderungen an das Produkt enorm gestiegen sind – und damit das Zeitfenster, in dem diese Arbeit erledigt werden kann, sehr klein geworden ist. Und da dieses stark wetterabhängig ist, kann man nur schwer planen, wann der richtige Zeitpunkt sein wird. Um trotzdem immer zur rechten Zeit vor Ort sein zu können, haben sich viele Betriebe eigene Maschinen für den Job angeschafft.

Wer nicht viele Fahrzeuge hat, für den ist das Risiko hoch

Karl Ackermann hält den Schritt in die Selbstständigkeit dennoch für den richtigen, da die Nachfrage dennoch von Jahr zu Jahr ein bisschen steigt. „Man muss eine Menge Energie reinstecken, und das Kapital-Risiko ist gerade in unserer Branche sehr hoch“, sagt er. „Zwischen Erfolg und Niederlage ist die Spanne nicht sehr groß.“ Die Ängste haben sich allerdings durch das Wachstum seiner Firma etwas gelegt. „Wenn man nur eine Maschine hat und die kaputtgeht, dann hat man ein großes Problem und das Risiko des Totalausfalls ist viel höher – jetzt kann ich eigentlich immer ausweichen.“

Von Celina Aniol

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