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Ostprignitz-Ruppin Kim Beese schafft im Abi die Traumnote 1,0
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kim Beese schafft im Abi die Traumnote 1,0
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00:17 25.07.2016
Kim Beese bleibt der Heimat und dem elterlichen Reiterhof auch nach der Schulzeit treu. Quelle: Josephine Mühln
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Bis zum letzten Tag sei sie wirklich gerne in die Schule gegangen, sagt Kim Beese. Lange überlegen muss die frischgebackene Abiturientin für diese Antwort nicht. „Ich bin sehr dankbar, aufs Evi gegangen zu sein“, stellt die 17-Jährige fest. „Die ganze Schulzeit war besonders, die Lehrer haben sich extrem gut um uns gekümmert.“

Kim Beese ist eine von sieben Schülern des Evangelischen Gymnasiums Neuruppin, die ihr Abi mit 1,0 abgeschlossen haben. Im Bereich des Schulamtes Neuruppin hat die Schule damit in diesem Jahr das beste Ergebnis erzielt. Am Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Kyritz erzielten zwei Schüler eine 1,0, am Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium in Neuruppin schaffte ein Schüler die Bestnote.

Vorbereitung für Bio-Prüfung war am schwierigsten

„Klar hab ich mein Bestes gegeben, aber ich wäre auch nicht bitter enttäuscht gewesen, wenn da nicht die 1,0 gestanden hätte“, macht Kim Beese klar. „Also, ich hab jetzt nicht die ganzen zwei Jahre stur daraufhin gearbeitet.“ Glücklich und stolz sei sie dann aber natürlich trotzdem gewesen. Geprüft wurde die Wustrauerin in ihren drei Leistungskursen Deutsch, Biologie und Englisch sowie im Grundkurs Politik. Am schwierigsten und intensivsten in der Vorbereitung sei Bio gewesen, erinnert sich Beese. Politik dagegen interessiere sie ohnehin, Deutsch und Englisch – Sprachen allgemein – hätten ihr immer schon gelegen.

Sie finde es nicht sinnvoll, sich immer nur stur nach Zeitplan hinzusetzen und zu lernen, sagt Kim Beese. „Ich hab immer auf Abwechslung geachtet, bin zwischendurch reiten gegangen oder hab weiter Reitunterricht gegeben.“ Es sei ihr wichtig gewesen, flexibel zu bleiben und die Zeit insgesamt gut einzuteilen – vielleicht brachte gerade das am Ende den Erfolg.

Bereit für einen neuen Lebensabschnitt

Auf die Frage, ob sie wegen ihrer guten Leistungen als Streberin verrufen gewesen sei, antwortet das blonde Mädchen: „Die anderen wussten, dass ich ambitioniert bin und klar, da kam auch mal ein blöder Spruch. Aber ich wurde nicht gemobbt oder so“, sagt sie und lacht. Jeder sei seines eigenen Glückes Schmied und müsse selbst wissen, wie viel er für die Schule machen wolle.

Nach zwölf Jahren Schule fühle sie sich nun bereit für einen neuen Lebensabschnitt, sagt Beese. Einen Studienplatz habe sie bereits, erzählt die Pferdenärrin. An der Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin werde sie ab Oktober ein Studium der Psychologie beginnen. „Das will ich schon seit vielen Jahren machen. Ich hab irgendwie beim Reitunterricht gemerkt, dass mir der Umgang mit Menschen liegt und ich ein gutes Gefühl dafür habe, wie es anderen geht.“ Es sei eine richtige Passion für sie, mit anderen Menschen umzugehen und ihnen auf ihrem Lebensweg zu helfen, sagt Beese.

Das Ausland kann warten

Bis zum Studienbeginn wolle sie nun erstmal den Sommer genießen, sagt die 17-Jährige. Wenn sie nicht selbst reitet oder Reitunterricht gibt, dann schreibe sie gerne Gedichte, fahre Rad oder beschäftige sich mit Sprachen. Französisch würde sie gerne noch lernen. „Das bereue ich, dass ich das nicht in der Schule gemacht habe“, sagt Beese.

Auch ein späterer Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums sei nicht auszuschließen. „Aber ich glaube, dass ich da noch Zeit brauche“, sagt die Abiturientin. Von ihren Mitschülern würden viele jetzt ins Ausland gehen – nach Neuseeland, Australien, England. Sie selbst brauche aber nicht immer sofort etwas Neues und sei glücklich mit der Entscheidung, erstmal weiter in der Heimat zu bleiben. „Ich hab alle Zeit der Welt und weiß einfach schon relativ genau, was ich möchte und was nicht“, sagt Beese.

Zielstrebiger Jahrgang am Evi

Damit bestätigt die Schülerin das Bild, das auch Frank Weigel, Oberstufenkoordinator am Evi, vom gesamten Jahrgang hatte. „Die Schüler waren diesmal schon sehr zielstrebig“, sagt er. Der Schnitt aller Abi-Noten liege in diesem Jahr bei 1,94, berichtet Weigel. Besser sei er bisher nur 2009 gewesen – mit 1,92. Damals hatten neun Schüler mit 1,0 abgeschlossen.

Insgesamt haben in Brandenburg 231 Schüler ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen. Das ist der bisher höchste Anteil an 1,0-Abis der vergangenen zehn Jahre. „Dieses Ergebnis ist ein Ausdruck von großer Anstrengung, enormem Fleiß und einer konsequenten Lerneinstellung“, kommentierte Bildungsminister Günter Baaske.

Von Josephine Mühln

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