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Kinder-Erntedank auf Gut Hesterberg

Lernen auf dem Bauernhof Kinder-Erntedank auf Gut Hesterberg

Ein lehrreiches Wochenende mit viel Spaß erlebten einige Tausend Besucher am Wochenende auf Gut Hesterberg. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Erntedank-Gottesdienst, bevor die Kinder zur Erntedank-Rallye starteten. So konnten Eltern und ihr Nachwuchs einen Blick hinter die Kulissen der Landwirtschaft werfen.

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Riesige Strohballen luden auf dem Gutshof zum Toben ein.

Quelle: Cornelia Felsch

Lichtenberg . Ein Erntedankfest vor allem für Kinder – so etwas gab es bisher nicht in der Region. Bio-Höfe, Hofläden und die Grüne Woche sind wohl eher etwas für Eltern und Großeltern. Die Familie Hesterberg vom gleichnamigen Gut im Neuruppiner Ortsteil Lichtenberg wagte nun erstmals ein bemerkenswertes Projekt. Am Wochenende veranstaltete das Team des Gutshofes auf dem Feld am Dorfrand ein Erntedankfest für Kinder mit Gottesdienst, Erntedankrallye und einem bunten Rahmenprogramm. Radio Teddy begleitete das Fest.

Milch, Wurst, Brot und Käse gibt es reichlich im Supermarkt – wie und wo die Lebensmittel hergestellt werden, wissen viele Kinder nicht. „Das war in unserer Familie in den letzten Jahren immer wieder Gesprächsthema“, sagte Brigitte Hesterberg am Sonnabend. „Viele Schulklassen, die in das Jugenddorf nach Gnewikow kommen, besuchen auch unseren Hof. Dabei haben wir mit Entsetzen festgestellt, wie wenig die Kinder darüber wissen, wie Wurst und Brot entstehen.“

Käsemengen zu schätzen – das war eine der Aufgaben bei der Rallye

Käsemengen zu schätzen – das war eine der Aufgaben bei der Rallye.

Quelle: Cornelia Felsch

Am Erntedankwochenende gab es nun spielerischen Nachhilfeunterricht. Die Juniorchefin Karoline Hesterberg und Katrin Manke erarbeiteten einen Fragebogen für eine Rallye, die aus 15 Stationen bestand. Mit wachsender Begeisterung versuchten Eltern und Kinder am Wochenende herauszufinden, wie viel Getreide ein Huhn im Jahr frisst, wie oft eine Biene für ein Glas Honig um die Welt fliegt, wie viele Heuballen ein Galloway-Rind in einem Jahr vertilgt oder wie oft der Bauer für eine Tüte Müsli aufs Feld fahren muss. 27 Fragen mussten beantwortet werden – ein hartes Programm an diesem schulfreien, sonnigen Wochenende. Eltern und Großeltern standen ihren Sprösslingen hilfreich zur Seite. Wer Glück hatte und alle Fragen richtig beantwortete, konnte ein Fahrrad gewinnen.

Gottesdienst auf Strohballen

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Erntedankgottesdienst, den Pfarrer Patrick Roger Schnabel hielt. Die 40 Besucher nahmen allerdings nicht auf harten Kirchenbänken, sondern auf weichen Strohballen Platz. Der Pfarrer erzählte die Geschichte von Josef und seinen Brüdern, die ihm aus Neid übel mitspielen. Doch Josef kann sich immer wieder aufrappeln, weil Gott an seiner Seite ist. Als der Pharao von sieben mageren und sieben fetten Kühen träumt, deutet Josef den Traum und gibt ihm den Rat, in den sieben fetten Jahren Vorräte für die darauf folgende Dürre zu sammeln. Das Volk von Ägypten litt deshalb keinen Hunger. „Auch unsere Vorfahren legten Vorräte an und feierten das Erntedankfest“, erzählt der Pfarrer.

Äpfel aus dem Supermarkt – keine Selbstverständlichkeit

Wer in der heutigen Zeit eine schlechte Apfelernte hat, kauft die Äpfel aus Spanien oder Neuseeland im Supermarkt. „Flugzeuge gibt es allerdings erst seit etwa 100 Jahren und erst seit 50 Jahren fliegen Äpfel im Flieger nach Europa“, sagt Pfarrer Schnabel und erzählt den aufmerksam lauschenden Kindern von einer kubanischen Familie, die es sich nicht leisten kann, teure Äpfel im Supermarkt zu kaufen. „Es ist keineswegs selbstverständlich“, erklärt Schnabel den Kindern. „Deshalb müssen wir mit dem Essen sorgfältig umgehen.“

An diesem besonderen Wochenende gab es auf Gut Hesterberg aber auch jede Menge Spaß. Die Kids konnten auf Ponys reiten, auf Strohballen herumturnen, eine Kutschfahrt unternehmen, Apfelsaft pressen, der Erntedankgeschichte von Tom Tom lauschen, die von Matthias Zagon Hohl-Stein geschaffene Schaukel in Beschlag nehmen oder die Fahrer­kabine eines riesigen Mähdreschers erklimmen. Letzteres war für den siebenjährigen Moritz Löwe das Highlight, denn er möchte Landwirt werden.

Von Cornelia Felsch

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