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Kinder-Kunst-Camp in Ganzer beendet

Ferien auf dem Gutshof Kinder-Kunst-Camp in Ganzer beendet

Zum dritten Mal hat der Verein Kinder- und Jugendkunstakademie Gutshof Ganzer unter der Federführung von Kathrin und Charles Mason Brown sein Kinder-Kunst-Camp veranstaltet und dabei gut 25 Kinder und Jugendliche ein bis zwei Wochen lang betreut. Das bedeutete vor allem Landleben pur.

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Katrin Mason Brown (r.) vermittelte die Technik. Die Kinder setzten sie um.

Quelle: Alexander Beckmann

Ganzer. Wenn am Sonnabend die Eltern anrücken, um ihre Sprösslinge wieder vom Kinder-Kunst-Camp in Ganzer abzuholen, dann warten dort auf sie nicht nur gründlich erholte, sondern auch nachhaltig inspirierte Mädchen und Jungen. Mit einer Show werden sie zeigen, womit sie sich in den vergangenen ein bis zwei Wochen beschäftigt haben: mit Textilgestaltung, Malerei, Töpferei, Tanz und Gesang.

Zum dritten Mal hat der Verein Kinder- und Jugendkunstakademie Gutshof Ganzer unter der Federführung von Katrin und Charles Mason Brown sein Kinder-Kunst-Camp veranstaltet und dabei gut 25 Kinder und Jugendliche ein bis zwei Wochen lang betreut. Das bedeutete vor allem Landleben pur: zelten im Garten, jeden Abend Lagerfeuer, selbst kochen, Ausflüge zum Angeln, Schwimmen, nach Segeletz zu den Alpakas, backen im Lehmofen, Märchenstunde in der Kirchenruine. Ein Tag stand sogar ganz im Zeichen Frankreichs. Dank Guillaume, der einst als Austauschschüler auf den Gutshof gekommen war, gab es ein Fußballturnier (Sieg: Deutschland), eine Modenschau und selbst gebackene Crêpes satt.

Vor allem die Mädchen widmeten sich mit Begeisterung dem Einstudieren von Tänzen

Vor allem die Mädchen widmeten sich mit Begeisterung dem Einstudieren von Tänzen.

Quelle: Alexander Beckmann

Vor allem aber war jeder eingeladen, selbst einmal auszuprobieren, was er mit Händen und Fantasie schaffen kann. Grafikerin Katrin Mason Brown hatte sich mit Süheyla Asci fachkundige künstlerische Unterstützung geholt. Die Berlinerin zeigte beispielsweise, dass Stöcke durchaus zum Malen taugen – und keineswegs nur als Waffe. Sie hält große Stücke auf ihre Schützlinge: „Ich bin so begeistert von den Kindern. Die haben schon so viel Verantwortungsgefühl. Ich kann mit ihnen so vieles machen.“ Und schon die Generalprobe für die Abschlusspräsentation zeigte, dass sich die Ergebnisse durch die ­Reihe sehen lassen können.

Ein paar Nachteile bringt das Kunst-Camp aber doch mit: Computer, Fernsehen und Videospiele gibt es nicht. Auch Handys sind nicht gern gesehen. „Das Camp wird ja heimlich schon als Entwöhnungseinrichtung bezeichnet“, scherzt Katrin Mason Brown. Ganz so schlimm ist die Umgewöhnung aber wohl doch nicht. Trotzdem rät die Camp-Organisatorin Eltern, in der Regel gleich die vollen zwei Wochen zu buchen. „Man merkt: Die Kinder kommen erst nach einer Woche so richtig hier an.“

Bundestagsabgeordnete spendete Geld

Aber das ist durchaus auch eine Geldfrage. 77 Euro pro Kind und Woche hat das Camp die Familien aus dem Landkreis OPR diesmal gekostet. Deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr. Einiges an öffentlicher finanzieller Unterstützung blieb diesmal aus – obwohl die Kleeblatt-Kommunen, weitere Kommunen und auch Unternehmen einen Anteil leisteten. Gäste von außerhalb zahlen übrigens mehr als die einheimischen.

Doch der Aufwand ist nun mal hoch. „Wenn wir zum See fahren, bestellen wir immer Großtaxis. Da kostet eine Fahrt 150 Euro“, nennt Katrin Mason Brown als Beispiel. Finanzielle Förderung heranzuschaffen, sei ein extrem mühsames Geschäft.

Für etwas Entlastung sorgte die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann aus Tornow. Sie spendete 300 Euro für eine der nächsten Aktionen der Kinder- und Jugendkunstakademie. Das Geld stammt aus den jüngsten Diätenerhöhungen des Bundestages, die die Linken abgelehnt hatten. „Ich muss der Familie Mason Brown ein Kompliment machen“, sagte Kirsten Tackmann. „Es steckt sehr viel Herzblut im Camp. So was ist schwierig zu organisieren und zu finanzieren.“ Gerade Letzteres kritisierte die Politikerin: „Kultur und Kunst scheinen immer am ehesten verzichtbar. Ich bin nicht dieser Meinung.“

Von Alexander Beckmann

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