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Ostprignitz-Ruppin Kinder lernen in Wusterhausen Deutsch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kinder lernen in Wusterhausen Deutsch
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02:15 15.10.2015
Mohammed aus Syrien besucht schon eine reguläre Klasse. Quelle: André Reichel
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Wusterhausen

Die seit Jahresbeginn im Wusterhausener Übergangswohnheim untergebrachten Flüchtlinge gehören in der kleinen Dossestadt mittlerweile zum gewohnten Stadtbild. Nicht anders ist es in der Grundschule. Dort besuchen Flüchtlingskinder den Unterricht. Doch bei ihrer Ankunft in Deutschland konnte nicht eines von ihnen ein einziges Wort Deutsch sprechen. Basiskenntnisse in der deutschen Sprache sind jedoch eine wichtige Voraussetzung, um diese Mädchen und Jungen in die regulären Klassen eingliedern zu können.

Einer von ihnen ist der zwölfjährige Mohammed aus Syrien. Als er Anfang des Jahres nach Deutschland kam, konnte er kein Wort Deutsch. Inzwischen beherrscht er die Sprache so gut, das er sich prima verständigen kann. In Wusterhausen und an der Grundschule fühlt sich Mohammed sichtlich wohl. Von seinem Fleiß ist auch seine Klassenlehrerin Karin Noetzel, die unter anderen Mathematik unterrichtet, begeistert. „Mein Lieblingsfach ist aber Sport“, gibt Mohammed mit einem Augenzwinkern zu.

Dass es mit Ankunft der ersten Flüchtlinge auch eine Vorbereitungsklasse für die Kinder aus dem Wohnheim geben wird, darüber informierte das Schulamt die Rektorin Birgit Kusche bereits ein paar Monate im Vorfeld. „Einen freien Raum hatten wir, aber nicht genug eigene Lehrer, diesen Unterricht abzudecken“, berichtet die Rektorin, die aus diesem Grunde auf „Leute von außen“ zurückgreifen musste.

Die Kinder knüpfen schnell Kontakte untereinander

Dass die Flüchtlingskinder gleich nach ihrer Ankunft in die Grundschule kommen, statt separat im Heim unterrichtet zu werden, findet Birgit Kusche richtig: „Hier kommen deutsche und ausländische Kinder in Kontakt, und das ist für die Integration der Neuankömmlinge sehr wichtig.“ Probleme gab es zwischen deutschen und ausländischen Kindern bislang kaum, berichtete die Schulleiterin: „Unsere Kinder waren vollkommen unvoreingenommen und nahmen die Kinder aus dem Flüchtlingsheim in ihre Reihen auf.“ Birgit Kusche staunte immer wieder, wie schnell die Kinder untereinander Kontakte knüpften und auch neugierig aufeinander zugingen.

Von Anfang an fand der Unterricht in der Vorbereitungsklasse jahrgangsübergreifend statt. „Eine volle Klasse nur mit einem einzigen Jahrgang käme nicht zusammen“, so Kusche. Acht Kinder sind es aktuell, die seit Schuljahresbeginn von ihrer neuen Lehrerin, Tina Beyer, ihre ersten Sprachkenntnisse beigebracht bekommen. In den Monaten zuvor unterrichteten vorübergehend Lehrkräfte aus der Wildberger Grundschule und auch pensionierte Lehrer in der Vorbereitungsklasse. Mit Tina Beyer, die sowohl in Friesack als auch an der Wusterhausener Grundschule als Lehrerin arbeitet, haben die Kinder aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, Serbien und aus dem Irak nun möglicherweise etwas langfristiger eine ihnen vertraute Bezugsperson.

Spielerisch wird gelernt

Auch Tina Beyer ist von der Lernbegeisterung der ausländischen Kinder beeindruckt. Spielerisch bringt die Friesackerin den Jungen und Mädchen Farben, Wochentage und natürlich das Alphabet bei. Einen ganzen Kaufmannsladen und jede Menge Spielzeug ihrer eigenen Kinder brachte Tina Beyer dafür von zu Hause mit. „All die vielen Gegenstände helfen den Kindern, die passenden Begriffe und Bezeichnungen im wahresten Sinne des Wortes zu begreifen“, so Tina Beyer. Mit selbstgemalten so genannten Wimmelbildern, auf denen viele Tiere zu sehen sind, erklärt die engagierte Lehrerin den Kindern spielerisch das Zählen und Tierbegriffe, die dabei viel Spaß haben. Schüler, die noch ganz am Anfang stehen und kein einziges Wort Deutsch können, bringt Tina Beyer, die auch Märchenerzählerin ist, mit Handpuppen erste Grundlagen bei.

Die Fluktuation unter den Flüchtlingskindern in der Grundschule ist groß. Ständig kommen neue Familien in Wusterhausen an. Die Kinder durchlaufen zuerst die Vorbereitungsklasse mit mal acht und manchmal auch 15 Schülern, um dann in die regulären Klassen zu kommen. Es werden aber auch Familien, deren Asylantrag abgelehnt wurde, ausgewiesen. Andere Familien gehen freiwillig in ihre Heimat zurück. Die steigende Zahl von Flüchtlingen in Wusterhausen bringt die Schulleiterin Birgit Kusche nicht aus der Ruhe: „Irgend einen Platz werden wir dann auch für diese Kinder finden.“

Von André Reichel

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