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Kinder- und Jugendliteratur-Festival in Neuruppin

50 Veranstaltungen im Juli Kinder- und Jugendliteratur-Festival in Neuruppin

Neuruppin bekommt ein Festival für Kinder- und Jugendliteratur. An neun Tagen im Sommer soll es stattfinden, vom 4. bis 12. Juli. Schreib-Workshops soll es geben, Lyrik-Projekte für Kinder, Workshops im Comic-Zeichnen und im Poetry Slam, einer Art Dichterwettkampf. Renommierte Autoren haben schon zugesagt.

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Die Neuruppiner Kulturmanagerin Uta Bartsch freut sich auf das Festival.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Uta Bartsch lässt sich selbst mitreißen von der Idee. Einmal wieder Kind sein. Eintauchen in eine Welt aus Büchern voller fantastischer Geschichten und bunter Zeichnungen. „Ich bin da ja eigentlich schon ein bisschen herausgewachsen“, sagt die Neuruppiner Kulturmanagerin und klingt fast ein bisschen entschuldigend. Für ihr neues Projekt studiert sie seit Monaten Bücher, die eigentlich für Kinder und Jugendliche geschrieben sind, liest Comics, sucht eindrucksvolle Illustrationen.

Uta Bartsch organisiert gerade das erste Neuruppiner Kinder- und Jugendliteratur-Festival. An neun Tagen im Sommer soll es stattfinden, vom 4. bis 12. Juli. Überall in der Stadt sind Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen und Workshops geplant. Immer mit Kindern und Jugendlichen – und für sie. Wer so etwas auf die Beine stellen will, muss sich mit dem Stoff natürlich auskennen. Uta Bartsch ist hingerissen: „Das macht richtig Spaß.“

Das Konzept dazu stammt maßgeblich von Otto Wynen. Wie Uta Bartsch ist auch Wynen einer der künstlerischen Leiter der Neuruppiner Fontane-Festspiele. Gemeinsam mit Peter Böthig kümmert sich Wynen dort vor allem um das Schriftstellertreffen „Neben der Spur“. Dazu haben Wynen und Böthig Autoren aus halb Europa nach Neuruppin geholt. „Da kam aus dem Publikum heraus die Frage auf, ob wir nicht auch etwas für Kinder machen könnten“, erinnert sich Otto Wynen. Warum eigentlich nicht?

Jetzt steht das Konzept und alle, die davon hören, scheinen begeistert. „Querfeldeins“ soll das Festival heißen. Mehr als 50 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Die Eröffnung soll auf dem Neuruppiner Schulplatz stattfinden. Uta Bartsch hofft, dass das an diesem Wochenende möglich ist. Sie hofft auch, den Kindersender Radio Teddy für das Projekt mit ins Boot holen zu können. An den beiden Wochenenden sollen vormittags vor allem Veranstaltungen in den Schulen stattfinden. Abends geht es dann in die Jugendtreffs, ins Café Tasca, das JFZ in der alten Brauerei oder ins Café Hinterhof. Die Festivalmacher wollen so viele Kinder und Jugendliche erreichen wie möglich.

Schreib-Workshops soll es geben, Lyrik-Projekte für Kinder, Workshops im Comic-Zeichnen und im Poetry Slam, einer Art Dichterwettkampf. Renommierte Autoren haben schon zugesagt. Anja Tuckermann zum Beispiel. Die Berlinerin hat schon etliche Bücher für Jugendliche geschrieben. „Kopfüber, kopfunter“ wurde verfilmt und kam 2013 in die Kinos. Auch Sabine Ludwig wird dabei sein, bekannt unter anderem durch ihre Bücher „Schwarze Häuser“ und „Die fabelhafte Miss Braitwhistle“. Und Claudia Kühn, die Autorin von „Elfmeter für Nelly“ und „Türkisch für Anfänger“. Außerdem die Kinder- und Jugendbuchautoren Martin Klein, Monika Feth, T. H. Wegberg und der Dichter Arne Rautenberg. Die Literaturvermittlerin Tina Kemnitz erklärt, wie man völlig unbekannte Texte eindrucksvoll vorliest. Mit dabei sind auch die Illustratorinnen Regina Kehn und Sabine Wilharm und die bekannten Poetry Slamer Franziska Holzheimer, Dalibor Markovic und Bas Böttcher. In der Galerie am Bollwerk, im Museum und an anderen Orten sind Ausstellungen mit Illustrationen aus Kinder- und Jugendbüchern und Comic-Zeichnungen geplant.

Das Ganze ist als Versuchsballon geplant. „Wenn etwas gut läuft, wollen wir es gern für die Fontane-Festspiele übernehmen“, sagt Uta Bartsch. Grundsätzlich soll das „Querfeldeins“- Festival aber unabhängig stattfinden, am besten jedes Jahr. „Wir glauben, dass das gut in die Kulturkonzeptionen von Stadt, Kreis und Land passt“, sagt Otto Wynen.

Natürlich hoffen die Macher auch auf Unterstützung von dort. 50 000 Euro sind nötig, um alles umzusetzen, schätzt Uta Bartsch. Einige Zusagen haben die Veranstalter schon bekommen, einige Absagen auch, zum Beispiel vom Landkreis. Uta Bartsch ist trotzdem optimistisch, dass alles klappt. „Wenn wir eine Kulturstadt sein wollen, dann müssen wir auch etwas Anspruchsvolles bieten“, sagt Otto Wynen. Wichtig ist den Veranstaltern, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur zuhören, sondern dass sie mitmachen und Spaß haben. An die Schulen hat Uta Bartsch gerade das Programm verteilt. Von überall haben sich sofort Klassen angemeldet, die mitmachen wollen.

Von Reyk Grunow

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