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Kinder, wie die Zeit vergeht

Rheinsberg Kinder, wie die Zeit vergeht

Am Sonnabend starteten die Jugendfeiern des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg in der Region Prignitz/ Ostprignitz-Ruppin. 28 Jugendliche vollzogen im Schlosstheater den symbolischen Schritt in das Erwachsenenleben. Eine Videobotschaft übermittelte Ex-Boxprofi Axel Schulz.

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Noch begeistert von der Feierstunde, stellen sich die jungen Erwachsenen den Fotografen im Foyer des Schlosstheaters.

Quelle: Cornelia Felsch

Rheinsberg. Ratschläge gab es am Sonnabend reichlich für die 28 Schüler die im Rheinsberger Schlosstheater ihre Jugendfeier erlebten. Auch Profiboxer Axel Schulz wandte sich cool und lässig per Videobotschaft an die jungen Menschen, die an diesem Wochenende den Übergang in das Erwachsenenleben feierten. „Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Jugendweihe und an die Kohle, die die bucklige Verwandtschaft rüber geschoben hat“, sagte er und ermahnte die Jugendlichen, an diesem Tag nicht zu viel zu trinken.

Mit der Jugendfeier in Rheinsberg eröffnete der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg den Reigen der festlichen Jugendweihen in der Region Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Im Mai folgen die Festveranstaltungen in Pritzwalk und Neuruppin. 420 Familien feiern in diesen Wochen in unserer Region den symbolischen Schritt ihrer Kinder mit einer festlichen Zeremonie.

Ähnlichkeit zu einem Ritual bei den Indianern

Mit der Jugendfeier soll jungen Menschen die Gelegenheit gegeben werden, ihr Ritual des Erwachsenwerdens zu erleben. In der christlichen Kultur ist dies traditionell die Konfirmation oder die Firmung.

In ihrer Festrede erzählt Corinna Schölzel von einem Indianerjungen, der an diesem besonderen Tag allein in den Wald gehen muss und dort auch übernachtet; er muss sich seinen Ängsten stellen, wenn er zu den Erwachsenen gehören will. Nachdem er das Abenteuer überwunden hat, umringen ihn die Mitglieder seiner Sippe, beglückwünschen ihn und lauschen den verwegenen Geschichten des Jungen. „So wie der Indianer müsst auch ihr eure Prüfungen und Mutproben im Leben allein bestehen“, sagte die Rednerin. „Aber er hatte Rückhalt in seinem Stamm, so wie ihr in Eurer Familie.“

Schwelle zum Erwachsenensein

Die Tänzer der Eastside Fun Crew wirbelten nach Techno-Rhythmen über die Bühne, die Band „Retarded“ sorgte für den zeitgemäßen Gitarrensound. Seit der politischen Wende in Deutschland kommen die Jugendfeiern im Osten des Landes ohne viele Reden zur politischen Rolle der Jugend aus, auch ohne das Buch „Weltall, Erde, Mensch“. Ein Buch mit Texten zur Reifefeier gibt es dennoch, allerdings in abgespeckter Version. Auf der Bühne nehmen die Jungen und Mädchen die Glückwünsche und Blumen entgegen, während in den Zuschauerreihen die Blitzlichter der Fotoapparate aufleuchten und Eltern Fotos machen, um sich später an den Moment zu erinnern.

Die Zeit zwischen Traum und Realität, in der noch viele Fragen im Raum stehen, diese Zeit an der Schwelle zum Erwachsensein, wird bei vielen Völkern mit unterschiedlichen Ritualen gefeiert. Im Land Brandenburg haben sich in diesem Jahr mehr als 3900 Mädchen und Jungen für die Feiern des Humanistischen Verbands entschieden. Für die Rheinsberger Schülerin Jasmin-Chantal Seidel eine gute Entscheidung. Sie strahlte glücklich, als sie sich nach der festlichen Stunde mit den anderen Schülern für ein Foto im Foyer aufstellt. „Es war eine schöne, lustige Feier“, sagt sie zufrieden. Gemeinsam mit Freunden und Verwandten wird sie im Griechischen Restaurant essen gehen. Was die Zukunft bringt, das wird sich finden. „Erst einmal möchte ich den Abschluss schaffen, ich möchte Erzieherin werden“, sagt sie.

Von Cornelia Felsch

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