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Kinderland erste Naturpark-Kita Brandenburgs

Lindow Kinderland erste Naturpark-Kita Brandenburgs

Darauf können Kids und Erzieher der Lindower Kita Kinderland zu Recht stolz sein: Als erste Brandenburger Kita sind sie mit dem Gütesiegel Naturpark-Kita ausgezeichnet worden. Alle 14 Tage kommen zwei Ranger und arbeiten mit den Kindern zu Natur- und Umweltthemen. Aber auch sonst wird viel für die Umweltbildung der Jüngsten getan.

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Die Lindower Jungen und Mädchen kümmern sich liebevoll um ihr Kräuter-Hochbeet.

Quelle: Regine Buddeke

Lindow. Es geht um Nachhaltigkeit. Ein Wort, mit dem die Kinder der Kita „Lindower Kinderland“ vermutlich noch nicht viel anfangen können. Mit den Themen jedoch durchaus, wie sich gezeigt hat. In der vergangenen Woche wurde die Einrichtung mit dem Zertifikat „Naturpark-Kita“ ausgezeichnet – als allererste Kita in Brandenburg. Die Vorgeschichte ist eine längere.

Angefangen hat alles mit zwei Hochbeeten. „Schon seit einigen Jahren haben wir laut Kitagesetz den Bildungsauftrag, verschiedene Elemente aus Mathematik und Naturwissenschaften an die Kinder zu vermitteln“, erklärt Kita-Leiterin Jutta Kaiser. Eine Art Lehrplan sozusagen. Die Natur liegt in der Lindower Kita direkt vor der Haustür – Spaziergänge im Wald gehören quasi zum Alltag der Kinder. „Da kommen immer Fragen zu Tieren und Pflanzen – wir haben also immer genug zu erforschen und zu erklären“, ergänzt Erzieherin Gabriela Hüning, die Verantwortliche für die besagten Hochbeete. Die nämlich hat vor fünf Jahren die Arbeitsfördergesellschaft Rabs spendiert und aufgebaut.

Der Wald liegt vor der Haustür – Spaziergänge sind also ein Muss

„Die Kinder konnten das Anlegen miterleben und bei der Bepflanzung zuschauen. Und natürlich später bei der Pflege helfen“, so Hüning. Später sei noch ein drittes Beet dazugekommen. Außerdem führt die Kita seit Jahren Projektwochen durch, für die die einzelnen Pädagogen verantwortlich sind. Etwa jüngst das Projekt „Vom Korn zum Brot“, für alle Einschüler. In vielen Schritten sei dieser Prozess veranschaulicht worden – mit vielen freiwilligen Helfern. „Wir waren beim Bio-Bauern Göbel, der uns gezeigt hat, wie man pflügt und wie das Korn in die Erde kommt“, erzählt Jutta Kaiser. Später habe jedes Kind ein Korntöpfchen in Pflege bekommen.

Später stand ein Besuch in der Mühle an. „Klaus Wiese hat uns das Mahlen gezeigt“, so Kaiser. „Es war toll zu sehen, wie die Kinder mit vollen Händen in den Körnern gewühlt haben“, erinnert sich Gabriela Hüning. Die Kinder durften im Mörser mahlen. Im nächsten Schritt habe Bäcker Rabeneck für die Mädchen und Jungen seine Backstube geöffnet, einen Blick in den Sauerteigtopf gewährt. Die Kinder erprobten sich ebenfalls: Kekse für alle – so das Motto.

Die Kinder lernen spielerisch viel über Natur und Umwelt

All das sind natürlich gute Voraussetzungen, Naturpark-Kita zu werden. Karin Steinberg und Rüdiger Meier von der Naturwachtstation in Banzendorf rannten also mit ihrem Ansinnen, eine Kooperations-Kita für das „Netzwerk Naturpark-Kita“ zu finden, in Lindow offene Türen ein. „Im Frühjahr wurde der Kooperationsvertrag unterzeichnet und ein Arbeitsplan aufgestellt. Alle 14 Tage kommen die beiden Ranger, um einen Vormittag mit den Kindern zu arbeiten.“ Die Frage der Naturpark-Kita stand ebenfalls schnell im Raum. „Die Voraussetzungen hatten wir ja praktisch schon fast erfüllt – wir hatten alles dokumentiert“, so Kaiser. Die Eltern waren einverstanden. Nur eine Homepage zum Thema musste noch gebaut werden. „Die ist im August ans Netz gegangen“, so Kaiser. Erklärtes Ziel des Projektes ist es, Kinder für ihre Heimat, für die Natur und ihre Kreisläufe und umweltgerechtes Verhalten schlechthin zu sensibilisieren. „Wir trennen Müll, wir zeigen, wie gesunde Ernährung funktioniert. Etwa mittwochs, wenn die nahegelegene Reha-Klinik Schönbirken frische Brötchen liefert – als Teil des „gesunden Kita-Frühstücks“. Dort gibt es nicht nur viele Tiere, sondern die Kinder können auch dort einiges über Eigenversorgung lernen.

Das Kinderland ist die erste Naturpark-Kita in Brandenburg

Jetzt, wo die Korn-zu-Brot-Aktion Geschichte ist, stehen neue Themen im Raum. Kürzlich gab es eine Exkursion ins Naturparkhaus in Menz – von dort kamen nicht nur neue Ideen, sondern auch das Material. „Wir bekommen zwei Apfelbäumchen, die wir bei uns pflanzen“, erklärt Gabriela Hüning. Zum geplanten „Apfeltag“ bringen die Ranger eine Handpresse – dann wird Saft gepresst. Und weil die Bäumchen so schnell nicht tragen, kommt das Material zum Saften von umliegenden Streuobstwiesen in Dollgow und Hindenberg. „Fürs Frühjahr planen wie ein Amphibien-Projekt“, so Kitaleiterin Kaiser. Das Naturpark-Projekt ist nicht das einzige, bei dem die Lindower Kitakinder fürs Leben lernen. Auch Bewegung gehört zum gesunden Leben dazu. So ist das Kinderland seit Jahren Paten-Kita des Sport- und Bildungszentrums Lindow und der Europäischen Sportakademie. Die angehenden Sportassistenten betreuen jeden Dienstag den Bambini-Sport, unterstützen beim alljährlichen Rollertag und ab und an die jüngsten Fußballer. Die Kinder bedanken sich zu besonderen Anlässen mit Programmen. Das übrigens auch im nahegelegenen Seniorenheim. „So lernen die Kinder auch den Umgang mit dem Alter“, erklärt Jutta Kaiser den praktischen Nutzen.

Auf dem Erreichten ruhen sich Kinder und Erzieher nicht aus. Bereits im November kommt wieder eine Kommission von Begutachtern ins Haus. Erklärtes neues Ziel: „Wir wollen bis zum Jahresende das Gütesiegel Sport erlangen“, sagt Jutta Kaiser. Man traut es dem „Kinderland“ zu.

Von Regine Buddeke

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