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Kindermusical über einen Traum

Wittstock Kindermusical über einen Traum

Der Traum von Gleichberechtigung, von dem der Afroamerikaner Martin Luther King 1963 vor Hunderttausenden sprach, ist auch heute noch aktuell. In ihrem Musical über den Bürgerrechtler träumten ihn 40 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin am Samstag in Wittstock weiter. Sie reisten zurück in eine Zeit, als Rassentrennung noch an der Tagesordnung war.

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Abeline Rumpel (Mitte) spielte Martin Luther King und sang dessen Traum von Gleichberechtigung und Frieden.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Der Streit um einen Sitzplatz im Bus mit einem kopftuchtragenden Mädchen ist Ausgangspunkt für eine Gruppe Jugendlicher, sich auf eine Zeitreise 50 Jahre zurück in die Vergangenheit zu begeben. Sie landen in den USA, wo es in den 50er Jahren auf Grundlage der damals herrschenden Rassentrennung ganz normal war, dass Farbige auf den für Weiße reservierten Plätzen nichts zu suchen hatten. Hinten im Bus saß die schwarze, vorne die weiße Bevölkerung. Als die Afroamerikanerin Rosa Parks 1955 ihren Sitzplatz nicht räumen wollte, wurde sie verhaftet und löste damit eine Protestwelle der farbigen Bevölkerung der Stadt Montgomery aus – die boykottierte 385 Tage den Nahverkehr. 1956 hob ein Gerichtsbeschluss die Rassentrennung in den dortigen Bussen auf. Der Boykott hatte sich gelohnt.

In den 50er Jahren war der schwarzen Bevölkerung nur der hintere Teil des Busses vorbehalten

In den 50er Jahren war der schwarzen Bevölkerung nur der hintere Teil des Busses vorbehalten.

Quelle: Christian Bark

Einer der führenden Köpfe des Protestes war der Pfarrer Martin Luther King. Das gleichnamige Musical, das 40 Jugendliche des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin am Samstag in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche vorgetragen haben, handelte vom Leben des Bürgerrechtlers und der Rassentrennung. „Das war unsere Premiere“, sagte Wittstocks Kantor Uwe Metlitzky. Bereits am Freitag habe die Generalprobe im Wald-Solar-Heim Eberswalde vor Publikum stattgefunden. Dort hatten die Jugendlichen in den Osterferien das Musical eingeprobt.

Vater des Bürgerrechtlers nannte sich nach Reformator

Ein Grund, weshalb sich der Neuruppiner Kantor Matthias Noack und sein Team gerade für dieses Stück und diese Persönlichkeit entschieden hatte, sei auch das aktuell laufende Reformationsjubiläum um die Thesenformulierung durch Martin Luther gewesen. „Martin Luther Kings Vater hatte Anfang der 30er Jahre eine Europareise unternommen“, erklärte der Kantor. In Deutschland sei er mit der Arbeit Martin Luthers näher in Berührung gekommen und habe sich ihm zu Ehren von Michael in Martin Luther umbenannt. Allgemein vermittelte das Musical moderne christliche Auffassungen von der Gleichheit aller Menschen und deren Streben, den Willen Gottes umzusetzen.

Musikalisch begleitet wurde das Stück von Posaune, Querflöten und E-Piano

Musikalisch begleitet wurde das Stück von Posaune, Querflöten und E-Piano.

Quelle: Christian Bark

So sang es immerhin Martin Luther King, der im Musical von Abeline Rumpel aus Rheinsberg verkörpert wurde. Für die 13-Jährige war der Bürgerrechtler kein Unbekannter, wie sie sagte. Sie lese sehr gerne und sei schon vor Jahren über ihn und seine Ansichten gestolpert. Trotzdem habe das Musical einige Überraschungen für sie parat gehabt. „Ich wusste nicht, dass er erschossen wurde und die berühmte Rede ,Ich habe einen Traum’ gehalten hat“, sagte sie. Weil sie beim diesmaligen Chorlager in Eberswalde große Lust auf eine Hauptrolle hatte, habe sie sich für die Figur des Martin Luther King beworben.

Martin Luther King beherrschte die Schlagzeilen jener Tage

Martin Luther King beherrschte die Schlagzeilen jener Tage.

Quelle: Christian Bark

Als dieser konnte sie am Samstag auf der Bühne dann die große Rede verkünden, die King 1963 in Washington vor 250 000 Zuhörern gehalten hatte. Darunter Passagen wie diese: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.“ An die 200 Zuschauer träumten am Samstag in Wittstock diesen Traum mit den Jugendlichen und er soll in den kommenden Tagen weitergeträumt werden, wie Kantor Matthias Noack informierte.

Weitere Vorführungen finden am Freitag um 18 Uhr in der Klosterkirche Neuruppin, am Sonntag um 16.30 Uhr in der Temnitzkirche Netzeband sowie am Freitag darauf um 12 Uhr im Zentrum Kinder auf dem Kirchentag in Berlin statt. Der Eintritt ist frei.

Von Christian Bark

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