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Kindertotenlieder im Schloss

Rheinsberg Kindertotenlieder im Schloss

Nur 30 Besucher erlebten das eindrucksvolle Konzert des Baritons Markus Vollberg und des Pianisten Clemens Michael Kraft im Foyer des Rheinsberger Schlosstheaters, in dem es um das künstlerische Verarbeiten des Schmerzes ging, nachdem die Kinder gestorben waren.

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Im Rheinsberger Theater sang Markus Vollberg Lieder von Schubert, Schumann und Mahler.

Quelle: Cornelia Felsch

Rheinsberg. Gefühle der Trauer und Wut, gesungen an einem der ersten sonnigen Frühlingstage – für viele Menschen der Region war der Liederabend im Foyer des Rheinsberger Schlosstheaters wohl keine Alternative zum Parkspaziergang. Nur 30 Besucher erlebten das Konzert des Baritons Markus Vollberg und des Pianisten Michael Kraft, bei dem Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann und auch die Kindertotenlieder von Gustav Mahler auf dem Programm standen.

Mit Franz Schubert beginnt der musikalische Nachmittag. Mehr als 500 Lieder hat der Wien geborene Musiker komponiert, und seine Lieder gehören zum festen Programm aller Sängerinnen und Sänger, die sich mit Liedgesang beschäftigen. So wie auch Markus Vollberg. Mit seiner warmen Bariton-Stimme lässt der Sänger romantisch den Mond flimmern und die Träume wiederkehren bis schließlich perlende, fröhliche Klaviertöne die leise wehmütige Stimmung beenden. Von fröhlichen Wellen, dem schwankenden Kahn und dem tanzenden Abendrot singt Markus Vollberg. In wechselndem Licht entfaltet der Sänger seine Stimme, die Konzertbesucher sind sichtlich gefangen von der romantischen Gefühlswelt. Heinrich Heine und Robert Schumann waren ein romantisches Traumpaar. „Heine hat auf den Komponisten eine ganz besondere Faszination ausgeübt“, sagt Markus Vollberg. An diesem Nachmittag erklingen drei Heine-Vertonungen. Begegnet sind sich die beiden Künstler im wahren Leben allerdings nur ein einziges Mal.

Vergänglichkeit des Seins

Die Vergänglichkeit bestimmt den zweiten Teil des Konzerts, in dem fünf Kindertotenlieder von Gustav Mahler nach Texten von Friedrich Rückert erklingen. 428 Texte dieser Art hat der Dichter verfasst, um den Tod seiner beiden Kinder zu verarbeiten. „Mahlers Frau Alma konnte nicht verstehen, dass ihr Mann solche Lieder komponierte, während die Kinder vergnügt im Garten spielten“, sagt Clemens Michael Kraft in einer kurzen Einführung. Wenige Jahre später starb Mahlers erste Tochter.

Der Schmerz zieht durch die Musik. Klavier- und Gesangsstimme meistern gemeinsam die Trauer – fliehen in die Vergangenheit, erkennen die Realität und erfassen die Wirklichkeit. Zorn und Ärger sprechen im zweiten Lied aus der wütenden Stimme des Sängers. Im dritten Lied schwankt der Trauernde zwischen Erinnerungen und Realität des Todes. „Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen“ heißt es im vierten Lied. Noch einmal wird die Musik dynamischer, bis die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden im fünften Lied von einer gedämpften, verhaltenen Melodie begleitet wird. Sich singend mit dem Tod zu beschäftigen, das ist wohl eine besondere Herausforderung, die beide Musiker am Sonnabend beeindruckend meisterten.

Von Cornelia Felsch

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