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Gottesdienst für Jugendliche

In Krangen swingt am Sonntag die Kirche Gottesdienst für Jugendliche

Es muss nicht immer alles beim Alten bleiben: Jugendliche wünschen sich mehr Zeitgeist im Gottesdienst. Mitglieder der Jungen Gemeinde Neuruppin gestalteten am Sonntag ihren Jugendgottesdienst mit Rap, modernen Songs von Beatles bis Fool’s Garden und jeder Menge Spaß.

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Auch wenn nicht jeder Ton stimmt – der Spaß kommt nicht zu kurz beim gemeinsamen Singen.

Quelle: Regine Buddeke

Krangen. Schon der Einzug ist ungewöhnlich: Swingend und rappend wie eine Gospeltruppe ziehen am Sonntagmorgen die Akteure in die Krangener Kirche ein. „Hallo Freunde, hallo Feinde, hallo Individuum, hallo Gemeinde“ singen sie gut gelaunt und begrüßen die 30 Zuhörer. „Kirche digital“ – so hieß einstmals das Thema, bei dem es um moderne Kommunikation per Facebook, Skype und Whats App gehen sollte und ob die gut ist für zwischenmenschliche Begegnungen ist. Ein halbes Jahr haben die Jugendlichen der Jungen Gemeinde Neuruppin unter der Obhut der Vikarin Anna Hellwig am Thema gearbeitet. Herausgekommen ist indes am Ende etwas ganz anderes. Die echte Interaktion aller Mitwirkenden – zum Thema „Miteinander Umgehen.“

„Wir wollten unseren Gottesdienst so gestalten, wie wir ihn gerne hätten. Sonst geht Jugend ja kaum mehr in die Kirche“, wird das Anliegen erklärt. Auf der Leinwand sieht man den Pfarrer in der Krangener Kirche seine Arbeit tun, aus den Laptoplautsprechern ertönt die recht monotone Rede dazu. „Langweilig“, befindet einer. „Zum Einschlafen“, sein Nachbar. „In der Schule hätte ich dafür eine Sechs bekommen.“ Uralte Texte für uralte Leute – das sei nicht zeitgemäß, befinden alle unisono. Und stellen alles auf den Kopf. Zuerst mit dem Beatles-Song „With all little help from my friends”. Das taugt als Motto des Gottesdienstes. Schon die erste Zeile, übersetzt “Was würdet ihr denken, wenn ich mal schief singe?” trifft den Nagel auf den Kopf. Denn auch die Gottesdienstbesucher sind aufgefordert, mitzusingen. Dass da nicht jeder Ton ins Schwarze trifft, ist vorprogrammiert. Und wird indes von allen Anwesenden fröhlich belacht. Predigtelemente aus den Römerbriefen werden kommentiert. „Bin ich nicht Teil des Ganzen, wenn ich nicht an Christus glaube?“, beschwert sich Sigmund Freud über einen Paulus-Text. „Da können Neurosen entstehen“, moniert er eine Passage, die ihm nicht zeitgemäß erscheint und an Toleranz zu wünschen übrig lässt. „Ich bin Batman“, röhrt ein Mädchen mit Bassstimme und erntet Gelächter. „Ich bin der schwarze Rächer – soll das falsch sein? Gott bestraft doch auch!“, stellt sie das Verbot, Böses mit Bösem zu vergelten, auf den Prüfstand.

Dann fehlt der Ansagetext für die Kollekte: Schwamm drüber und gelacht. Das Jugenddankopfer der Kollekte wird einem Mädcheninternat im afrikanischen Swasiland zugutekommen, um den Mädchen die recht häufigen Übergriffe auf dem Schulweg zu ersparen.

Lieder wie „Lemon Tree“ oder „I see Fire“ aus dem Film „Der Hobbit“ umrahmen die Gedanken der Jugendlichen. Perfektion? Wer will die schon. Das Miteinander zählt und das funktioniert bestens. „Hey Jude“, singen am Ende alle in kollektiver Wonne, bis sogar das anwesende Baby mitkräht. Auch wenn es falsch klingt, am Ende ist alles richtig. „Die Botschaft ist angekommen“, lobt Anna Hellwig und lädt Akteure und Gäste zum geselligen Büfett.

Von Regine Buddeke

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