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Ostprignitz-Ruppin Kirche kritisiert Aktion zum Flüchtlingsheim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kirche kritisiert Aktion zum Flüchtlingsheim
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01:18 17.11.2014
Pfarrer Alexander Bothe kritisiert die AfD für ihre Unterschriftenaktion. Quelle: Matthias Anke
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Wusterhausen

"Sie bedient fremdenfeindliche Ressentiments", sagt der Wusterhausener Pfarrer Alexander Bothe, der auch Superintendent für den Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen ist, über die Unterschriftenaktion der AfD. Diese soll laut Partei eine befristete Laufzeit für das in Wusterhausen geplante Flüchtlingsheim sowie eine maximale Belegungszahl bewirken. "Viel wichtiger ist es, sich mit der Situation der Menschen zu beschäftigen, die kommen. Im Oktober stellten syrische Bürgerkriegsflüchtlinge den größten Anteil an Asylbewerbern. Sollten Menschen, die der Hölle auf Erden entkommen sind, mit Argwohn beäugt werden, ob sie womöglich ,nur' Wirtschaftsflüchtlinge sind?", fragt Bothe.

Gerade wegen dieser Ängste, die die AfD unberechtigt schüre, protestiert auch Neustadts Pfarrer Wolf Fröhling. "Bisher kommen alle aus Krisengebieten. Das kann so nicht stehenbleiben, dass es vermutlich auch Wirtschaftsflüchtlinge sein könnten. Dass dem nicht so ist, liegt doch auf der Hand", sagt Fröhling. Er sieht in der Aktion eine " gefährliche Stimmungsmache".

Um sich ein Bild zu machen, wie die Flüchtlinge in Treskow bei Neuruppin untergebracht sind, wollen die Kirchenvertreter sie nächste Woche dort besuchen. Von ihren Erlebnissen soll beim nächsten Unterstützertreffen in Wusterhausen berichtet werden. Es beginnt am Mittwoch, 26. November, um 17.30 Uhr im Rathaus. Auch Vereine und Bürger gehören diesem kleinen Netzwerk an, das sich Ende vorigen Monats zusammenfand. Kontaktmann für den kirchlichen Unterstützerkreis ist in der Region seither der Sieversdorfer Pfarrer Lars Haake.

Pfarrer Bothe bescheinigt der AfD-Aktion indes keine Aussicht auf Erfolg: "Zum Glück leben wir in einem Land, in dem keine Gemeindevertretung einen Mietvertrag untersagen oder reglementieren kann, der Flüchtlingen eine vorübergehende Bleibe ermöglicht. Und sicherlich würde sich in der Wusterhausener Gemeindevertretung so etwas nicht durchsetzen lassen - auch wenn die AfD Unterschriften sammelt." Bothe gibt "die Hoffnung nicht auf, dass den Flüchtlingen mit Interesse, Hilfsbereitschaft und Toleranz begegnet wird" und dass "eine fremdenfeindliche, von Angst und Vorurteilen bestimmte Gesinnung in Wusterhausen nicht ankommt."

Von Matthias Anke

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