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Kirche will neue Kita bauen

Radensleben Kirche will neue Kita bauen

Die evangelische Kirchengemeinde will in Radensleben eine neue Kita bauen. In das Gebäude könnte 2017 oder 2018 auch der Ortsbeirat mit einziehen. Die Pläne für eine Sanierung des denkmalgeschützten Quast’schen Altenteils haben sich damit aber wohl endgültig zerschlagen.

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Die Stadt will ihr Straßenlicht verkaufen

Die NWG ließ das Quast’sche Altenteil in Radensleben sichern und das Dach sanieren. Weiter reichte das Geld bisher nicht.

Quelle: Peter Geisler

Radensleben. Nach gut zehn Jahren Diskussion gibt es neue Hoffnung für den Ortsbeirat von Radensleben: Er könnte endlich den Dorftreff bekommen, auf den er bisher vergeblich wartet. Zwar nicht dort, wo er lange geplant war – aber dafür besser. Die Kirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben will in Radensleben einen neuen Kindergarten bauen. Und in dieses Gebäude könnte auch der Ortsbeirat mit einziehen – wenn es sehr gut läuft, vielleicht sogar schon im nächsten Jahr.

Bisher ist die kleine Kita „Blaustern“ im Radenslebener Pfarrhaus untergebracht. Das Gebäude gehört der evangelische Kirche, betrieben wird die Kita vom Arbeitersamariterbund (ASB).

Im alten Pfarrhaus ist für die Kinder nicht genug Platz

Die Bedingungen für den Kindergarten sind alles andere als gut. Der Platz im Pfarrhaus ist knapp, außerdem müsste das Gebäude dringend saniert werden. „Für eine Kita ist das eigentlich nicht mehr zumutbar“, sagt Gregor Hamsch, der Geschäftsführer der evangelischen Gemeinde. Die hat sich deshalb entschlossen, nebenan neu zu bauen – eine moderne Kita für etwa 35 Kinder mit allen, zehn mehr als bisher; Platz genug gibt es auf dem kirchlichen Grundstück noch. „Und weil wir um die Verwicklungen in Radeleben wissen, haben wir dem Ortsbeirat angeboten, dort mit einzuziehen“, sagt Gregor Hamsch. Im Neubau ist ohnehin ein Gemeinderaum geplant – warum soll da nicht auch Platz für den Ortsbeirat sein?

Für Ortsvorsteher Hardy Richter wäre das die Idealvariante. Alle anderen Lösungen, die in den vergangenen Jahren diskutiert wurden, sieht er weit abgeschlagen. Zumal aus denen bisher ja nichts wurde.

Ortsbeirat sucht seit Jahren nach einem Quartier

Ursprünglich hatte der Ortsbeirat auf den Umbau des einstigen Herrenhauses der Familie Quast gehofft. Doch das ist noch immer eine Baustelle. Dann hatte der Ortsbeirat ein Auge auf leer stehende Räume der Initiative Jugendarbeit (IJN) gleich nebenan geworfen. Aber auch daraus wurde bisher nichts. „Wir favorisieren ganz klar das Angebot der Kirche“, sagt Ortsvorsteher Richter und weiß den restlichen Ortsbeirat hinter sich.

Einziges Problem: Was wird aus dem Altenteil der Familie von Quast, das eigentlich einmal für den Ortsbeirat und die Radenslebener Vereine vorgesehen war? Das gehörte bis 2010 der Stadt Neuruppin – doch die wusste so recht nichts damit anzufangen. Schließlich haben die Stadtverordneten beschlossen, das Gebäude – mehr oder minder eine Ruine – an die städtische Wohnungsgesellschaft NWG zu übertragen. Deren Geschäftsführer war alles andere als glücklich. Doch die Stadtverordneten legten noch einen Zuschuss von 200 000 Euro drauf – verbunden mit der Auflagen, das denkmalgeschützte Haus zu sanieren und für das Dorf zu erhalten.

Umbau des Quast’schen Altenteils soll über eine Million Euro kosten

Von Anfang an war klar, dass die 200 000 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können. Grobe Planungen gingen schon 2010 von Sanierungskosten von weit über einer Million Euro aus.

Dabei war lange unklar, was genau aus dem Haus werden soll. Der frühere NWG-Chef Walter Tolsdorf lehnte es lange ab, so viel Geld in ein Gebäude zu stecken, ohne dass eindeutiges Nutzungskonzept vorliegt. Die 200 000 Euro hat die NWG ausgeben, um das Dach zu sichern und zu sanieren. Viel mehr passierte aber nicht. Seit 2015 ist Robert Liefke Geschäftsführer der NWG. Er hat der Stadt inzwischen 34 000 Euro angeboten, wenn sie auf die Pflicht zum Umbau für den Ortsbeirat verzichtet. Eine Million für vielleicht zwei Wohnungen und einen Tagungsraum zu investieren, hält er für unverhältnismäßig: „So viel investieren wir gerade aus, um in Neuruppin einen ganzen Aufgang barrierefrei umzubauen“, sagt Liefke. Das wären zehn Wohnungen.

Ortsvorsteher wollen Geld von der NWG zurückfordern

Einige Ortsvorsteher fordern derweil, die NWG sollte die gesamten 200 000 Euro zurückzahlen. Doch dafür sieht Robert Liefke wenig Möglichkeiten. Das Geld sei schließlich wie vereinbart für den Erhalt des Hauses ausgegeben worden: „Es steckt im Dach.“ Aber es reichte eben nicht weiter.

Ein Argument, dem am Mittwoch auch der Radenslebener Ortsbeirat zustimmen konnte. Er schloss sich der Forderung nach Rückzahlung der 200 000 Euro deshalb nicht an und stimmte dafür, die NWG aus der Sanierungspflicht zu entlassen. Die würde das Gebäude am liebsten schnell verkaufen und das teure Problem so lösen. Falls das nicht klappt, käme für den NWG-Chef noch eine Sanierung in einer absoluten Minimalvariante infrage. „Es wäre gut, wenn dort schnell etwas passiert“, räumt Robert Liefke ein: „Das ist ja wirklich ein Schandfleck im Dorf.“

Von Reyk Grunow

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