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Klanggewaltiger Abschied von 2017

Rheinsberg Klanggewaltiger Abschied von 2017

Goodbye Seventeen war das Motto: Die Rheinsberger Bläser der St. Laurentius Gemeinde schicken das alte Jahr mit einem bunten Konzert in die Geschichte. Kantorin Juliane Felsch-Grunow und das Ensemble schlugen besinnliche, aber auch lautstarke Töne an. 250 Zuhörer lauschten den Klängen.

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Goodbye Seventeen: die Bläser der Rheinsberg St. Laurentius Gemeinde bestritten das Jahresabschlusskonzert.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Man rückt wieder zusammen. Das ist deutlich zu spüren. Nicht nur, weil die Kirchenbänke der Rheinsberger St- Laurentius Kirche dicht gefüllt sind – mehr als 250 Menschen haben am Silvestertag den Weg zum Jahresabschiedskonzert der Rheinsberger Bläser gefunden. Auch bei den Musikern selbst ist ein Zusammenrücken unerlässlich. „Ohne einander wären wir gar nicht lebensfähig“, beschreibt es Kantorin Juliane Felsch-Grunow, die den Nachmittag moderiert, dirigiert und die Orgel spielt. Sie meint damit die Tatsache, dass die Bläser aus Menz mit den Rheinsbergern zusammenspielen. Und auch einige Lindower, die seit ein paar Jahren mittun. Gemeinsamkeit ist für alle bereichernd. Das spüren auch die Zuhörer, als die rund 20 Bläser mit dem majestätischen „Land of Hope and Glory“ von Edward Elgar das Konzert eröffnen. Beim folgenden „Der Morgenstern ist aufgedrungen“ sind sie selbst gefordert. Ein Stück von Michael Praetorius, ein Freuden-Lied aus Schlesien, das fabulöse „Deck the Halls“ aus Wales – es ist ein buntes Notenbuch, das die Bläser aufblättern.

„Ein Rückblick auf alte deutsche Weihnachtsmusik“, kündigt Juliane Felsch-Grunow das von Martin Luther geschriebene „Vom Himmel hoch da komm ich her“ an. „Meist kommt man im Singgottesdienst nicht bis zur 15. Strophe“, so die Kantorin. „Aber gerade die passt so gut zum Jahreswechsel.“ Dann setzt sie sich an die Orgel und spielt, gefolgt von Bachs wunderbarem „Wohl mir dass ich Jesum habe“.

Juliane Felsch-Grunow dirigierte

Juliane Felsch-Grunow dirigierte.

Quelle: Regine Buddeke

Ein kleines Wunderwerk ist Vivaldis Winter aus den „Jahreszeiten“. So ganz ohne elegische Geigen und trillernde Flöten kommt dieser Winter – draußen sind zehn Plusgrade – streng, grimmig kalt und majestätisch daher. Danach passend eine „Kleine nordische Suite“ – geschrieben von Rheinsbergs Altkantor Hartmut Grosch. „Wir spielen es als Genesungswunsch für ihn“, so die Kantorin – Grosch ist seit einiger Zeit krank. Ein quirliges „Walking in the Air“, Mendelssohn Bartholdys zauberhaftes „Hark, the Herald-Angels sing“ – das Konzert spannt einen Bogen durch Raum und Zeit. „Fragen Sie nicht, was das Jahr 2017 Ihnen gebracht hat. Fragen Sie, was Sie ihm gebracht haben – und ziehen Sie Schlüsse für das 2018“, zitiert Juliane Felsch-Grunow nach einem Text von Michael Ruetz mit Anregungen fürs Neue Jahr: mehr Weltliteratur lesen, einen Tag ohne jedweden Bildschirm verbringen, nicht zu oft zornig sein, den Menschen Aufmerksamkeit schenken, seinen Liebsten umarmen. „Falls er das nicht will, haben Sie ein Problem. Eins, dass Sie lösen sollten.“ Dann liest sie eine kleine Neujahrsgeschichte, die Mut macht und Hoffnung gibt für neue Wege: Eine Geschichte über zwei über 80-Jährige, die sich am Silvestermorgen zufällig begegnen.

„Wir haben ein spannendes Jahr vor uns, die Kirche soll von innen saniert werden“, erklärt die Kantorin. Vieles sei unklar. „Klar ist, dass die Bläser weiter proben.“ Die bedanken sich bei ihrer Kantorin mit einem Präsent und dem Wunsch, „dass es noch möglichst lange so weitergeht.“ Der Ohrwurm „What a wonderful World“ entlässt die Zuhörer hoffnungsvoll ins Neue Jahr.

Von Regine Buddeke

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