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Kleiderkammer eröffnet im April

Rheinsberg Kleiderkammer eröffnet im April

Seit dem vergangenen Jahr gab es keine Kleiderkammer in Rheinsberg, jetzt eröffnet das Deutsche Rote Kreuz im April wieder eine Anlaufstelle für Bedürfte in der Prinzenstadt. Zu verdanken hat die Stadt das Angebot dem Engagement einer Stadtverordneten, der dem Kleiderkammer-Betreiber die Räume mietfrei überlässt.

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Ab April soll es wieder in Rheinsberger eine Kleiderkammer geben.

Quelle: Frank Pechhold

Rheinsberg. Ohne Hans-Georg Rieger und seine Mutter Margarete würde es vermutlich noch lange keine Kleiderkammer in Rheinsberg geben. Davon ist Ronny Sattelmair überzeugt. „Wir sind für das Engagement sehr dankbar“, sagt der Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands. Der Rheinsberger Rechtsanwalt und Stadtverordneter (BVB/Freie Wähler) hat dem Deutschen Roten Kreuz in der Schlossstraße 20 kostenlos Räume zur Verfügung gestellt und übernimmt sogar die Betriebskosten. So kann das Deutsche Rote Kreuz nun bereits im April dort wieder eine Kleiderkammer eröffnen, nachdem es den alten Standort, eine städtische Immobilie, wegen Schimmelbefalls im vergangen Jahr aufgeben musste und lange keinen Ersatz fand (die MAZ berichtete).

Die drei Räume in der Schloßstraße gehören nicht Hans-Georg Rieger, sondern seiner mehr als 90 Jahre alten, kranken Mutter, für die der Anwalt der Generalbevollmächtigte ist. „Ich bin mir aber sicher, dass es in ihrem Sinne ist.“ Denn seine Mutter habe sich zeitlebens sozial engagiert. „Als sie noch das Eisenwarengeschäft in Baden-Württemberg führte, gab sie immer die Hälfte des Gewinns in der Kasse an die Kirche ab.“ Als sie später den Laden aufgegeben hat, habe sie den Erlös des versteigerten Mobiliars sogar in Gänze gespendet.

Nachdem ihr Sohn also gesehen hat, dass die Suche nach einem neuen Domizil für die Kleiderkammer in Rheinsberg monatelang ohne Erfolg verlief, und gleichzeitig merkte, dass der Bedarf da ist, war es für ihn nur folgerichtig, die Räume an der Rheinsberger Haupteinkaufsstraße anzubieten. Rieger hofft, dass an diesem Standort künftig neben Kleidung auch Möbel und andere Dinge an Bedürftige weitergegeben werden. An Ideen mangele es nicht, sie müssen aber noch weiterentwickelt werden.

Dass das klappt, davon ist Rieger überzeugt: „Es ist eine sehr angenehme und effektive Zusammenarbeit mit dem DRK.“ Damit die Kleiderkammer gut startet, springt der Anwalt persönlich als Ehrenamtler bei der Beratung an den Kleiderständern ein.

Das Rote Kreuz möchte stabile Öffnungszeiten

Das ist auch genau richtig, denn das Deutsche Rote Kreuz sucht noch Menschen, die in der Kleiderkammer ohne Entgelt arbeiten wollen. Einige Interessenten gibt es zwar schon. „Aber wir brauchen noch mehr, um stabile Öffnungszeiten anbieten zu können“, sagt Peter Falkenberg, der beim DRK für die Kleiderkammern im Landkreis verantwortlich ist.

An Bedürftige her­ausgegeben werden soll die benutzte Kleidung an zwei Tagen der Woche, einmal vor- und einmal nachmittags. An welchen Wochentagen, das will Falkenberg von den Möglichkeiten der Helfer abhängig machen. „Durchgängige Öffnungszeiten kriegen wir nicht hin“, ergänzt Ronny Sattelmair. Da der Bedarf in Rheinsberg aber auch nicht so hoch ist wie beispielsweise in Neuruppin, reiche das aus.

Peter Falkenberg freut es, dass es in der Prinzenstadt überhaupt wieder eine Anlaufstelle für Bedürftige geben wird. „So ein Engagement ist mir noch nicht untergekommen. Ohne Herrn Rieger könnten wir das nicht machen.“ Denn der gemeinnützige Betreiber kann es sich nicht leisten, Miete zu bezahlen. Und die Stadt hatte angeblich kein Alternativobjekt zum maroden Altstandort in der Rheinsberger Dr.-Martin-Henning-Straße. Geld für die Institution wollte sie ebenfalls nicht ausgeben. Auch die Lokalpolitiker konnten nicht helfen, auch wenn sie zum Ende des Jahres parteiübergreifend betonten, dass die Stadt eine Kleiderkammer dringend benötigt (die MAZ berichtete).

Das Lob scheint Hans-Georg Rieger nicht ganz recht, auch wenn er sonst nicht ungern im Rampenlicht zu stehen scheint. Er verweist immer wieder auf seine Mutter, ohne die das Ganze nicht geklappt hätte. Dann aber, dazu ist der Stadtvertreter wohl doch zu streitbar, gibt er doch noch einen Kommentar ab: „Wenn ich mich auf die Bürokratie und die Politik verlassen hätte, dann wären wir mit der Kleiderkammer wahrscheinlich erst kurz vor der BER-Flughafeneröffnung fertig geworden“.

Von Celina Aniol

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