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Kleiner Schatz für die Heimatstube

Kyritz Kleiner Schatz für die Heimatstube

Der gebürtige Kyritzer Mario Neubauer, der jetzt in Werne lebt, schenkte dem Heimatverein Kyritz seine historische Postkartensammlung. Sie können in der Heimatstube angeschaut werden.

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Nora Görke (r.) und Museumskoordinatorin Susann Hoyer (2. v. r.) sahen sich die von Angela Städeke und Helmut Wagner geordneten Postkarten an.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Unspektakulär und ohne große Ankündigung kam sie in der Heimatstube Kyritz vor ein paar Wochen an. Eine junge Frau brachte die historische Postkartensammlung zu Helmut Wagner und Angela Städeke vom Historischen Heimatverein. „Mit drei Tüten stand sie plötzlich im Büro“, erzählt Angela Städeke. Da erinnerten sie und Helmut Wagner sich wieder an den Vorschlag des Kyritzers Mario Neubauer, der jetzt in Werne lebt, dem Verein seine gesammelten Postkarten zur Verfügung zu stellen. „Es war wohl zwei Jahre her, dass wir darüber gesprochen hatten“, so Wagner.

Er sortierte die Karten und versuchte sie zu ordnen. Allein in dem großen Album gibt es 382 Exemplare. Die anderen Karten füllen weitere vier kleine Alben. Alles ist in der Heimatstube zu sehen.

Älteste Karte von 1898

Die älteste Karte ist von 1898. Die wohl kurioseste zeigt das Hotel „Schwarzer Adler“ mit einer Geheimschrift am Rand. „Wir können sie nicht entziffern“, sagt Angela Städeke. Zu lesen ist aber der Absender: Marg. Becker. Und die Karte war schon in New York. Das kann man ihr auch entnehmen.

„Ich freue mich darüber, dass ein Kyritzer daran gedacht hat, seine Sammlerstücke seiner Heimatstadt zu überlassen“, sagte Bürgermeisterin Nora Görke, als sie die Sammlung vor sich zu liegen hatte. Und sie hofft, dass auch andere Kyritzer dem Beispiel folgen. Viel könne man aus den alten Ansichten ablesen, zum Beispiel wie Häuserfronten einst ausgesehen haben. Markantestes Beispiel ist wohl das Eichhorstsche Haus in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. „Dort wurde immer wieder der Eingang verändert. Mal war er seitlich, mal da, wo er heute ist“, erzählt Angela Städeke. So habe jeder Ladenbesitzer seine Spuren hinterlassen. Die Mitarbeiterin der Heimatstube findet es interessant, wie sich die Stadt über die Jahre verändert hat.

Kleine Unterschiede zu sehen

Manchmal sind es nur kleine Unterschiede wie ein neues Fenster oder eine andere Tür. „Wir hatten schon Architekten, die sich über alte Stadtansichten bei uns informiert haben“, so die Mitarbeiterin. Die Postkarten seien neben den alten Stadtansichten im Flur der Heimatstube immer ein schöner Aufhänger, um mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Beim Betrachten der alten Bilder fällt vielen so manche Geschichte aus der eigenen Kindheit oder Familie ein“, so Angela Städeke.

Sie erklärte auch, was es mit den Postkarten einst auf sich hatte. Die Bildergrüße galten nämlich ursprünglich als unsittlich. Man schrieb nicht einfach so für Jedermann leserlich seine Gedanken auf und verschickte sie. Erst mit der Feldpost im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 setzte sich die Postkarte als Kommunikationsmittel durch. Zunächst gab es jedoch noch keine Fotos, sondern Zeichnungen. Bis 1904 waren die Postkarten so gestaltet, dass auf der Bildseite nur „Gruß von ...“ geschrieben werden konnte. Ansonsten gab es keinen Platz für weitere Mitteilungen. Auf der Rückseite stand nur die Adresse. Größere Texte waren erst nach 1904 möglich. Briefmarken gab es in Kyritz schon ab November 1850. Im Regierungsblatt wurde damals das Frankieren von Briefen geregelt. Der Vorschlag des Generalpostdirektors, auch Karten einzuführen, wurde damals noch abgelehnt.

Von Sandra Bels

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