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Kleinod in der Fontanestadt

Neuruppin Kleinod in der Fontanestadt

Der Neuruppiner Tempelgarten gehört zu den wichtigsten Gartenanlagen Brandenburgs. Seine Sanierung wurde nun abgeschlossen. Am Tag der Städtebauförderung führte Gartenarchitektin Brigitte Gehrke die Besucher durch die Anlage.

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Die Gartenarchtektin Brigitte Gehrke führte die Besucher durch die Tempelgarten-Anlage.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Schon Kronprinz Friedrich II. hat den Amalthea-Garten am Neuruppiner Wall für Freizeitvergnügungen genutzt, baute aber auch Spargel, Melonen und Weintrauben an. Nun gibt es dort wieder ein Weinspalier rund um den Amalthea-Tempel. Bis die Trauben reif sind, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde eröffnete am Sonnabend den Tag der Städtebauförderung im Skulpturenrondell des frisch sanierten Tempelgartens und informierte die Besucher über die erfolgten Sanierungsarbeiten.

Blockflötenmusik, gespielt von Schülerinnen der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin sorgte für den feierlichen Rahmen der Veranstaltung. Der Tag, der auf die bauliche Städteentwicklung aufmerksam machen soll, fand zum dritten Mal im gesamten Bundesgebiet statt.

Seit der Übernahme des Gartens in den Besitz der Stadt Neuruppin , ist dort in den vergangenen 24 Jahren viel passiert. Für Baumaßnahmen an Gebäuden, Umfassungsmauern und Anlagen wurden 3,5 Millionen Euro ausgegeben. Bundes- und Landesmittel sowie städtische Eigenmittel und Spenden flossen in den Tempelgarten. 190 000 Euro kostete die Sanierung des Café-Hauses, 270 000 Euro das Gärtnerhaus. Der Apollo-Tempel wurde 2012 fertiggestellt – für 367 000 Euro. Eingangsbereich, Bastion und Mauern wurden in Stand gesetzt, das Geld für fehlende Putten, einen Gedenkstein und Feuerschalen brachte der Förderverein des Tempelgartens auf.

Überraschungen bei Tiefbauarbeiten

Rund 20 Besucher ließen sich am Sonnabend von der Gartenarchitektin Brigitte Gehrke durch die 13 150 Quadratmeter große Tempelgartenanlage führen und darüber aufklären, mit welchen Komplikationen die Gartenarchitekten klar kommen mussten. So waren nur wenige Pläne vorhanden. Um Streitpunkte auszuräumen, wurde gebuddelt, was nur selten zum Erfolg führte. Dinge, die nicht historisch nachgewiesen werden konnten, dürfen nicht realisiert werden und so ist das Mittelrondell nun oval und nicht kreisförmig. Dafür fand man bei den Tiefbauarbeiten an der Wolfsschlucht im Nordteil des Gartens Fundamente aus dem Mittelalter, Reste von Formsteinen, Terrakotten und farbige Putzreste. Man stieß allerdings auch auf eine Elek-troleitung der Stadtwerke. „Wäre diese beschädigt worden, so wäre halb Neuruppin ohne Strom gewesen“, sagte die Gartenarchitektin, die sich verwundert darüber zeigte, dass die Leitungstrasse aus den Plänen nicht ersichtlich war.

Für die Gestaltung der Gartenanlage wurden historische Fotos heran gezogen. 59 Bäume wurden neu gepflanzt. An den Torhäusern stehen jetzt zwei Ulmen, die mit einem aufwendigen Wurzelschutzsystem versehen wurden. Der Tempel wird von Buchsbaumkugeln und einem Weinspalier eingerahmt, in der Bepflanzung der Blumen- Rundbeete kehrt ein Motiv der Umfassungsmauer wieder. Die Unterhaltung des Gartens kostet die Stadt Neuruppin jährlich 60 000 Euro.

Von Cornelia Felsch

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