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Kleinsthäuser sind „Denkmal des Monats“

Kyritz Kleinsthäuser sind „Denkmal des Monats“

Die landesweite Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ zeichnet am 19. August die Kleinsthäuser in der Kyritzer Weberstraße als „Denkmal des Monats“ und damit als Beispiel für eine gelungene Sanierung aus. Die Sanierung weiterer Häuser ist bereits in Vorbereitung.

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Am Dienstag überbrachte Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider (2.v.l.) neue Förderbescheide – auch für weitere Kleinsthäuser.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Einmal im Monat kürt die landesweite Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ ein „Denkmal des Monats“. Im August werden die Kleinsthäuser in der Kyritzer Weberstraße auf diese Weise geehrt. Zur Begründung heißt es: „Die sogenannten Budenhäuser wurden zur Auszeichnung ausgewählt, da es sich um eines der wenigen teilweise noch bauzeitlich erhaltenen Ensembles dieser Art handelt, die für die brandenburgischen Kleinstädte früher typisch waren.“

Allzu oft sind die schlichten Bauwerke wirklich nicht mehr zu finden. Auch in Kyritz gab es einst noch mehr dieser „Buden“ am Rande der Altstadt. Die in der Weberstraße sind die einzigen, die bis heute erhalten blieben. Eine sinnvolle Nutzung erschien aber lange Zeit kaum möglich: Die Häuser sind nach einfachstem Standard gebaut und oft nur 20 bis 40 Quadratmeter groß. In der Weberstraße entstanden sie um 1780 und wurden direkt an die damals schon funktionslose Stadtmauer gebaut. Mehr als drei bis fünf Meter Gebäudetiefe waren dadurch nicht möglich.

Es handelte sich um Wohnungen für die Armen. Noch heute belegen alte Akten, dass die Eigentümer meist Tagelöhner waren und dass nicht selten komplette Familien samt Kindern so ein winziges Gebäude bewohnten. Witwen oder Handwerksgesellen werden ebenso als Nutzer genannt – überraschenderweise aber auch gestandene Handwerker. Je nach Branche genossen die Gewerke damals offenbar sehr unterschiedliches Ansehen. Während Bäcker, Fleischer, Gewandschneider und Tuchmacher es bis in den Stadtrat oder gar ins Bürgermeisteramt schafften und Häuser am Marktplatz oder den größeren Straßen besaßen, brachten es andere – beispielsweise im Baugewerbe – lange nicht so weit.

Die Stadt Kyritz hat einen Teil der verbliebenen Kleinsthäuser in den vergangenen Jahren aufwendig sanieren und für die Nutzung als Übernachtungsquartier herrichten lassen. Über 800 000 Euro aus der Städtebauförderung wurden dafür aufgewendet. Am Dienstag überbrachte Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider neue Fördermittelbescheide, mit denen nun auch die Sanierung der anderen „Buden“ angestrebt werden soll. „Ich bin der Meinung, dass das auch dazu beiträgt, dass sich unser Klosterviertel entwickelt“, kommentierte die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke am Dienstag die Übergabe der Bescheide.

Bevor es mit dem Bauen in der Weberstraße also irgendwann weitergeht, werden die fertigen Häuser am Freitag, 19. August, von 15 bis 17 Uhr erst einmal als „Denkmals des Monats“ ausgezeichnet. Lukas Sabionski aus Kyritz sorgt dabei für Musik. Besucher sind willkommen. „Das ist eine Veranstaltung, über die ich mich sehr freue“, sagt die Bürgermeisterin. „Wir wissen alle, wie die sogenannten Buden noch vor ein paar Jahren aussahen.“

Von Alexander Beckmann

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