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Ostprignitz-Ruppin Kleintierzüchter freuen sich über Nachwuchs
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kleintierzüchter freuen sich über Nachwuchs
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01:15 15.04.2019
Ganz frisch geschlüpft war dieses Luzerner Goldkragen-Küken kurz vorm Fototermin. Quelle: Anja Reinbothe
Wildberg

Es ist wirklich eine kleine Sensation. Wenige Augenblicke zuvor sind zwei Luzerner Goldkragen-Küken geschlüpft. So groß wie ein Klecks Sahne, und fast nackt, bis auf ein paar Federchen. Mit dem Taubennachwuchs hatte Joachim Krebs noch nicht gerechnet.

Umso größer war die Freude des 60 Jahre alten Züchters, als er in die Voliere ging und die winzigen Jungen sah, die hilflos in die Welt blickten. Der Babyboom ist bei den kleinen Zuchttieren gerade voll im Gange. In den Ställen und Nestern wird geworfen, gebrütet, geschlüpft.

Kleintierzüchter Joachim Krebs züchtet seit 1995 Tauben und Kaninchen. Zwei Elternpaare der Rasse Marburger Feh hat er. Ein Wurf mit sechs Jungen kam schon zur Welt, auf den zweiten wartet er noch. Quelle: Anja Reinbothe

Egal wie lange Joachim Krebs schon sein Hobby betreibt, sein Enthusiasmus dafür scheint ungebremst. Seit 1995 züchtet er, hauptsächlich Tauben, aber auch Kaninchen. „Marburger Feh heißt die Rasse“, erklärt Krebs.

Sechs silber-graue Mini-Kaninchen

Sechs silber-graue Mini-Kaninchen haben kürzlich das Licht der Welt erblickt. Vielmehr erblicken sie es erst noch. „Sie haben die Augen noch geschlossen“, sagt Kleintierzüchter Krebs und zeigt auf das flauschige Etwas in seinen Händen, das er eben aus dem Stall gehoben hat. Das Näschen des Kleinen zuckt und schnuppert aufgeregt.

Nur wenige Tage alt ist der Kaninchen-Nachwuchs. Die Augen kann das Junge noch nicht öffnen. Quelle: Anja Reinbothe

Joachim Krebs hofft, dass unter dem Tauben- und Kaninchennachwuchs prachtvolle Exemplare dabei sein werden, mit denen er auf den diesjährigen Ausstellungen punkten kann. Als Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Wildberg organisiert er selbst die jährlichen Vereinsschauen. „Dieses Jahr findet sie am 2. und 3. November statt“, lädt er schon mal ein. „Tauben und Kaninchen werden gezeigt. Der Renner ist unser Meerschwein-Roulette.“

Ein Stall voll Tauben

Bis dahin muss er sein Jungvolk gut aufpäppeln und hochziehen. Große Hoffnung setzt er auf die Mittelhäuser-Tauben: „Ich habe neun Paar davon, das ist meine Hauptrasse. Dazu kommen ein Paar Luzerner Goldkragen, zwei Elternpaare vom Rheinischen Ringschläger und ein Chinesentaubenpaar.“

Auf diesen Nachwuchs ist Züchter Joachim Krebs besonders stolz: eine Chinesentaube, geboren am 26. März. „Außer mir hat in Wildberg keiner diese Taubenrasse.“ Quelle: Anja Reinbothe

Letzteres ist eine Besonderheit in Wildberg. „Es sind die einzigen im Ort und sie haben auch schon Nachwuchs. Am 26. März kam dieser zur Welt.“ Er holt das braune Vöglein aus der Voliere, das schon robuster aussieht als das Goldkragen-Küken von eben, das noch ziemlich gerupft aussieht. Wegflattern kann es noch nicht. „Erst mit etwa vier Wochen“, meint Krebs.

„Ab drei bis vier Wochen kommen die kleinen Tauben in den Jungvogelkäfig, dann wenn sie durchgefiedert sind. Dort werden sie ans Wassertrinken und Futter gewöhnt.“ Einen Zehn-Liter-Eimer Futter verbraucht er in der Woche. Zweimal die Woche säubert er die Volieren.

Männerhemden zur Eingewöhnung

In zweien hängen Männerhemden. „Das hatte ich mal gelesen, dass die Tiere dadurch ruhiger werden, weil es sie an den Menschen gewöhnen lässt.“ Es scheint zu helfen, die derzeitigen zwölf Jungvölker darin flattern nicht auf, wenn man als Fremder ihre Voliere betritt.

Als Joachim Krebs vor Jahren in einer Fachzeitschrift las, Jungvögel würden ruhiger werden, wenn man ein Hemd mit in den Käfig hängt, probierte er es aus. Es wirkt wirklich, meint er. Quelle: Anja Reinbothe

Ab Januar fängt Joachim Krebs jährlich mit der neuen Zucht an. „Drei bis vier Bruten gibt es pro Paar. Zwei Eier legt eine Muttertaube maximal. Sechs bis acht Junge brütet sie insgesamt aus.“ Mitte Mai ist die Brutzeit dann vorbei. Den Nachwuchs gibt Krebs zum Teil weg oder schlachtet ihn.

Rassestandards einer Zuchttaube

Was macht eine Zuchttaube nun eigentlich aus? Krebs erklärt es anhand einiger Kriterien der Mittelhäuser-Rasse: „Sie werden beispielsweise danach bemessen, ob sie eine leicht abfallende Rückenform haben, einen schön geschwungenen Bauch. Ob der Hals mittellang ist und voll aus den Schultern hervortritt, die Flügel gut am Körper anliegen und den Rücken decken.“

Preisrichter würden mit einem dicken Wälzer bei den Schauen herumlaufen, in dem die Kriterien drinstehen, erklärt Joachim Krebs. 97 wäre die Höchstpunktzahl.

Fit für die Jungvogelvoliere ist dieser bereits rundum gefiederte Mittelhäuser, auch „Weiße Wirtschaftstaube“ genannt. Diese Rasse züchtet Joachim Krebs vorrangig und wurde damit 2008 auch schon Deutscher Meister. Quelle: Anja Reinbothe

Seit 2006 ist Krebs Vereinsvorsitzender. „Es ist ein Traditionsverein. Dieses Jahr gibt es ihn seit 70 Jahren. 53 Jahre leitete Richard Fechner, dann habe ich übernommen. Ich werde vielleicht der letzte sein in der Dynastie der Vereinsvorsitzenden.“ Wie jedem Verein fehlt dem Wildberger der Nachwuchs. „Zwei Jugendliche haben wir nur drin, dessen Väter sind auch dabei.“

Von Osterfeuer bis Hähnekrähen

Dabei sorgt der Kleintierzuchtverein Wildberg auch für geselliges Miteinander, vom Osterfeuer, das diesmal am 18. April ab 19 Uhr, bis hin zum Hähnekrähen, bei dem eine Stunde lang gezählt wird, wie oft die gefiederten Teilnehmer Töne von sich geben. „Es findet zum 32. Mal statt, am 1. Mai um 8 Uhr in Lüchfeld.“

Für Krebs gibt es auch nach seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Katasteramt Neuruppin immer was zu tun. Nach Feierabend schaut er im Garten bei seinen Tieren nach dem Rechten, sitzt vor den Volieren.

Diese junge Mittelhäusertaube kam am 29. März zur Welt. Allmählich wächst ihr weißes Federkleid. Quelle: Anja Reinbothe

„Mit den Tauben und mir passte es von Anfang an am besten“, erzählt der Mann, der anfangs in der Landwirtschaft gelernt und gearbeitet hatte. Sein Bruder ist auch im Wildberger Verein, sein Vater war es ebenfalls, der Opa züchtete Rinder. „Durch den geregelten Feierabend im Amt konnte ich auch mit dem Züchten anfangen.“

2008 hat er sich den Meistertitel bei der Deutschen Rassetaubenschau der Mittelhäuser geholt. „Seit elf Jahren kämpfe ich darum, noch mal Deutscher Meister zu werden.“ Vielleicht klappt es mit dem diesjährigem Nachwuchs.

Von Anja Reinbothe

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