Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Kliniken kassierten Autofahrer doppelt ab

Parkplätze in Neuruppin Kliniken kassierten Autofahrer doppelt ab

Die Ruppiner Kliniken haben etliche Autofahrer auf ihren Parkplätzen in Neuruppin doppelt abkassiert. Das Geld zurückzuzahlen ist angeblich sehr schwierig. Deshalb bitten die Kliniken ihre Kunden jetzt einfach, auf das zu viel bezahlte Geld zu verzichten. Das ADAC hält die Idee juristisch für sehr fragwürdig.

Voriger Artikel
Buntes Programm in den Ferien
Nächster Artikel
Schulangebot angeblich mangelhaft

Wer auf einem Parkplatz der Ruppiner Kliniken parkt, muss in der Regel mit der EC-Karte bezahlen. Das kann schiefgehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Durch eine technische Panne haben die Ruppiner Kliniken in Neuruppin womöglich von hunderten Benutzern ihrer Parkplätze zu viel Geld kassiert. Wer mit seinem Wagen am Neuruppiner Krankenhaus parken will, muss dazu seine EC-Karte benutzen, von der die Gebühren im Nachhinein abgebucht werden. Offenbar wurden dabei von vielen Autofahrern doppelte Gebühren eingezogen.

Betroffen sind Autofahrer, die im September die Besucherparkplätze des Krankenhauses benutzt hatten, teilte Klinken-Sprecherin Verena Clasen jetzt mit. Aufgefallen ist das Ganze wohl erst, als sich Parkplatznutzer gemeldet haben, die von der doppelten Abbuchung auf ihrem Konto überrascht waren.

In der Regel handelt es sich um kleine Beträge von wenigen Euro. Und weil das so ist, hoffen die Kliniken auch auf Kulanz. Denn die zu viel kassierten Gebühren zurückzuzahlen, ist anscheinend alles andere als einfach. „Aufgrund der technischen Gegebenheiten“ sei das nicht ohne Weiteres möglich, so die Firma – obwohl das Unternehmen wegen des EC-Karten-Einsatzes ja eigentlich alle Daten der Parkplatznutzer haben sollte.

Kunden könnten den Lastschrift zurückbuchen lassen

Wie kommen Nutzer also an ihr zu viel bezahltes Geld, wenn die Kliniken es nicht von selbst zurückzahlenkönnen? Theoretisch hat jeder Kontoinhaber das Recht, einer ungerechtfertigten Lastschrift von seinem Konto zu widersprechen und den eingezogenen Betrag innerhalb von acht Wochen zurückverlangen. Das erledigt die jeweilige Bank, wenn sich der Kontoinhaber dort meldet.

Doch die Ruppiner Kliniken bitten die Parkplatznutzer, auch davon abzusehen. Ihr Vorschlag: Die Leute sollten am besten auf das zu viel kassierte Geld verzichten. „Da es sich zumeist um sehr geringe Beiträge handelt, hoffen wir auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt Verena Clasen. Das Krankenhaus bietet an, den zu viel kassierten Betrag dem Tierpark Kunsterspring zu spenden.

Für den Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) funktioniert das so eigentlich gar nicht. „Da wollen es sich die Ruppiner Kliniken offenbar einfach machen“, vermutete der Neuruppiner Rechtsanwalt Jan Gollan, der als Jurist für den ADAC tätig ist. Er selbst kennt aus seiner täglichen Praxis keinen direkt Betroffenen.

Der ADAC sieht das Krankenhaus klar in der Pflicht

Doch das Geld einfach einzubehalten, das geht nicht, sagt Gollan. Jursistisch wäre das „ungerechtfertigte Bereicherung“. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch hat jeder Parkplatznutzer, von dem zu viel kassiert wurde, den Anspruch, dass ihm der Betrag erstattet wird – egal, wie gering der ist. „Selbst wenn es sich um 3 Cent handeln würde“, sagt Jan Gollan. „Da gibt es keine Bagatellgrenze.“

Wie die Klinken das von ihnen verursachte Problem lösen, ist im Prinzip ihr Problem – notfalls müssten sie jede Buchung auf ihrem Konto von Hand überprüfen. Tun sie das nicht, könnte – da das Unternehmen jetzt ja von den falschen Abbuchungen weiß – schlimmstenfalls der Vorwurf des Betrugs im Raum stehen, fürchtet der ADAC-Jurist. Von den Kliniken war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg