Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Kliniken kassierten Autofahrer doppelt ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kliniken kassierten Autofahrer doppelt ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 23.10.2017
Wer auf einem Parkplatz der Ruppiner Kliniken parkt, muss in der Regel mit der EC-Karte bezahlen. Das kann schiefgehen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Durch eine technische Panne haben die Ruppiner Kliniken in Neuruppin womöglich von hunderten Benutzern ihrer Parkplätze zu viel Geld kassiert. Wer mit seinem Wagen am Neuruppiner Krankenhaus parken will, muss dazu seine EC-Karte benutzen, von der die Gebühren im Nachhinein abgebucht werden. Offenbar wurden dabei von vielen Autofahrern doppelte Gebühren eingezogen.

Betroffen sind Autofahrer, die im September die Besucherparkplätze des Krankenhauses benutzt hatten, teilte Klinken-Sprecherin Verena Clasen jetzt mit. Aufgefallen ist das Ganze wohl erst, als sich Parkplatznutzer gemeldet haben, die von der doppelten Abbuchung auf ihrem Konto überrascht waren.

In der Regel handelt es sich um kleine Beträge von wenigen Euro. Und weil das so ist, hoffen die Kliniken auch auf Kulanz. Denn die zu viel kassierten Gebühren zurückzuzahlen, ist anscheinend alles andere als einfach. „Aufgrund der technischen Gegebenheiten“ sei das nicht ohne Weiteres möglich, so die Firma – obwohl das Unternehmen wegen des EC-Karten-Einsatzes ja eigentlich alle Daten der Parkplatznutzer haben sollte.

Kunden könnten den Lastschrift zurückbuchen lassen

Wie kommen Nutzer also an ihr zu viel bezahltes Geld, wenn die Kliniken es nicht von selbst zurückzahlenkönnen? Theoretisch hat jeder Kontoinhaber das Recht, einer ungerechtfertigten Lastschrift von seinem Konto zu widersprechen und den eingezogenen Betrag innerhalb von acht Wochen zurückverlangen. Das erledigt die jeweilige Bank, wenn sich der Kontoinhaber dort meldet.

Doch die Ruppiner Kliniken bitten die Parkplatznutzer, auch davon abzusehen. Ihr Vorschlag: Die Leute sollten am besten auf das zu viel kassierte Geld verzichten. „Da es sich zumeist um sehr geringe Beiträge handelt, hoffen wir auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt Verena Clasen. Das Krankenhaus bietet an, den zu viel kassierten Betrag dem Tierpark Kunsterspring zu spenden.

Für den Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) funktioniert das so eigentlich gar nicht. „Da wollen es sich die Ruppiner Kliniken offenbar einfach machen“, vermutete der Neuruppiner Rechtsanwalt Jan Gollan, der als Jurist für den ADAC tätig ist. Er selbst kennt aus seiner täglichen Praxis keinen direkt Betroffenen.

Der ADAC sieht das Krankenhaus klar in der Pflicht

Doch das Geld einfach einzubehalten, das geht nicht, sagt Gollan. Jursistisch wäre das „ungerechtfertigte Bereicherung“. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch hat jeder Parkplatznutzer, von dem zu viel kassiert wurde, den Anspruch, dass ihm der Betrag erstattet wird – egal, wie gering der ist. „Selbst wenn es sich um 3 Cent handeln würde“, sagt Jan Gollan. „Da gibt es keine Bagatellgrenze.“

Wie die Klinken das von ihnen verursachte Problem lösen, ist im Prinzip ihr Problem – notfalls müssten sie jede Buchung auf ihrem Konto von Hand überprüfen. Tun sie das nicht, könnte – da das Unternehmen jetzt ja von den falschen Abbuchungen weiß – schlimmstenfalls der Vorwurf des Betrugs im Raum stehen, fürchtet der ADAC-Jurist. Von den Kliniken war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

Von Reyk Grunow

Ob für die Science-Fiction-Saga „Star Wars“ oder das anstehende Halloweenfest, in der Wittstocker Bibliothek können junge Besucher wieder basteln, quizzen und spielen. Das Ferienprogramm betreut Julia Knieknecht, die seit September ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Bibliothek absolviert.

20.10.2017

Ein halbes Jahr harte Arbeit und das Resultat kann sich sehen lassen. Im Schlosstheater Rheinsberg wurde am Donnerstagabend die moderne Oper „Narziss und Echo“ aufgeführt: geschrieben und aufgeführt von 19 Elftklässlern des Neuruppiner Schinkelgymnasiums. Das Projekt ist in Kooperation mit der Musikakademie entstanden.

20.10.2017

Das Spinnrad rattert ununterbrochen, das Garn wird wie vor 100 Jahren in den Webstuhl zu Stoff gewoben. Die Methode aus längst vergangenen Tagen halten acht Frauen täglich im Wittstocker Torbogenhaus lebendig. Für sie ist es zugleich Beschäftigung, die Freude macht und eine Qualifizierungsmaßnahme für eine neue Chance am Arbeitsmarkt.

23.10.2017