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Ostprignitz-Ruppin Kloster Stift Heiligengrabe zum 10. Mal dabei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kloster Stift Heiligengrabe zum 10. Mal dabei
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00:17 19.05.2016
Äbtissin Erika Schweizer rückte das Verhältnis Tier und Mensch in den Mittelpunkt. Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

Pfingstsonntag beteiligte sich das Kloster Stift zum Heiligengrabe zum 10. Mal an der bundesweiten Aktion „Nacht der offenen Kirchen“. Im letzten Jahr besuchten die Gäste im Rahmen dieser Veranstaltung neben der Stiftskirche erstmals die Heiliggrabkapelle. Nun spielte die Kapelle die Hauptrolle.

Das Thema Mitgeschöpflichkeit stand im Mittelpunkt des Abends. Es orientierte sich am Buch Hiob aus der Bibel und hieß „Frag nur die Tiere, die lehren’s dich“. Äbtissin Erika Schweizer und Rainer Hagencord, Leiter des Instituts Theologische Zoologie in Münster, gestalteten Pfingsten darüber auch ein mehrtägiges Seminar. „Es geht darum, einen Blick in die Tierwelt auf Augenhöhe zu haben“, sagte Schweizer.

Tierwohl rückt mehr in den Blick der Menschen

„In den vergangenen zehn Jahren setzte eine Wendung ein und das Tierwohl rückt mehr in den Blick der Menschen“, ergänzte Hagencord. Und: „In Brandenburg gibt es unglaublich viele Großställe für Tiere - das Tierwohl wird immer bedeutender für die Menschen.“ Gleichzeitig schränkt er ein: „Tiere und Schöpfung sind ein Nebenthema in der Kirche, obwohl es sehr persönlich anspricht und von großer Tiefe ist.“ Dann ergänzte er: „Sich für das Tierwohl einzusetzen, kommt einer Grundhaltung gleich.“

Nacht der offenen Kirchen in der Heiliggrabkapelle. Quelle: Christamaria Ruch

Auszüge aus dem Schöpfungsoratorium „Mit allen Augen“ von Jutta Bitsch, Kirchenmusikerin aus Münster, erklangen zum Auftakt des Abends vom Band. Erika Schweizer stellte das Werk vor und die 15 Besucher hörten die Vertonung von Psalm 104 aus der Bibel. Solo- und Chorgesang bahnte sich seinen Raum und entwickelte einen Sog: Groß und mächtig wirkt dieses Werk. Sequenzen aus Musik und Lesungen bestimmten das gesamte Programm.

Erika Schweizer las jede Passage zweimal und dadurch entfaltete sich eine meditative Stimmung. Im Gedicht von Andrea Köhler heißt es: „Mensch und Tier wie zwei Schlafende in einem Bett, keiner kann je den Traum des anderen wissen, doch können sie sich im Traum begegnen.“

Beim Gesang der Buckelwale ahnte zunächst niemand, dass anschließend eine Erzählung über den Walfang und das Martyrium dieser Säugetiere folgen würde. „Das Seufzen der Wale“ zeigte auf, wie das Sterben der Tiere fast in Stille erfolgt, der letzte Lebensfunke nach dem wiederholten Harpunenschlag erlischt und auch das Walkalb dann sein Leben aushaucht.

Auch Schafe, Rinder und andere Tiere standen bei Klagetexten und –liedern dann ebenfalls im Mittelpunkt.

Von Christamaria Ruch

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