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Klosterdebatte: Zeitverzug soll genutzt werden

Kyritz Klosterdebatte: Zeitverzug soll genutzt werden

Zwar sieht derzeit alles danach aus, dass das neue Konzept zur Entwicklung des Kyritzer Klosterviertels zum Kulturstandort überarbeitet werden muss. Doch der entstehende Zeitverzug soll nicht ungenutzt bleiben. Beginnen könnten schließlich bereits wichtige Voruntersuchungen. Und es steht eine Grundsatzentscheidung bevor, die einiges in Bewegung bringen dürfte.

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Im Fokus des neuen Konzepts steht die Entwicklung der Gebäudezeile entlang der Bach-Straße inklusive der früheren Brennerei. Derzeit gilt sie noch als Schandfleck.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Zwar haben sich die Kyritzer Hauptausschussmitglieder auf ihrer Sitzung in der zurückliegenden Woche dafür ausgesprochen, das Gesamtkonzept zur Klosterviertelentwicklung von der dafür zuständigen Arbeitsgruppe überarbeiten zu lassen. Es solle also noch nicht von der Stadtverordnetenversammlung angenommen werden. Aber der damit einhergehende weitere Zeitverzug muss deshalb nicht ungenutzt bleiben. Denn der Ausschuss empfahl den Stadtverordneten zudem, bauvorbereitenden Untersuchungen zuzustimmen. Geschieht dies also bei der nächsten Sitzung am Mittwoch, 6. Juli, dann kann es losgehen.

In der von Bürgermeisterin Nora Görke eingereichten und schon in anderen Ausschüssen behandelten Beschlussvorlage heißt es zur Erläuterung: „Aufgrund der aktuellen Situation zur Entwicklung des Klosterviertels und der damit einhergehenden Verzögerung bis zur möglichen Sanierung des Klausurflügels ist es erforderlich, die notwendigen bauvorbereitenden Untersuchungen zum jetzigen Zeitpunkt weiterzuführen, um die Zwischenzeit bis zum Vorliegen des neuen Konzeptes nutzen zu können.“

Wichtige Grundlagen für das Bauantragsverfahren würden geschaffen

Gemeint sind etwa die bauhistorische Untersuchung, Holzschutzgutachten, Schadenskartierung und die Baugrunduntersuchung. Diese Vorarbeiten seien „wichtige Grundlagen für das erforderliche Bauantragsverfahren“.

Und nicht nur das: Die Hauptausschussmitglieder empfehlen der Stadtverordnetenversammlung zudem, einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Museums zu fassen. Bisher immer nur im Gespräch, kann es nach einem positiven Votum auch in dieser Sache tatsächlich vorangehen. Demnach wäre dann fix, dass das Museum im historischen Klausurflügel und in keinem anderen, womöglich neuen Gebäude eingerichtet wird.

Zudem heißt es: „Die Bürgermeisterin wird beauftragt, eine Rahmenkonzeption einschließlich seiner dauerhaften Finanzierung zur Gründung und zum Betrieb des Museums zu erarbeiten.“ Auch solle „eine qualifizierte Fachkraft“ gefunden werden.

Weitergehender fachlicher Rat in Sachen Betriebs- und Personalkosten

Bislang jedoch waren gerade die finanziellen Aussichten vielen am Thema Interessierten nur zu vage erschienen. Betriebskosten wie Personalkosten galten als nicht ausreichend mit realistischen Zahlen unterlegt. Von der Arbeitsgruppe, die die Gesamtkonzeption in den zurückliegenden Monaten neu entwickelte, weil bekanntlich nach dem Bürgerentscheid vom Vorjahr das Klostergartengelände nicht bebaut werden sollte, wünscht sich deshalb Thomas Settgast (SPD), vor allem eines zu vertiefen: Es solle externer Rat von Fachleuten eingeholt werden, um das Konzept auf zu erwartende Betriebs- und Personalkosten besser abzustimmen. Daher sprach auch er sich wie die anderen Ausschussmitglieder dafür aus, dass die Stadtverordnetenversammlung das Konzept noch nicht annehmen soll.

Es müsse der Arbeitsgruppe zur weiteren Bearbeitung überlassen werden. „Wir sind ohnehin im Zeitverzug, da spielt es keine Rolle mehr, ob noch die Sommerferien abgewartet werden“, betonte Settgast auch noch im Nachgang zu dieser Entscheidung gegenüber der MAZ. Schon in der Sitzung sagte er, es müsse „nichts übers Knie gebrochen“ werden. In der Sache aber würdigte Settgast die Tätigkeit der Gruppe um ihren Leiter Adrian Krüger (Linke): „Die Mitglieder der Gruppe leisten eine tolle Arbeit.“ Krüger quittierte dies dankend.

Gereizt reagierte Krüger indes auf Kritik aus den Reihen der CDU, wonach das vorgelegte Konzept „aufgeblasen und überdimensioniert“ sei und deshalb erneut bearbeitet, „abgespeckt“ werden müsse. Krüger sieht das Projekt dadurch jedoch vielmehr zurückgeworfen, als dass es vorangebracht wird. Auch Settgast warnt trotz der nun möglichen, auch von ihm vorgeschlagenen „Sommerpause“ davor, dass am Ende doch zu viel Zeit ins Land streicht, wenn ständig neue Bedenken aufkommen. „Der Schandfleck muss endlich verschwinden“, sagt er.

Von Matthias Anke

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