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Ostprignitz-Ruppin Klosterviertel im Wandel der Zeiten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Klosterviertel im Wandel der Zeiten
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00:17 17.05.2017
Die Vorträge zur Geschichte und vor allem zur Zukunft des Kyritzer Klosterviertels fanden am Sonnabend ein aufmerksames Publikum. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Vorträge und Führungen und natürlich Blasmusik mit den „Kyritz-Musikanten“ prägten am Sonnabendnachmittag die Veranstaltung zum „Tag der Städtebauförderung“ im Kyritzer Klosterviertel. Das Interesse an der Geschichte des historischen Areals und an seiner Zukunft ist bei vielen Kyritzern nach wie vor groß. Zeitweise bevölkerten am Sonnabend bis zu 100 von ihnen den Kloster- und den Kirchgarten.

Stellvertretend für die Zukunft des Viertels stand dabei sicherlich das erst kürzlich fertiggestellte Haus Johann-Sebastian-Bach-Straße 6. Neugierig erkundeten die Besucher die modernen Räume hinter der historischen Fassade. Sie sind ein Beispiel für die bisherigen Sanierungsbemühungen der Stadt – neben der Stadt- und der Klostermauer in dem Bereich sowie dem alten Pfortenhaus.

Zum „Denkmal des Monats“ gekürt

All dies wurde von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ am Sonnabend als „Denkmal des Monats“ gewürdigt. Michael Knape, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, zog eine Verbindung von der Reformation vor 500 Jahren hin zu heutigen Entscheidungen: „Daran wird sehr deutlich, dass die Veränderung am beständigsten in unserem Leben ist.“ Damals wie heute komme es darauf an, das bauliche Erbe mit Leben zu füllen. „Es nutzt uns ja nichts, wenn wir Millionen für die Sanierung ausgeben und dann sagen: Was fangen wir jetzt damit an?“

Die immer wieder veränderte Nutzung des Klosterviertels im Verlauf der Jahrhunderte war das zentrale Thema der Veranstaltung. Mit dem Prozess der Reformation hielt die Vielfalt in die alten Mauern Einzug, die zuvor rund 300 Jahre lang ausschließlich religiösen Zwecken gedient hatten. Nach seiner Auslösung 1541 wurde das Kloster von Kurfürst Joachim II. der Familie von Klitzing als Lehen übereignet. Da die zumindest mit dem Teil innerhalb der Stadt wenig anfangen konnte, reichte sie die Gebäude bald an die Kommune weiter. Das Kloster wurde zum Teil als Hospital genutzt. Allerdings fehlte Kyritz das Geld für den Erhalt: Vor allem im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt schwer gebeutelt. Erste Teile der einst geschlossenen und inzwischen verfallenden Klosterhofbebauung wurden bald abgerissen – nicht zuletzt, um Baustoffe zu gewinnen. So erging es zuletzt Ende des 18. Jahrhunderts auch der Klosterkirche, von der heute nur noch Teile der Nordwand zu finden sind. Die Besitzer wechselten und mit ihnen die Nutzung der Gebäude und Flächen.

Brigitte Faber-Schmidt von „Kulturland Brandenburg“ stellte die neue Schau im Klosterviertel vor und warb für weitere Veranstaltungen landesweit. Quelle: Alexander Beckmann

All das dokumentiert seit Sonnabend eine kleine Ausstellung im Kirchgarten. Sie ist Teil des landesweiten Veranstaltungsjahres „Kulturland Brandenburg 2017“, das ebenfalls die Reformation zum zentralen Thema hat. Der Kirchgarten mit den Informationstafeln soll jetzt werktags von 8 bis 16 Uhr geöffnet bleiben, kündigte die Kyritzer Bauamtsleiterin Katharina Iredi an. „Wir wollen den Kloster- und den Kirchgarten der Öffentlichkeit zugänglich machen.“ Künftig werde sich das an den Öffnungszeiten der Heimatstube orientieren, die demnächst das sanierte Haus Bach-Straße 6 bezieht.

Bauzeit von fünf bis sechs Jahren

Über die weiteren Plänen für das Viertel informierte unter anderem Architekt Gerald Kühn-von Kähne. Er musste sich einer Vielzahl interessierter Fragen stellen. Nächster Schritt wird übrigens die Beräumung der ehemaligen Wäschereigebäude sein. Der Teilabriss schließt sich an. Für das gesamte Viertel rechnet man mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren.

Von Alexander Beckmann

Die Wusterhausener Dosse-Halle war am Sonnabend mit hunderten Besuchern dicht besetzt. 129 junge Leute aus den Schulen in Kyritz, Neustadt und Wusterhausen erlebten gemeinsam mit ihren Familienangehörigen ihre Jugendweihe. Der Rahmen war ausgesprochen festlich.

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