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Kneipenmeile in vier rappelvollen Räumen

Rheinsberger Nächte sind lang Kneipenmeile in vier rappelvollen Räumen

Pop’n’Roll, Piano Rock, Irish Folk oder Hits der vergangenen Jahrzehnte: Bei der 5. Rheinsberger Kneipenmeile kamen alle auf ihre Kosten. Musikhören bis zum Abwinken, Tanzen bis zum Umfallen – so die Devise in den vollen Lokalen.

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Pippi Langstrumpf auf Irisch? Geht! „Quietschfiedel“ heizten im „Jungen Fritz“ mit Irish Folk ein.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Fünf Euro gelöhnt, Bändchen um, rein ins Vergnügen. Letzteres war bei der Rheinsberger Kneipenmeile fast am schwersten, denn nicht nur im „Jungen Fritz“ stapelte sich die Menge bereits am Eingang. Bis zur Band vorzudringen, geriet bisweilen zum schlängelnden Kraftakt. Das Vergnügen war dafür umso größer. Vier Lokale – überall eine andere Band mit vier Sets á 45 Minuten. Die restliche Viertelstunde konnten die Musikfans wahlweise zum Lokalwechsel oder Rauchen nutzen.

Wieder einmal hat sich die gemeinschaftliche Aktion der Rheinsberger Gastwirte und der einheimischen Musikszene ausgezahlt: Volle Säle und feierfreudige Gäste gleichen an diesem Abend den saisonbedingt abebbenden Tourismus aus. Im Gasthof „Junger Fritz“ spielen die Lokalmatadoren in wechselnder Besetzung. Es ist die einzige Kneipe, in der jedes Set von einer anderen Formation bestritten wird, auch wenn die Akteure weitgehend konstant bleiben. „Velvet Green“ ist fast noch ein Neuling. „Wir haben heute unseren zweiten Auftritt“, verrät die Sängerin Anika Schultze. Mit Dirk an der Gitarre, Anika am Piano und Jan Days an der Fiedel gibt es feinen Singer-Songwriter-Folk. „Alles eigene Titel“, sagt Anika stolz.

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Einmal zahlen und vier Stunden Spaß. Die Kneipenmeile in Rheinsberg lockte mit feiner handgemachter Musik verschiedenster Genres – die vier Lokale waren gut gefüllt und das Publikum ausnahmslos feierfreudig.

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Jan bleibt nach dem Set auf der Bühne – mit Lothar Dumann, Erik Kurzke und Markus Kersten heißt er „Quietschfiedel“ – zum mitreißenden Irish-Folk bleibt kein Fuß in der geballten Menge still. Im Gegenteil – Sirtaki-Teams und „Feets of flame“ werden zelebriert, bis dass der Boden bebt. Egal, ob als Basismelodie keltische Klänge verwendet werden oder die Olsenbande und Pippi Langstrumpf herhalten müssen – irisch geht fast alles. „Ihr müsst treten, stampfen, klatschen“, feuert Days die Menge an. Zur „Abkühlung“ erklingt dann und wann eine bittersüße irische Ballade. Später, wenn „Bluesberg“ und die „Flamingos“ aufspielen, wird es auch nicht leerer vor der Bühne. Den Knochenjob haben die Bedienungen – mit hochgerecktem bierschweren Tablett winden sie sich durch die Menschenmassen. „Die Meile ist einfach nur toll“, sind sich die Ehepaare Ernst und Hollin aus Lindow einig. „Wir lassen keine aus.“

Im Ratskeller geht die Post ab. Die „Les Bummms Boys“ sind dort bereits alte Hasen. „Toll! Die haben so ungewöhnliche Instrumente“, schwärmt Robert Franck. In der Tat: Die Rostocker lassen nichts anbrennen, der Posaunist nimmt gern ein Bad in der Menge, eine Melodika dürfen auch Erwachsene spielen. Ob „Kling Klang“ oder selbst geschrieben – der deutschsprachige Pop’n’Roll geht in die Beine und die Zunge – die Menge tobt bei jedem Song lauter. Ein wenig ruhiger ist es auf der „MS Rheinsberg“. Der Kahn schwappt besinnlich am Seeufer vertäut, im Innern gibt es Piano-Rock mit „Getzby“. Zu guter Letzt kommen die Musikfans auch im Café Claire auf ihre Kosten: Guido Hemmer und Mario Born klampfen sich mit den besten Hits der vergangenen vier Jahrzehnte die Seele aus dem Leib.

Von Regine Buddeke

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