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Ostprignitz-Ruppin Knieperkohl-Saison wird eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Knieperkohl-Saison wird eröffnet
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14:23 09.11.2013
Markstammkohl (l.) und Grünkohl müssen in die Pfanne. Quelle: Sandra Bels
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Pritzwalk

"Was dann kommt ist entscheidend", sagt Fenske und meint die Zubereitung. In alten Gedichten heißt es: Der Kohl muss so blank vom Fett sein, dass man sich drin spiegeln kann. Speck, Schmalz und Schweinebauch dürfen nicht fehlen. In seiner Familie stand die Schmorpfanne immer in der Röhre des Kachelofens und wurde mehrere Tage hintereinander heiß gemacht. Als Kind mochte Fenske nicht, was in der Röhre brutzelte. "Ich sehe heute noch meine Oma sitzen und Kohl putzen", erinnert er sich. Das Innere aus den Stengeln des Markstammkohls bekamen die Kinder. "Schmeckt wie Kohlrabi", so Fenske. Als er erwachsen war, entdeckte er die Leidenschaft für Knieperkohl. Er weiß noch, wie er ihn zu DDR-Zeiten in der Neubauwohnung hergestellt hat. "Tagsüber, wenn alle arbeiten waren, gab es heißes Wasser. Mit der Dusche hab ich den Kohl in der Badewanne gebrüht", so Fenske. Gesäuert wurde auf dem Balkon. Kleintierzüchter hatten den Kohl angebaut. Später in der Gaststätte Prignitzland wollte Fenske etwas Prignitztypisches anbieten. Eine ältere Dame hatte ihm ein Fass Knieperkohl fertig gemacht. Jedoch weigerte sich der Küchenchef ihn zuzubereiten. "Keine Silage in meiner Küche", sagte er damals, erzählt Horst Fenske. So stand er selbst am Herd. Bevor der Pritzwalker 1997 das Deutsche Haus eröffnete, hatte er einen Imbiss. Auch da gab es Knieperkohl. Warum er nur in der Prignitz bekannt ist, dafür hat Fenske keine Erklärung. Verbrieft ist aber, dass schon Karl der Große und Hildegard von Bingen die gesundheitliche Wirkung des Kohls zum Beispiel auf den Darm schätzten. Und in wissenschaftlichen Studien ist laut Fenske festgestellt worden, dass der blaue Farbstoff im Markstammkohl gesundheitsfördernde Stoffe enthält.

Fenske hat im Zusammenhang mit dem Kohl so viel erlebt, dass er unzählige Geschichten erzählen kann. Dazu gehört auch die über den 1. Sekretär der SED-Kreisleitung, der nach seiner Meinung zum Knieperkohl gefragt wurde. Fenske weiß noch genau, dass er geantwortet hat: "Unsere Werktätigen haben es nicht nötig Futterkohl zu essen."

Von Sandra Bels

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