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Knobelsdorff im Rheinsberger Schloss

Vortrag zur Baugeschichte Knobelsdorff im Rheinsberger Schloss

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff übernahm 1737 den Ausbau des Rheinsberger Schlosses. Architekt Dirk Dorsemagen erläuterte in einem Vortrag am Sonnabend, welche Elemente auf den großen Baumeister Friedrich II. zurück zu führen sind.

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Die Kolonnade gehört zu den typischen Architekturelementen in Knobelsdorffs Bauwerken.

Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Rheinsberg. Das Rheinsberger Schloss gehört zu den schönsten Bauten des norddeutschen Rokokos. Nur den wenigstens Besuchern wird beim Betreten des Schlossgeländes allerdings klar sein, dass sie sich auf Rheinsbergs ältestem historischen Boden befinden. Schon zur Zeit der slawischen Besiedlung gab es dort einen Platz, auf dem später die Burg der Rheinsberger Feudalherren stand. Sie bestand aus drei Gebäuden und einem Torhaus, zu dem eine Zugbrücke über den Wallgraben führte. Ein Brauhaus und ein Herrenhaus sowie ein Rundturm gehörten ebenfalls zu der Anlage. Ein Bild, von Knobelsdorff um 1734 gemalt, zeigt den Blick auf Rheinsberg mit dieser Anlage. Der 1699 geborene Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff war Porträt- und Landschaftsmaler, Theaterintendant, Landschaftsgestalter und Innendekorateur, Lorbeeren verdiente er sich aber als Architekt im Dienste Friedrich II. Der Apollotempel im Amaltheagarten von Neuruppin war sein erster Auftrag.

Architekt Dirk Dorsemagen  erläutert bauliche Details

Architekt Dirk Dorsemagen erläutert bauliche Details.

Quelle: Cornelia Felsch

Am Sonnabend ging der Architekt Dirk Dorsemagen, der von 2003 bis 2007 als Bereichsarchitekt für das Rheinsberger Schloss zuständig war, in einem Vortrag der Frage nach, wie viel Knobelsdorff eigentlich im Schloss stecke. Im Zuge der Fassaden- und Dachsanierung konnten viele neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Schlosses gewonnen werden. „Als der Putz entfernt worden war, konnten verschiedene Mauerwerkstypen verglichen werden“, sagte er. „Wir konnten wie in einem offenen Buch lesen.“

Bevor es an die Praxis ging, wurden historische Briefe und Ansichten studiert sowie Bauakten gesichtet. Aus Dachbalken wurden Bohrkerne entnommen, um das Alter der Hölzer zu bestimmen. Die Holzalterbestimmung – wissenschaftlich als Dendrochronologie bezeichnet – ist eine naturwissenschaftliche Methode, die eine genaue Altersbestimmung der Fälljahre historischer Hölzer ermöglicht. Die Datierung erfolgt dabei über den Vergleich der Jahresringe. An Hand dieses Untersuchungen konnte genau ermittelt werden, zu welcher Zeit die verschiedenen Schlossbereiche erbaut beziehungsweise umgebaut wurden.

1734 begann der Ausbau der Burg zu einer barocken Dreiflügelanlage unter Kronprinz Friedrich. Dieser ermöglichte Knobelsdorff eine Studienreise nach Italien, von der er 1737 zurückkehrte, um anschließend die Baustelle in Rheinsberg zu übernehmen. Entsprechend der Untersuchungen war Knobelsdorff am Umbau eines Teils des Südflügels, der Errichtung des Nordflügels mit Turm sowie dem Bau der Kolonnade beteiligt. Untersuchungen der Putz- und Farbschichten ergaben, dass Knobelsdorff von 1737 bis 1738 die Fassade des Ostflügels, einen Teil des Südflügels und ab 1739 den Nordflügel gestaltete. Dort wurden an vielen Stellen noch die damals verwendeten Kalkputze gefunden sowie Dachziegel, die als Schlusssteine im Fensterbogen aufgenagelt und verputzt wurden.

Von Cornelia Felsch

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