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Kochshow im Hotel am See

Rheinsberg Kochshow im Hotel am See

Der Koch und Moderator Volker Westermann kam nach Rheinsberg und kochte gemeinsam mit Direktor und Chefkoch des Hotels am See, in dem vor allem Behinderte Gäste ihren Urlaub verbringen. Westermann, der die Glasknochenkrankheit hat, sitzt selbst im Rollstuhl. Doch am Herd – so seine Überzeugung – spielt Behinderung keine Rolle.

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Moderator Volker Westermann schabt die Möhren für das Wok-Gemüse.

Quelle: Cornelia felsch

Rheinsberg. Kochen ist seine Leidenschaft – bereits als Kind hat er seiner Mutter beim Kochen in die Töpfe geschaut. „Aber meine Mutter konnte nicht gut kochen“, gesteht Moderator und Koch Volker Westermann,. Der kleinwüchsige, an der Glasknochenkrankheit leidende Mann war am Sonnabend im Hotel am See „Haus Rheinberg“ zu Gast.

2013 begann die Zusammenarbeit mit der Fürst Donnersmarck-Stiftung, die Angebote für und mit Menschen mit Behinderungen gestaltet. „Eine Wohngemeinschaft wollte gern mit mir kochen“, erzählt der 42-jährige, witzige Koch-Moderator im Rollstuhl. Volker Westermann wurde 1973 in Weinheim an der Bergstraße mit Glasknochen geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er diverse Praktika – unter anderem bei Alfred Biolek – sowie ein Volontariat in Hamburg. Er lebt heute nach beruflichen Stationen in Hamburg und München mit seiner Frau Iris Westermann in der Nähe von Heidelberg.

Die damalige Koch-Veranstaltung wurde gefilmt; es war der erste Live-Auftritt für Volker Westermann. Mit Humor und witzigen Gesprächen brutzelt er seitdem mit seinen Gästen leckere Gerichte und entlockt ihnen dabei manches Geheimnis. Über 20 aufgezeichnete Fernsehsendungen unter dem Titel „Dinner for everyone“ gibt es bereits. Die Küche ist die Bühne und Volker Westermann ist der Gastgeber. Am Sonnabend kochte er gemeinsam mit Hotelchef Peter Vogt und Chefkoch Carsten Pfefferlein.

„Die geilsten Partys gibt es sowieso in der Küche und Inklusion kann am Herd wunderbar stattfinden“, sagt Volker Westermann. Rund 50 Gäste haben sich am Sonnabend im Restaurant des Hotels eingefunden, viele von ihnen sitzen so wie der Moderator im Rollstuhl, doch die Grenzen zwischen behindert und nicht behindert überwindet er spielerisch durch charmanten Talk. „Am Herd spielt es keine Rolle ob sehbehindert oder sonst etwas“, sagt er. „Am Ende ist es wichtig, dass es schmeckt.“

Im Rheinsberger Restaurant bereiten die drei kochenden Männer am Sonnabend ein Vier-Gänge-Menü zu. Es gibt geeiste Paprika-Weinschaumsuppe, Wok-Gemüse mit Ingwer und Chili, Zanderfilet mit getrüffeltem Kartoffelpüree und zum Dessert eine Limetten-Crème brûlée.

Schon bei der Ansage bekommen die Gäste Appetit, aber sie müssen sich gedulden. Denn auch die Gespräche sind Bestandteil des Menüs und Volker Westermann versteht es, seine Partner und auch das Publikum in die Show mit einzubeziehen, während er Möhren schält oder in der Weinschaumsuppe rührt. Und während die Fernsehzuschauer die Show nur auf dem Bildschirm verfolgen können, können die Gäste im Haus Rheinsberg mit allen Sinnen genießen. Schon nach wenigen Minuten zieht ein verführerischer Duft durch den Raum, später bekommt jeder eine Kostprobe.

Und während Carsten Pfefferlein den Zander portioniert, wirbt er für regionale Produkte: „Der Fisch kommt nicht aus Kasachstan, sondern vom Müritzfischer.“ Die Druckprobe beweist es – der Zander ist frisch. Direktor Peter Vogt plaudert aus der Geschichte des Hotels „Haus Rheinsberg“. 1999 gab es den ersten Spatenstich, 2001 die Eröffnung. In diesem Jahr feiert das Hotel sein 15-jähriges Bestehen.

„Ich brauch’ noch etwas Sahne für die Crème brûlée“, meldet sich Volker Westermann zu Wort und erklärt den weiteren Werdegang bis hin zum Karamellisieren mit dem Brenner.

Die Gäste bekommen schon mal eine Suppen-Kostprobe und Chefkoch Pfefferlein berichtet von Hefeklößen, die er schon als Schüler für die Klasse zubereitet hat und von späteren Kochmeisterschaften und Medaillen.

Von Cornelia Felsch

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