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Königshorster Hundefreunde

Dorfserie Königshorster Hundefreunde

Der Königshorster Hundesportverein hat derzeit nur noch acht Mitglieder, die sich regelmäßig treffen wie Bettina Winter, Petra Kühn und Bärbel Korndorf. Sie trainieren ihre Tiere und profitieren von der Erfahrung der anderen. Sie alle haben seit Jahren Hunde, die in ihren Alltag integriert sind und zur Familie gehören.

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Bettina Winter mit Walther, Petra Kühn mit Chainles und Bärbel Korndorf mit Kira und Laila (v.l.)

Quelle: Dagmar Simons

Königshorst. Unterschiedlicher könnten Walther, Kira, Laila und Chainless nicht sein. Doch der irische Wolfshund, der russische Kaukase, der Leonberger Mischling und der Tibet-Terrier vertragen sich wunderbar. Auf dem großen Gelände des Königshorster Hundesportvereins haben die vier jede Menge Auslauf. Nach einem anfänglichen Schnuppern geht jeder Hund seine Wege. Das ist normal, sagen die drei Hundebesitzerinnen und Vorstandsmitglieder Bettina Winter, Bärbel Korndorf und Petra Kühn. „Unsere Tiere sind in unseren normalen Arbeitsalltag eingebunden und sind ausgelastet.“

Jeder trainiert seinen Hund selbst

Der kleine Verein, der zurzeit nur noch acht Mitglieder hat, hat keinen Trainer. Auch gibt es keine festen Zeiten. „Wir verabreden uns so, wie jeder Zeit hat.“ Dann beschäftigt sich jeder selbst mit seinem Tier, übt beispielsweise Unterordnung, also Kommandos wie „Sitz, Platz, Fuß und bleib, Regeln, die für ein gutes Miteinander von Mensch und Tier unabdingbar sind.

Jeder müsse wissen, was er von seinem Hund erwartet. Man erarbeite sich das selbst und werde von den anderen unterstützt, so Bettina Winter. „Wir müssen uns um uns selbst kümmern. Im wahren Leben hat man auch keinen Trainer“, sagt Vereinschefin Bärbel Korndorf. Sie ist extra wegen der Hunde von Berlin ins Luch gezogen. Ihr ganzes Leben hat sie Hunde gehabt, vom Rottweiler über Boxer bis hin zum Terrier. Die Tibet-Terrierin Laila ist zehn Jahre alt, Kira, ein russischer Kaukase, erst fünf Monate. Sie ist noch etwas verspielt. Später soll der Herdenschutzhund einmal die Gänseherde der Familie bewachen.

Drei Frauen mit viel Hundeerfahrung

Viel Hundeerfahrung haben auch Bettina Winter und Petra Kühn. Bettina Winter hat den „größten Hund, den es gibt“, einen irischen Wolfshund. „Wer sich einen Hund anschafft, möchte ihn 100 Jahre haben“, sagt das Frauchen von Walther. Doch je größer der Hund, umso geringer ist seine Lebenserwartung. Die beträgt bei dieser Rasse durchschnittlich fünf Jahre. Ein Grund für Familie Walther, sich die Anschaffung sehr zu überlegen. Doch als der Vorgänger von Walther, eine andere Rasse, auch nur sieben Jahre alt wurde, stand die Entscheidung fest. Nun ist Walther dreieinhalb Jahre alt und straft alle Vorurteile Lügen. Seine Größe ist zwar imposant, sein Wesen aber nicht furchteinflößend. Wie heißt es schon in einer alten isländischen Sage: „Er hat den Verstand eines Menschen, und er wird deine Feinde anbellen, niemals aber deine Freunde. Er wird es einem jeden Menschen am Gesicht ablesen, ob er gegen dich Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Und er wird sein Leben für dich lassen.“

Auch Bettina Winter schätzt den Charakter dieser Rasse. „Das sind die sanften Riesen.“ Walther ist ein vollwertiges Familienmitglied, das Winters überall mit hinnehmen, ob in den Urlaub oder ins Restaurant. Voraussetzung: Es gibt genügend Platz für Walther.

So gut wie der große Hund hatte es Mischling Chainless in seinem ersten Leben nicht. Petra Kühn hat ihn 2011 aus dem Tierheim geholt. Dort war er gelandet, nachdem er seinem vorigen Besitzer wegen schlechter Haltung weggenommen worden war. Das Tier lag nur an der Kette. Den Namen hat Petra Kühn bewusst gewählt: Chainless bedeutet kettenlos.

Der Hund als Sozialpartner

Einen Hund an die Kette zu legen, ist für alle drei Hundebesitzerinnen undenkbar, genauso, wie ihn im Zwinger zu halten. Er gehört halt zur Familie. Selbst Kinder lernen bereits von einem Hund soziales Verhalten. „Was braucht das Tier? Was tut ihm gut?“ Das erfährt ein Kind im täglichen Umgang. Genauso lernt es zu respektieren, wann und ob der Hund Kontakt haben will oder aber in Ruhe gelassen werden will. Die positive Wirkung, die die Tiere ausüben, hat Bettina bei einem Besuch mit ihrem Hund im Hospiz erlebt. „Die Leute blühten auf.“

Für sie ist das kein Wunder. „Ein Hund streichelt die Seele.“ Die Liste der guten Eigenschaften, die die Hundefreundinnen ihren Tieren zuschreiben, ist lang. Egal ob es einem gut oder schlecht geht, man sei nie alleine. „Mein Hund versteht mich manchmal besser als mein Mann“, sagt Bärbel Korndorf und lacht. Zudem würden laut Statistik Hundebesitzer älter. Man komme mit vielen Leuten unterwegs über die Tiere ins Gespräch, habe immer ein Gesprächsthema und ein Hund sei immer ehrlich. Zusammengefasst: Der Hund ist ein schöner Sozialpartner und für die Hundebesitzerinnen aus ihrem Leben nicht wegzudenken.

Hinweis: Die Hundesportfreunde würden sich über menschlichen und tierischen Zuwachs freuen. Wer Interesse hat, kann Kontakt per E-Mail aufnehmen: bettina.winter@dechtow.de

Von Dagmar Simons

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