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Ostprignitz-Ruppin Komödiantisches Urgestein in Kyritz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Komödiantisches Urgestein in Kyritz
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00:18 24.03.2016
Hintergründig, deutlich und immer komödiantisch: Gisela Oechelhaeuser erhielt in Kyritz viel Applaus. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Kyritz

Die blonde Frau mit der randlosen Brille – langer schwarzer Rock, elegante Schuhe, Shirt, darüber eine legere Jacke – kommt aus den finstren Tiefen der kleinen Bühne ins Licht, vor sich zwei gepolsterte Sitzmöbel balancierend. Jetzt reicht’s. Es sind die letzten, die am Sonntagvormittag im Saal von „Bluhms Hotel und Restaurant am Markt“ in Kyritz benötigt werden.

Klar ist: Die Matinee kann unmöglich pünktlich um elf beginnen. Immer noch kommen Menschen durch die Pendeltüren. Dann endlich haben alle ihren Platz gefunden. Und Kabarettistin Gisela Oechelhaeuser, eben noch in der Kette freiwilliger Stuhl-Transporteure, stellt fest: „Meine erste ehrliche Arbeit hab’ ich heute schon hinter mir.“

Von Berlin an die Knatter

Dabei ist sie dafür natürlich nicht aus Berlin an die Knatter gekommen. Das Urgestein der „Distel“ will mit ihrem neuesten Soloprogramm unterhalten – hauptsächlich das schönere Geschlecht. Mit ihrer mittlerweile 12. Einladung anlässlich des Internationalen Frauentages setzt Kirsten Tackmann, Bundestagsabgeordnete der Linken, eine ganz persönliche Tradition fort. „Allgemeine Mobilmachung“ heißt das kabarettistische Angebot. Und die Oechelhaeuser macht mobil. In einer Welt der Konflikte, konfrontiert mit Scheinmoral und Doppelzüngigkeit, politischer Inkompetenz, Verlogenheit und Realitätsverlust beim Denken bekommen hauptsächlich „die da oben“ ihr Fett weg. Aber auch „die da unten“ , die Zugucker, Wegschauer, Schweiger und selbsternannten Bewahrer des christlichen Abendlandes werden bedient.

Die 75 Minuten Programm reichen aus, um wenigstens einigen Zeitgenossen den Spiegel vorzuhalten. Da sind die ewigen Gewinner der vergangenen Landtagswahlen in drei Bundesländern, die sich bei zehn Prozent angekreuzter Zustimmung als „Volkspartei-Soldaten gerieren“. „Das machen sie öffentlich im Fernsehen und keiner lacht“, teilt die Frau auf der Bühne gleich noch in andere Richtung aus.

Eine Blondine im Unruhestand

Auf den Punkt bringt es die Kabarettistin ihrem Publikum gegenüber als „Valentina“, einer etwas überkandidelten Mutter, die selbstredend etwas gegen Rechtsradikale hat, aber nur zu Hause. „Wenn schon Nazi, dann Open Air. Gespielt wird draußen.“ Die mobile Blondine im Unruhestand hat als geschundenes Opfer des Gesundheitssystems mit erzwungener Fähigkeit zur Selbst-OP die Lacher ebenso auf ihrer Seite, wie als 99-jährige Alte. Zahnlos aber doch mit Biss zeigt „Adelheid Müller“ ihre Bauernschläue, mit der sie ihren viel jüngeren Zeitgenossen die Leviten liest, bar jeder Angst, denn ihr können sowieso nichts mehr passieren. Der Saal tobt, als sie verkündet, ihre eigene Grabrede längst geschrieben und sich einen Frühbucherrabatt im Krematorium gesichert zu haben. „Schließlich habe ich mich schon mal am Arm mit Fett verbrannt. Das fiel ins Gewicht“.

Länger als eine Stunde lang hat Gisela Oechelhaeuser erfolgreich auf die Lachmuskeln der Menschen im Saal gezielt und deren Nerv auch getroffen, mal hintergründig, dann unverblümt deutlich, immer komödiantisch. Alles in allem war es die zweite „ehrliche Arbeit“ an diesem Vormittag. Sie würde gerne wiederkommen, verrät die Frau in Schwarz dem Publikum zum Schluss. Vielleicht zum nächsten Frauentag. Der Schluss-Applaus war eine erneute Einladung.

Von Wolfgang Hörmann

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