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Komödienfestival der Prignitz nicht ohne Klassiker

Schöller-Festspiele: Fünf Produktionen an neun Spieltagen Komödienfestival der Prignitz nicht ohne Klassiker

Die Schöller-Festspiele haben sich längst etabliert. Immer mehr Gäste waren in den vergangenen Jahren gekommen. Initiator Peter Schroth sieht die Festspiel als "Begegnungsstätte" und als Chance, mehr Kultur aufs Land zu bringen. In der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin findet nun die sechste Auflage statt, diesmal als Komödienfestival.

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Die Schöller-Festspiele finden in diesem Jahr in ihrer sechsten Auflage statt. Diesmal als Komödienfestival.

Quelle: MAZ

Neustadt. Zum sechsten Mal bieten die Neustädter Gestüte die perfekte Kulisse für das Komödienfestival der Prignitz, die Schöller-Festspiele. An zwei Wochenenden sind jeweils drei Vorstellungen im Strohtheater zu sehen. In der Woche ist das „Teatro mobile“ mit einem neuen Gastspiel in der Kleeblattregion unterwegs. Gespielt wird auf den Marktplätzen in Kyritz und Wusterhausen sowie in Demerthin vor dem Schloss.

„Wir bewerben Schöller erstmals als Komödienfestival“, sagt Festspielerfinder Peter Schroth. Er freut sich sich darüber, dass Schöller in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist. „Die Gäste haben das Festival toll angenommen“, sagt er. Für ihn ist „Pension Schöller“ ein Ur-Prignitzer Stück, schon allein deshalb, weil die Hauptperson Philipp Klapproth aus Kyritz kommt. Und deshalb wird das Stück auch jedes Jahr wieder aufgeführt. „Es ist ein Klassiker“, sagt Schroth.

Der Schöller-Spielplan 2015

Bei den 6. Schöller-Festspielen vom 14. bis 23. August werden an neun Tagen fünf Produktionen gezeigt.

Sommerzauber Show Baroque: Die Artistokraten beeindrucken mit eigenwilliger und moderner Unterhaltung jenseits des traditionellen Varietés. Akrobatik auf dem Boden und in der Luft wird mit Tanz, Live-Musik und Gesang verknüpft. Termine: Freitag, 14. August, 19.30 Uhr (Premiere), Samstag, 15. August, 19.30 Uhr, Sonntag, 16. August, 15 Uhr.

Der zerbrochne Krug: Heinrich von Kleists Stück in einer Inszenierung von Peter Schroth, Gastspiel der Neuen Bühne Senftenberg in Kooperation mit dem Staatstheater Cottbus. Kleists groteske Komödie vom Dorfrichter Adam, der wider Willen gegen sich selbst ermitteln muss. Termine: Freitag, 21. August, 19.30 Uhr, Samstag, 22. August, 18 Uhr (Die lange Schöller-Nacht)

2. Satz – Largo Maggiore: Als das Komiker-Duo Ass-Dur 2014 mit seinem ersten Programm für Lachkrämpfe auf den Märkten der Kleeblatt-Region gesorgt hat, schrie das nach einer Fortsetzung. Die gibt es nun. Dominik Wagner und Benedikt S. Zeitner bieten Musik-Comedy mit modernen und klassischen Stücken, Zaubertricks und neuen Witzen. Termine: Dienstag, 18. August, 19.30 Uhr (Markt Kyritz), Mittwoch, 19. August, 19.30 Uhr (Schlossplatz Demerthin), Donnerstag, 20. August, 19.30 Uhr (Markt Wusterhausen).

Titanic: Die Kellnerinnen Alberta und Elli haben Feierabend. Die lange Nacht der Oscars kann kommen. Doch als Kate Winslet den Preis als beste Hauptdarstellerin nicht erhält, ist das Entsetzen groß. Was nun? Die Damen beschließen, ihren Lieblingsfilm selbst zu spielen. Termin: Samstag, 22. August, 18 Uhr (Die lange Schöller-Nacht). Besetzung: Verena Brakonier und Cynthia Thurat. Gastspiel der Freien Bühne Neuwied.

Pension Schöller: Zum sechsten Mal wird das Stück um Gutsbesitzer Philipp Klapproth aufgeführt. Termin: Sonntag, 23. August, um 15 Uhr.

Philipp Klapproth, Gutsbesitzer aus Kyritz, würde gern Insassen einer Irrenanstalt hautnah erleben. Sein Neffe schickt ihn in die „Pension Schöller“ zu einem Gesellschaftsabend und gibt die Pensionsgäste als Verrückte aus. Möglicherweise sind sie das auch: ein Möchtegernschauspieler mit Sprachfehler, ein Großwildjäger, eine skurrile Schriftstellerin, ein trinkfester Major a. D.

Pension Schöller: Namensgeber und Klassiker

Bereits zum sechsten Mal in Folge kommt der namensgebende Klassiker zur Aufführung. Und trotzdem gibt es jedes Mal wieder laute Lacher, hämische Kicherer und vor allem ein begeistertes Publikum im Strohtheater hinter dem Landstallmeisterhaus. Es ist eine Erfindung von Bühnenbildner Lothar Scharsich, der zum Team gehört. Für die Gestaltung der Wiese gab es im Jahr 2012 verschiedene Optionen. Schroth erzählt, dass Scharsich damals gesagt hat: „Ick mach dit aus Strohballen.“ Dabei blieb es.

Peter Schroth inszenierte das Theaterstück „Pension Schöller“ 2007 in Cottbus. Nach dem letzten Vorhang bekam er das Bühnenbild geschenkt. „Ich hatte die Idee, damit etwas für Kyritz, Neustadt, Wusterhausen und Gumtow zu machen“, erzählt der Festspielerfinder und trat 2009 in Verhandlungen mit der Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke. Das sei nicht so leicht gewesen, die Kritiker mussten erst überzeugt werden. Schließlich öffnete sich im August 2010 der erste Vorhang.

Schöller-Festspiele bringen Kultur auf's Land

Für Peter Schroth ist es wichtig, dass die Schöller-Festspiele auf dem Land weiterhin stattfinden. „Es gibt schon so wenig Kultur in dieser Region“, sagt er. Er sieht das Komödienfestival als touristische Attraktion und Möglichkeit die Region zu stärken unter anderem, weil viele Gäste von außerhalb zu den Aufführungen kommen. Ganz besonders freut sich der Festspielleiter darüber, dass mittlerweile zwei Landkreise – Prignitz und Ostprignitz-Ruppin – mit im Boot sind. Ganz besonders dankbar ist Schroth den Kleeblatt-Kommunen Kyritz, Wusterhausen, Neustadt und Gumtow dafür, dass sie ihre Zuschüsse für die Festspiele für drei Jahre beschlossen haben. „Das verschafft uns eine große Kontinuität“, sagt Schroth. Die vier Kommunen geben zusammen jährlich 14.000 Euro für die Schöller-Festspiele.

Eine Begegnungsstätte mit Volksfestcharakter

Schroth will aber auch die vielen anderen Förderer nicht vergessen. „Sie sind uns eine große Hilfe“, sagt er und nennt stellvertretend die Dr.-Wolfgang-Neubert-Stiftung, die KMG und die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Er dankt aber auch den privaten Förderern sowie den Zuschauern, „ohne sie wäre nichts zu machen“, so der Festspielleiter. Um die 2000 Zuschauer erwartet er. Ihnen werde mehr Programm für das gleiche Geld wie sonst geboten. Erstmals sind fünf Produktionen an neun Tagen zu sehen, außerdem gibt es zwei Familiensonntage.

„Schöller ist Treffpunkt und hat Volksfestcharakter“, sagt Schroth. Er bezeichnet die Festspiele als eine große Begegnungsstätte. Sogar Betriebe würden die Aufführungen für Ausflüge nutzen. Zudem komme auch das „Theatro mobile“ sehr gut bei den Zuschauern an. „Wir bringen das Theater zu den Leuten, wo gibt es das noch in der Region“, fragt Schroth. Er sagt, dass die heitere Stimmung bei den Schöller-Festspielen bereits mit dem Einlass beginnt und verspricht Theaterspaß auf höchstem Niveau.

Von Sandra Bels

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