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Komödienfestival mit Shakespeare eröffnet

Kampehl Komödienfestival mit Shakespeare eröffnet

Der Auftakt war grandios. Mit dem Stück „Hamlet for you“ starteten am Freitagabend in Kampehl (Amt Neustadt) die 8. Schöller-Festspiele. Birgit Linner und Jörg Schur begeisterten die 300 Zuschauer im Schlosspark. Dem Premierenabend folgen bis zum 20. August weitere Veranstaltungen.

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Fix verwandelbar zeigten sich Birgit Linner und Jörg Schur. Sie präsentierten einen „Hamlet“, den die 300 Besucher der Premiere so noch nie gesehen hatten.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Kampehl. Das muss man den Machern der Schöller-Festspiele lassen: Ihnen fällt immer was Neues ein, wenngleich der geneigte Zuschauer es gelegentlich erst auf den zweiten Blick erkennt. Bei der Premiere im vergangenen August versuchten drei bauernschlaue ledige Junglandwirte Frauen zu ködern. Das zuschauende Volk lachte Tränen, die sich allerdings mit den Tropfen von Dauerregen vermischten. Am ersten Abend der 8. Auflage des Komödienspektakels am Freitagabend im Kampehler Schlosspark gab es wieder ein volles Haus, wieder was zum Lachen, nur der Regen blieb diesmal in den Wolken.

Und wo bleibt das andere Neue? Es hatte sich diesmal klassisch gewandet, war doch im Titel für den Abend von „Hamlet“ die Rede. Shakespeares Tragödie bei den Komödianten um Festspielleiter Peter Schroth? Konnte das denn sein? Und ob! Der Titel in Gänze hieß ja auch „Hamlet for you“. Den „Hamlet für alle“ präsentieren Birgit Linner und Jörg Schur in der Regie von Sebastian Seidel vom Ensemble-Theater Augsburg.

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Die 8. Schöller-Festspiele sind im Gutspark Kampehl (Amt Neustadt) furios gestartet. Die Zuschauer waren begeistert von „Hamlet for you“. Den „Hamlet für alle“ präsentierten Birgit Linner und Jörg Schur in der Regie von Sebastian Seidel vom Ensemble-Theater Augsburg.

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Seidel lässt seine zwei Akteure künstlerische Schwerstarbeit verrichten. In Windeseile müssen sie immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen. Fast zwei Dutzendmal wechseln sie die Kostüme. So versuchen zwei Theaterverrückte „Hamlet“ zu spielen. Das muss entweder schief gehen oder sich in eine Komödie verwandeln, was dann auch geschieht.

Linner und Schur geben zwei Stunden lang alles, mal mit Shakespeare-Texten nahe am Original, dann wieder slapstickartig verwurstelt, situationskomisch und am Ende doch bittersüß bis zu Hamlets Tod. Besonders der weibliche Teil des Duos bringt die 300 gutgelaunten Besucher immer wieder zum Lachen. Birgit Linner darf sogar singen, was sie auch kann. Jörg Schur hat den deutlich längeren Textteil zu bewältigen. Er macht das mit Bravour.

Tolle Stimmung im Publikum, das teilweise sogar mitspielen durfte

Tolle Stimmung im Publikum, das teilweise sogar mitspielen durfte.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Beide bauen aktuelle Reminiszenzen in das Stück mit ein. Hier wird über ein Kopftuch die Brücke zu einem heuer wichtigen Bekleidungsstück geschlagen, da können die Zuschauer sofort die zur Raute gespreizten Hände bei der kleinen flinken Frau der eigentlichen Erfinderin zuweisen. Die sich ständig verändernde Mimik von Birgit Linner gehört zu den Stärken des Stückes. Das Premierenpublikum verlässt nach zwei Akten zufrieden den Rasen am Schloss Kampehl.

Im Schloss selbst hatte Peter Schroth vor der Wort-Kunst traditionell Förderern, Helfern und Unterstützern des Theaterspektakels unter freiem Himmel gedankt. Er setzte das später auf der Bühne fort. Das Verlesen einer sehr langen Liste zeigt, wie sehr den Menschen aus den Kleeblatt-Kommunen Kyritz, Neustadt, Wusterhausen und Gumtow „ihr“ Schöller-Event am Herzen liegt.

Peter Schroth ist „Mister Schöller“

Einer stand nicht auf den Dankeschön-Zetteln, was dem Wusterhausener Bürgermeister auffiel. „Sie sind Mister Schöller. Ihnen, lieber Prof. Peter Schroth, gebührt große Anerkennung“, sagte Roman Blank stellvertretend für seine Amtskolleginnen und -kollegen. Der Beifall kommt prompt.

Auch das Kulturministerium des Landes, die Sparkassen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie die dazu gehörigen Landkreise stehen hinter dem Festival. Sichtbarer Ausdruck dafür ist der symbolische Scheck über 21 500 Euro, den OPR-Landrat Ralf Reinhardt an Peter Schroth übergab.

Weitere Veranstaltungen bis 20. August

Der Premierenabend, dem bis zum 20. August weitere Veranstaltungen folgen – darunter natürlich mehrfach der Schwank „Pension Schöller“ – bot in Kampehl vor allem eines: gute Stimmung. Dazu beigetragen hat musikalisch das Duo Stefanie Schramm & Burkhardt Boldt auf der kleinen Bühne des „teatro mobile“, das in dieser Woche drei Abende lang durch den Altkreis Kyritz rollen wird. Die Mini-Band spielte ihren Country-Rock in den Pausen, vor und am Ende von „Hamlet for you“. Man hätte beiden noch viel länger zuhören mögen.

Das weitere Programm

Samstag, 12. August, Schlosspark Kampehl – 19.30 Uhr, „Hamlet for You“ - Der Hamlet für alle“;

Sonntag, 13. August, Schlosspark Kampehl – 14.00 Uhr: Familiensonntag, 14.30 Uhr: Theater für Kinder: „Sommerheiß & Erdbeereis“, 16.00 Uhr: „Hamlet for You“;

Dienstag, 15. August, Marktplatz Kyritz – 19.30 Uhr: teatro mobile, „MitternachtsSpaghetti“ mit der Gruppe „Das Geld liegt auf der Fensterbank Marie“;

Mittwoch, 16. August, Schloss Demerthin – 19.30 Uhr: teatro mobile, „MitternachtsSpaghetti“;

Donnerstag, 17. August, Marktplatz Wusterhausen – 19.30 Uhr: teatro mobile, „MitternachtsSpaghetti“;

Freitag, 18. August, Schlosspark Kampehl – 19.30 Uhr: „Pension Schöller“, 18.15 Uhr: musikalische Einstimmung mit dem Shanty-Chor „Stella Maris“ mit einem Schöller-Freigetränk;

Samstag, 19. August, Schlosspark Kampehl -ab 18.00 Uhr: Die lange Schöller-Nacht mit Theater, Musik, regionalen Genüssen und Tanz bis in den Morgen, 18.30 Uhr: musikalischer Auftakt mit der Band „Strom“, 19.30 Uhr: „Pension Schöller“, 21.45 Uhr: „Laster der Nacht“ (Stummfilme mit Gunthard Stephan am Piano und Tobias Rank an der Violine sowie Dick, Doof, Charly Chaplin u.a.), 23.15 Uhr: „Dinner for One“, 23.30 Uhr: Tanz mit „Foot Tappers“;

Sonntag, 20. August, Schlosspark Kampehl – 14 Uhr: Familiensonntag, 14.30 Uhr: Theater für Kinder, „Das tapfere Schneiderlein“, 16.00 Uhr: „Pension Schöller“.

Von Wolfgang Hörmann

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