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Ostprignitz-Ruppin Konzept für Klosterviertel verabschiedet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Konzept für Klosterviertel verabschiedet
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02:15 05.03.2017
Änderung am Konzept: Das Haus links wird voraussichtlich nicht wie geplant als Kulissenlager für Kulturveranstaltungen im Klostergarten zur Verfügung stehen. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Es war definitiv eine schwere Geburt. Die Mehrheit der Kyritzer Stadtverordneten sprach sich am Mittwoch für die umfassende Sanierung des Klosterviertels aus, so wie die vor Monaten eigens einberufene Arbeitsgruppe sie vorgeschlagen hat – wenn auch mit Abstrichen.

Eingangs der durchaus kontroversen Diskussion hatten die Verfechter des Entwurfs noch einmal für das Vorhaben geworben. „Die Sache ist entscheidungsreifer als je zuvor“, sagte beispielsweise die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg Susanne ­Köstering. Sie appellierte an die Stadtverordneten, die museale Arbeit vor allem mit Jugendlichen  nicht aus den Augen zu verlieren.

Konzept monatelang vorbereitet

Thomas Michaelis (SPD) verwies auf die beispiellos umfassende Vorbereitung des Konzeptes. Dessen wichtigstes Merkmal sei die vielfältige Nutzung des Areals: „Ich glaube, dass wir etwas gewinnen, indem wir diese Vielseitigkeit anbieten.“ Thomas Settgast (SPD) sah den zur Abstimmung gestellten Entwurf ebenfalls als optimale Lösung: „Die Arbeitsgruppe hat ihren Auftrag erfüllt, einen Konsens zu finden zwischen allen Beteiligten.“ Der Vorschlag umfasst Klostergarten, Klausurflügel und das ehemalige Wäschereigelände. Er sieht unter anderem die Unterbringung eines Stadtmuseums, der Bibliothek, des Heimatvereins, der Touristeninformation, eines Veranstaltungsraumes, des historischen Stadtarchivs und eines Cafés vor sowie Ausstellungsflächen, Technik- und Lagerräume, Sanitäranlagen und Büros. Die Kosten für die Denkmalsanierung und die Neubauten werden auf rund 7,6 Millionen Euro geschätzt. Rund sechs Millionen sollen über verschiedene Fördertöpfe aufgebracht werden.

Kämmerer Michael Köhn bekräftigte auf Nachfrage noch einmal die grundsätzliche Finanzierbarkeit: „Das ist meine Einschätzung, die kann ich vertreten: Wir können uns das leisten.“ Wichtig sei dabei ein möglichst zügiger Bau – auch um vom Zusammenwirken der verschiedenen Funktionen des Areals möglichst bald zu profitieren. Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltsaufwendungen von fast 170 000 Euro hält Köhn für tragbar: „Fast die Hälfte davon sind Abschreibungen. Die belasten den Haushalt nicht direkt.“

Zweifel am Sinn der Investition

Vor allem Jürgen Freier (CDU) hielt diese Einschätzungen für falsch: „Ich lehne diese Bebauung ab, weil ich der Meinung bin, wir brauchen die Gebäude nicht.“ Ob Kyritz „als schrumpfende Stadt“ sich so etwas leisten kann, sei fraglich. Freier beklagte, dass keine deutlich reduzierten Alternativentwürfe zur Abstimmung stünden. Die gab es zwar (bis hin zur ausschließlichen Sanierung des Klasusurflügels und der Brennerei), doch sie wurden mangels Funktionalität schon in den Fachausschüssen kaum diskutiert – übrigens auch nicht von der CDU.

Eine Sparvariante war aber durchaus Thema: Der Verzicht auf einen Neubau an der Ecke von Pritz­walker Straße und Johann-Sebastian-Bach-Straße. Damit ließe sich das Gesamtbauvolumen um rund 500 000 Euro reduzieren.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Bauen am Klostergelände“ rieten von dieser Variante allerdings ebenso ab wie viele Vertreter der potenziellen Nutzer des Geländes: Sie befürchten angesichts der notwendigen Umschichtung bei der Raumnutzung spürbare Einschränkungen bei Veranstaltungen im Klostergarten.

Abstriche bei den Neubauten

Trotzdem: Vielen Stadtverordneten erschien solch ein Verzicht offenbar als willkommener Kompromiss. Für den ursprünglichen Entwurf der Arbeitsgruppe fanden sich nur neun Befürworter bei zehn Gegenstimmen. Die Variante ohne Eckhaus erhielt 15 Ja- und vier Nein-Stimmen.

Damit ist grundsätzlich der Weg für Investitionen im Klosterviertel frei. Bürgermeisterin Nora Görke erklärte auf MAZ-Nachfrage, dass die Stadtverwaltung jetzt umgehend tätig werden wolle. Vor allem gehe es darum, den weiteren praktischen Ablauf zu klären. Vielleicht gebe es ja sogar Dinge, die noch dieses Jahr angegangen werden können: „Erst mal werden wir uns wohl mit Abriss beschäftigen.“ Die alten Wäschereigebäude sollen verschwinden. Vermutlich sind dabei auch Altlasten des Betriebs zu beseitigen. Ansonsten seien die Planungen zu präziseren und beispielsweise sinnvolle Bauabschnitte zu bilden, so Nora Görke. Das werde weitere Entscheidungen der Lokalpolitik erfordern. Auch die Einwohner wolle man möglichst eng mit einbinden. Möglichst schon zum Tag der Städtebauförderung am 13. Mai solle es aktuelle Informationen im Kloster geben.

Von Alexander Beckmann

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